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Der Zug hat keine Bremsen - Unser DSJ-Sommercamp 2022

Vom 8.8.-14.8.2022 fand das Sommercamp der DSJ auf dem Zeltlagerplatz Stolle statt. Neben schachlichen Aktivitäten gab es auch zahlreiche Freizeitangebote wie z.B.: Fußball, Schnitzeljagd, Tischtennis und viele mehr.

Pünktlich um 11 Uhr fuhr der Schachtour-Bus mit lauter Schlagermusik auf der Einfahrt des Zeltlagerplatz Stolle in Göttingen vor, wo das Sommercamp der DSJ stattfand. Jetzt mussten noch die letzten Vorkehrungen getroffen werden, bevor die Teilnehmer*innen anreisten. Dazu gehörte auch die Wahl der Zelte. Es gab drei unterschiedliche Zeltbereiche und die Teamer*innen entschieden sich für den sogenannten „Märchenwald“, da dieser schattig und nah am Haupthaus war. Um 15 Uhr reisten die ersten Teilnehmer*innen an, die entweder von Ihren Eltern gebracht oder von den Teamer*innen vom Bahnhof abgeholt wurden. Nachdem die Teilnehmer*innen ihr Gepäck in den Zelten verstaut hatten, stand ihnen das Gelände für Freizeit offen. Sehr schnell zeigte sich, dass der Fußballkäfig und auch die Tischtennisplatten sehr beliebt waren.

 

Als alle Teilnehmer*innen (und auch Teamer*innen, die Probleme mit der Bahn hatten) angereist waren, ging es um 18 Uhr mit dem Abendessen weiter. Hier wurden schon die ersten Ideen für Gruppennamen der einzelnen Zelte entworfen, welche beim Frühstück am nächsten Morgen bekannt gegeben wurden.

Tag 1: Mörder und Glücksspiel

Für alle Eltern, die sich wundern, warum ihr Kind die Tage nach dem Sommercamp so früh aufsteht, kommt hier die Erklärung. Um 7:30 Uhr klingelte nicht der Wecker, sondern die Lautsprecheranlage des Zeltplatzes mit Liedern, welche die Teamer*innen am Vorabend ausgesucht hatten. Sehr beliebt waren die Lieder „Der Zug hat keine Bremsen“, „Schwarz oder Weiß“ und ein Remix mit dem Namen „Noot Noot“. Nachdem sich alle angezogen und die Zähne geputzt hatten ging es dann um 8:30 mit dem Frühstück weiter. Hier wurden nun die Gruppennamen bekannt gegeben, da diese nötig waren, um die Gruppen zum Essen aufzurufen, damit sich nicht alle auf einmal anstellten. Als Namen ausgesucht wurden: Die Einhörner, Die 7 Schlachtrösser, Die 7 Zwerge, Lauterer und Wurzel aus 4.

Zum Frühstück gab es jeden Tag frische Brötchen vom Bäcker mit Aufschnitt oder Müsli. Problematisch war jedoch, dass es in der Nähe wohl ein Wespennest gab und die Wespen natürlich auch Hunger hatten. Dementsprechend hatten wir bei jeder Mahlzeit noch Gesellschaft.

Nach dem Frühstück stellte Jannik dann das Mörderspiel vor. Hierbei bekommt jeder einen Zettel mit dem Namen eines Teilnehmenden oder Teamers und muss die Person "umbringen", indem man der Person einen Gegenstand in die Hand gibt. Wenn die Person den Gegenstand annimmt, ist sie tot und muss ihren Zettel weitergeben, sodass der Mörder ein neues Ziel bekommt. Gewonnen hat man, wenn man seinen eigenen Zettel erhält. Ausgelegt war das Spiel für eine Woche, doch bereits nach zehn Minuten stand mit Leonhard der Sieger fest. Über den Spielverlauf einiger Teamer reden wir hier lieber nicht.

Um 9:30 Uhr startete dann das erste große Freizeitangebot, das Fußballturnier. Die einzelnen Zelte traten in einem fünf gegen fünf mit Auswechselspielern in einer zwei mal fünf Minuten Partie gegeneinander an. Die Einhörner gewannen jede Partie, auch wenn einige recht knapp waren.

