Knapp 1.000 Kinder und Jugendliche werden in den nächsten Tagen für ihre Schule um den Titel des Deutschen Schulschachmeisters 2019 kämpfen. In der WK II und der WK III starten je 18 Teams, überwiegend mit Vereinsspielern. In der WK M mit 22 Teams ist das Feld gemischter, 40% der Teilnehmerinnen sind (noch?) vereinslos.
Wertungsfavorit in der WK M ist das Georg-Cantor-Gymnasium Halle mit Kristin Dietz zum vierten Mal in Folge am Spitzenbrett. Die Schule tritt mit den gleichen fünf Spielerinnen wie im Vorjahr, um den Titel von 2018 zu verteidigen. Auch die Vizemeisterinnen vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin mit Amina und Sana Fock an Brett 1 und 2 spielen in fast der gleichen Aufstellung, ergänzt um ein weiteres Familienmitglied aus dem Hause Fock am Ersatzbrett. Auf dem dritten Setzlistenplatz folgt das im Vorjahr siebtplatzierte Gymnasium Holzkirchen aus Bayern mit Svenja Butenandt, die 2016 Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse wurde.
In der WK III wird es dieses Jahr keine Titelverteidigung geben. Auch hier hatte 2018 das Georg-Cantor-Gymnasium Halle gewonnen. Die Spieler sind aber alle älter geworden und spielen dieses Jahr in der WK II als zweitgesetzter um den Titel mit. Setzlistenerste sind daher die Vizemeister aus dem Vorjahr, die Jungs des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach aus Württemberg. Nach dem dritten Platz in der WK IV 2017, dem zweiten Platz 2018 wäre jetzt der erste dran, oder? Danny Yi sowie Nils und Phil Afonso haben schon einen Meistertitel im Dezember mit ihrem Verein SF 59 Kornwestheim gesammelt, als sie die DVM U14 gewannen. Aber einfach wird es nicht: Zweiter der Setzliste ist das Werner-von-Siemens-Gymnasium aus Magdeburg. Die Sachsen-Anhaltiner konnten im letzten Jahr die WK IV gewinnen. Alle Spieler waren auch bereits bei Deutschen Einzelmeisterschaften dabei. An drei folgt das Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen aus Hessen, ebenfalls im Vorjahr in der WK IV aktiv. An Brett 1 des Vizemeisters 2018 spielt mit Richard Bethke der Dritte der letztjährigen DEM U14 als DWZ-stärkster Spieler des Turniers. Die folgenden Teams sind ebenfalls stark besetzt, allein fehlt uns die Zeit für eine weitere Vorstellung.
Ein Internationaler Meister (IM) spielt Schulschach! Luis Engel vom Hamburger SK, DWZ 2531, hat schon zahlreiche Titel errungen. Viermal wurde er Vereinsmannschaftsmeister (DVM U16 2018, 2017, DVM U14 2016, DVM U12 2014), einmal Einzelmeister (DEM U12 2014), aktuell ist er Deutscher Vizemeister U16 und bald spielt er in Willingen als Wertungsfavorit um die Einzelmeisterschaft U18. Doch auch im Schulschach ist er jedes Jahr dabei: Sieger mit dem Gymnasium Brecht aus Hamburg DSM WK III 2017 und DSM WK IV 2015, da würde ein Sieg 2019 in der WK II gut ins Schema passen. Die Vorjahressieger von der Arnoldischule Gotha sind dieses Jahr zu alt und daher nicht mehr dabei, so dass die Hamburger mit derselben Besetzung wie 2018 das durchaus schaffen können. Das wollen natürlich die anderen Mannschaften verhindern. Der Name »Georg-Cantor-Gymnasium Halle« wird der Leserin bekannt vorkommen. Schon oft hat die Schule die Deutschen Meisterschaften gewonnen. Dieses Jahr möchten die vier Spieler, alle schon zwei- oder dreifacher Schulschachmeister, erneut vorne landen. Sie sind sehr ausgeglichen besetzt, an Brett 3 spielt mit Marvin Henning der Deutsche Juniorenmeister Gruppe B aus 2014. An drei gesetzt ist das Herder-Gymnasium Berlin, auch eine junge Truppe mit Spielern, die zwei Jahre zuvor noch die WK IV gewonnen hatten. Letztes Jahr waren sie allerdings nicht qualifiziert.
Am morgigen Freitag, 24.05.2019, startet die WK IV in Bad Homburg (Altersklasse U13), am Sonnabend, 25.05. dann die WK HR in Osnabrück (5.–10. Klasse Haupt-, Real- und ander Schulen). Die letzten Meisterinnen und Meister werden ab Montag in Friedrichroda in Thüringen in der WK G (Grundschulen) ausgespielt.
Ein Blick zum Alsteruferturnier 2019
/gm
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