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Nominierung und Auswahlkriterien für Trainer im Nachwuchsbereich

In den vergangenen Jahren gab es oft Nachfragen zur Nominierung von Trainern für die Welt- und Europameisterschaften der Jugend.

Der Bundesnachwuchstrainer alleine kann nicht alle Spielerinnen und Spieler vorbereiten, zumal er in der Regel als Delegationsleiter zahlreiche organisatorische Aufgaben hat.

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, weitere Trainer mitzunehmen, um die Spielerinnen und Spieler bei der Vor- und Nachbereitung der Partien zu unterstützen.

Die Zuständigkeit für den Leistungssport liegt auch im Jugendbereich beim DSB.

Ungeachtet der sportlichen Bedeutung bedeutet die Übernahme eines Traineramtes auch die Übernahme von Verantwortung für die anvertrauten Spieler.

Schaut man sich die Honorarordnung des DSB an, wird schnell klar, dass es sich bei der Teilnahme an einer WM oder EM als Trainer um ein Ehrenamt handelt.

Trotzdem haben wir in den vergangenen Jahren hochkarätige Trainer in den DSB-Delegationen gehabt. Und immer wieder gab es Trainer, die sich bei der Auswahl übergangen gefühlt haben. Schwierig ist oft, dass einzelne Trainer in einem bestimmten Jahr zu einem bestimmten Turnier mitreisen wollen, weil sich eine eigene Schülerin oder ein eigener Schüler qualifiziert hat. Kommt dies in mehreren Fällen vor, kann es leicht passieren, dass sich später ein nichtberücksichtigter Trainer mit Verweis auf einen nominierten Kollegen zurückgesetzt fühlt.

Daraus ergibt sich bereits die erste Grundsatzfrage, ob es überhaupt ein gutes Kriterium ist, auf die Heimtrainereigenschaft bei der Auswahl abzustellen.

Zukünftig wird es eine klare Reihenfolge bei der Nominierung geben:

1. Alle interessierten Trainer bewerben sich mit einer kurzen Begründung per Onlineformular beim Bundesnachwuchstrainer bis zum 20.06.2019

2. Nach Prüfung der Voraussetzungen wird eine Vorschlagsliste für die Kommission Leistungssport erstellt.

3. Die Kommission Leistungssport wird die Trainer in der Sitzung am letzten Juniwochenende auswählen. Die Entscheidung ist unanfechtbar.


Ebenso wird es einige Voraussetzungen geben, die bei der Auswahl der Trainer eine Rolle spielen. Diese findet man zu einem großen Teil bereits seit Jahren auf der DSB-Homepage: www.schachbund.de/auswahlkriterien.html

Bei der Anwendung dieser Kriterien sind folgende Punkte besonders wichtig:
1. Das Vorliegen einer Trainer-Lizenz (A, B oder C) ist zwingende Voraussetzung. Die A-Trainerlizenz bildet dabei den Regelfall. Ebenfalls anerkannt wird der FIDE-Senior-Trainertitel. 

2. Bei zunehmender Spielstärke der Schützlinge wird die Spielstärke des Trainers wichtiger. Bei besonders starken Spielerinnen oder Spielern sollte der Trainer eine für den Wettbewerb passende Spielstärke aufweisen.

3. Von allen Trainern wird erwartet, dass sie ihrer Verantwortung für die anvertrauten Spielerinnen und Spieler zu jedem Zeitpunkt des Turniers gerecht werden. Die Verantwortung für den Schützling endet nicht mit dem Ende der schachlichen Vorbereitung an der Zimmertür. 

4. Der DSB und die DSJ bekennen sich zum Ziel der Prävention sexualisierter Gewalt. Die Trainer müssen in geeigneter Form nachweisen, sich mit diesem Thema beschäftigt zu haben. Von den mitreisenden Trainern wird die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses erwartet.

5. Die Trainer haben Vorbildcharakter für die anvertrauten Spielerinnen und Spieler. DSB und DSJ bekennen sich zum Fairplay und erwarten dies auch von den Trainern.

6. Von allen Trainern wird erwartet, dass sie sich kollegial gegenüber ihren Kollegen und loyal gegenüber dem DSB verhalten. Für ein erfolgreiches Turnier ist es zwingend erforderlich ein gutes Mannschaftsklima auch in Einzelturnieren zu schaffen. Sachliche Kritik und der fachliche Austausch im Nachgang zu einem Turnier sind wichtig und gut. Lästereien hinter dem Rücken der Betroffenen oder polemische Kommentare in sozialen Medien dienen der gemeinsamen Sache nicht. Auch bei seinem Auftreten in den sozialen Medien sollte man sich darüber bewusst sein, dass man Vorbild für die anvertrauten Schützlinge ist.

7. Alle Trainer und Offizielle unterstützen die Anti-Doping-Anstrengungen unter dem Dach des DOSB. Insbesondere der Manipulation mit elektronischen Mitteln im Schach ist präventiv entgegenzutreten

 

 

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