Als Preis stand den Treppchenplätzen jeweils eine bestimmte Anzahl an Holzchips zu, welche die Teamer*innen als Währung für das Zeltlager ausgesucht hatten. Diesen konnte man nutzen, um sich am Kiosk Süßigkeiten zu kaufen, Liedwünsche zu äußern oder auch Lieder zu verbieten. Für letzteres haben die Teamer*innen den Preis allerdings so hoch gesetzt, dass dies nicht genutzt wurde. Auf dem dritten Platz hat jedes Teammitglied einen Chip bekommen, auf dem zweiten Platz zwei Chips und auf dem ersten Platz drei Chips. Um noch mehr Spannung reinzubringen, boten die Teamer*innen den Einhörnern sogar an, gegen ein Teamer-Team zu spielen, um ihre Chips zu verdoppeln, falls sie gewinnen. Sollten sie jedoch verlieren, gehen alle Chips verloren. Die Entscheidung, ob die Einhörner annehmen, musste bis zur Siegerehrung bei Tom abgegeben werden, ansonsten wäre das Angebot verfallen. Kurz gesagt wurde das Angebot angenommen und am nächsten Tag wurde um 12 Uhr das Fußballfinale angesetzt.

Nach dem anstrengenden Fußballturnier ging es aber erstmal zum Mittagessen, über das sich die Wespen auch freuten. Eine halbe Stunde nach dem Mittagessen wurde zur Begeisterung aller dann auch der Pool geöffnet (Nach dem Essen soll man eine halbe Stunde ruhen, bevor man ins Wasser geht!), was bei Temperaturen von 30°C sehr gelegen kam.

Für 16 Uhr wurde dann das Überraschungsschach-Turnier angesetzt. Beim Überraschungsschach werden zu zufälligen Zeitpunkten bestimmte Regeln angesagt, wie zum Beispiel: die h-Reihe verschwindet, die Bauern wechseln ihre Gang- und Ziehart oder das Brett wird gedreht. Bei letzterem muss besonders darauf geachtet werden, dass eine gewonnene Stellung auch schnell über die Bühne gebracht wird, da es ansonsten sein kann, dass man plötzlich am anderen Ende des Brettes landet. Um Remisabsprachen in der letzten Runde zu vermeiden und noch mehr Überraschung ins Turnier zu bringen, wurde entschieden, dass auch die Anzahl der Runden eine Überraschung bleibt. Nach sechs Runden endete das Turnier mit einem klaren Sieger. Jonas Arne gewann mit überragenden sechs von sechs Punkten das Turnier und konnte sich drei Chips verdienen.

Anschließend an das Abendessen um 19 Uhr fand dann um 21:30 Uhr die Nachtwanderung statt. Die vier Kilometer lange Strecke ging durch Wald und Felder, mit einem kleinen Zwischenstopp bei einem Tunnel. Dort kamen uns sogar Chessy und Morph Menschen mit Leuchtstäben entgegen, welche einen Lichtschwert-Kampf austrugen.

Zurück im Zeltlager waren die meisten Teilnehmer*innen auch schon ziemlich müde und gingen schlafen, um sich für den nächsten Tag zu stärken.

Tag 2: Blitzschnell am Ball und auf dem Brett

Die Aufstehzeit wurde wegen der späten Nachtwanderung um eine halbe Stunde nach hinten verlegt, was Jannik allerdings nicht daran hinderte, um 8 Uhr alle Teilnehmer*innen und Zeltbetreuer*innen mit Musik zu wecken. Viel Zeit zum Liegenbleiben blieb den Teilnehmer*innen auch nicht, denn es ging gleich um 8:30 mit einem Aufwachspiel los. Am Abend zuvor wurden die Großfeldschachfiguren auf dem gesamten Zeltlager Gelände versteckt und mussten wiedergefunden werden. Dies gelang den Teilnehmer*innen zum Glück, da die Teamer*innen sich nicht sicher waren, ob sie noch alle Verstecke im Kopf hatten, und es konnte mit dem Frühstück weiter gehen.

Um 10 Uhr stand das Kondiblitz-Turnier an, bei dem die Teams der Größe nach eingeteilt wurden. Hier galt es nun für die Teilnehmer, sich in Schach und Kondition zu beweisen. Wir konnten sogar ein Interview mit Diyor Bakiev führen, der bei der DJEM in der U16 den vierten Platz belegte und uns eine hervorragende Stellungeinschätzung gab.

Auf das Kondiblitz Turnier folgte nun das Fußballduell zwischen Teamer*innen und Teilnehmern, auf das jeder gewartet hatte. Die erste Halbzeit lief ein bisschen holprig für die Teamer*innen, da beim Halbzeitpfiff ein 0:2 Rückstand aufzuholen war. Die Teilnehmer ließen den Teamer*innen jedoch keine großen Chancen. Die erste Halbzeit startete mit einem weiteren Treffer der Teilnehmer, worauf allerdings ein hervorragend herausgespielter Anschlusstreffer der Teamer*innen folgte. Mit neu geschöpfter Hoffnung rafften sich die Teamer*innen auf und versuchten nochmal zurückzukommen. Es dauerte nicht lange und das 1:4 fiel, woraufhin die Hoffnung auch wieder verschwand. Es gelang den Teamer*innen noch ein Abschlusstor, womit die Partie mit einem 2:4 an die Teilnehmer ging und diese ihre Chipsanzahl verdoppeln konnten.

Frisch gestärkt ging es nach dem Mittagessen mit Frisbee spielen weiter. Großfeldschachfiguren markierten das Spielfeld, in dem sich ein Team untereinander eine Frisbee zuwerfen musste. Das andere Team musste versuchen, die Frisbee zu fangen und das andere Team zu unterbrechen.

Am Nachmittag war dann Freizeit und es wurde der Pool geöffnet, der erneut für die nötige Abkühlung sorgte, bis es Abendessen gab. Danach fand ein Quizwettbewerb statt, bei dem sich die Zelte in ihrem Wissen messen konnten. Dabei galt es, Fragen zur Schachgeschichte, Natur oder auch der DSJ zu beantworten. Abgeschlossen wurde der Tag mit einem Gesellschaftsspieleabend, bei dem überwiegend Werwolf gespielt wurde.

Tag 3: Putztag

Der Donnerstag startete ebenfalls um 8 Uhr wie jeder andere Tag mit musikalischer Untermalung, die manchen gut gefiel, andere hätten aber auch gerne noch 30 Minuten länger geschlafen. Für diese 30 Minuten war allerdings keine Zeit, denn es gab einen Zeltwettbewerb, bei dem das schönste Zelt gewann. Hier hatten alle Teilnehmer*innen 15 Minuten, also bis 8:15 Zeit, um ihr Zelt aufzuräumen und zu dekorieren. Bewertet wurde das ganze von null bis fünf Sternen und es gab natürlich wieder Chips zu gewinnen. Sieger wurde das Zelt „Lauterer“, welche ihr Zelt mit Naturelementen wie Tannenzapfen ausschmückten. Auch sehr beliebt als Dekoration waren die Großfeld Schachfiguren.

Nachdem die Jury, bestehend aus Jannik und Adrian, dann nach dem Frühstück den Sieger bekanntgaben, ging es weiter mit einem Schachvariantenturnier. Hier kamen Atomschach, Räuberschach, Protestschach und viele andere Varianten zum Zug. Tom hätte gerne auch noch die Variante „Horde“ ausprobiert, wofür allerdings zu wenig Bauern vorhanden waren.

Als Belohnung für die vielen Partien wurde mittags von Grillmeister Jörg der Grill angeschmissen und es gab Steaks, Würstchen und auch vegetarische Alternativen. Sehr sportlich ging es mit Fußballschach weiter, was sich als anstrengend herausstellte, da die Sonne fast am höchsten Punkt stand und es keinen Schatten gab. Teamer*innen und Teilnehmer*innen durften sich hier beim Fußball und am Brett gleichzeitig duellieren, wovon es ebenfalls ein Interview gibt.

Zur Abkühlung nach dem anstrengenden, aber doch spaßigen Spiel wurde dann erneut der Pool geöffnet und es gab wieder Freizeit bis zum Abendessen, auf das ein Gesellschaftsspieleabend folgte.

Tag 4: Es gibt Schnitzel?

Tag 4 des Sommercamps begann um 8:30 mit einer Polonaise über den Zeltplatz und einer Macarena-Tanzchoreografie, was dafür sorgte, dass wirklich alle wach waren. Bevor das Frühstück starten konnte, wurde auch noch ein Gruppenfoto von allen Teilnehmer*innen und Teamer*innen gemacht.

Natürlich pünktlich um 10 Uhr startete das Tischtennis-/Tischkickerturnier. Die Teilnehmer*innen wurden in vierer Teams aufgeteilt und mussten jeweils zwei Teilnehmer*innen an den Tischkicker und zwei an die Tischtennisplatten schicken. Hier gaben der Tischkicker und jede Tischtennisplatte jeweils einen Punkt, was ein 3:0 als höchsten Sieg möglich machte.

Um 14 Uhr war die Schnitzeljagd angesetzt, welche von Maya, Jelena und Marco organisiert wurde. Der Start von Toms Gruppe verzögerte sich leider um 20 Minuten, da Marco der Gruppe einen falschen Fragebogen mitgab und dies der Gruppe erst nach einem Kilometer laufen auffiel. (Die Gruppe hätte ohne diesen Zwischenfall natürlich gewonnen) Die Strecke ging durch den Wald, an einem Bach vorbei, bis in ein kleines Dorf namens Dahlenrode, wo eine kleine Picknickstation mit Wasser und Leckereien zur Stärkung bereitstand. Danach ging es auch schon wieder zurück zum Zeltlager, wo anschließend noch ein paar Fragen beantwortet werden mussten.

Da die Schnitzeljagd viel Zeit in Anspruch nahm und alle erschöpft waren, gab es danach Abendessen und einen entspannten Spieleabend.

Tag 5: Teamer*innen oder Teilnehmer*innen?

Der letzte Tag vor der Abreise startete mit einer Runde „Simon says“, welche von vielen Teilnehmer*innen stark gemeistert wurde. (Im Gegensatz zu den Teamer*innen) Auch an diesem Tag kam das sportliche Programm nicht zu kurz. Um 10 Uhr ging die Schacholympiade los. Hier musste die Kinder ihr Können vormittags in Disziplinen wie Eierlauf-Kondiblitz, Taktik-Staffellauf und Wikingerschach unter Beweis stellen. Die Olympiade erstreckte sich über den ganzen Tag und ging nach dem Mittagessen mit Seilspringen, Federball, Boule, Wasserbomben fangen, Löffeltauchen und Speedstacking weiter. Im Anschluss gab es Abendessen und das große „Schlag das Team“-Spiel rückte näher.

Um 20 Uhr startete das Spiel mit einer Runde vier Bahnen im Pool schwimmen, wo die Teilnehmer*innen (mit einem Fehlstart) um eine Handlänge gewannen. Damit stand es 1:0 für die Teilnehmer*innen. Wichtig anzumerken ist hier, dass das erste Spiel einen Punkt gibt, das zweite zwei, das dritte drei, usw. Im zweiten Spiel ging es darum, den Namen von Songs zu erraten. Hier zählte jede Millisekunde, da beide Teams sehr schnell waren. Die Teilnehmer konnten jedoch eine uneinholbare Führung aufbauen, nachdem Tom „Everybody“ von den Backstreet boys fatalerweise mit „I want it that way“ verwechselte. Damit stand es 3:0 für die Teilnehmer. Dafür konnten sich die Teamer*innen beim Großfeld Schachfiguren sammeln und Großfeldblitz mit einem 3:7 wieder in Führung bringen. Auch beim einhändigen Brett aufbauen gewannen die Teamer*innen klar und deutlich, (Man munkelt, die Disziplin gab es bei der DJEM und im Teamer-Team waren zwei Teamer von der DJEM, was das ganze etwas unfair gemacht hat), was die Führung zu einem 3:12 erhöhte. Die Spiele higher lower und Hand and Brain gingen allerdings wieder an die Teilnehmer*innen, was einen Endstand von 19:12 für die Teilnehmer*innen bedeutete. Diese bekamen natürlich wieder Chips dafür.

Tag 6: Abreise

Der Abreisetag verlief reibungslos. Die Zelte wurden schnell leergeräumt und gefegt. Nach dem Frühstück gab es noch eine kleine Feedbackrunde bei der sich die Teilnehmer*innen in einer Reihe aufstellten und dann nach links oder rechts gingen, je nachdem ob ihnen die Umsetzung des angesprochenen Themas gut gefiel oder nicht. Anschließend halfen alle mit den Zeltlagerplatz wieder wie unbenutzt aussehen zu lassen und dann wurden die Teilnehmer*innen auch schon abgeholt.

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