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Die Vollversammlung der Deutschen Sportjugend - Wer, wie, was?

Der neue Vorstand der Deutschen Sportjungend

Vergangenes Wochenende, 26.-28.10. fand in Bremen die Vollversammlung der Deutschen Sportjugend 2018 statt.

Die Deutsche Schachjugend nahm die Einladung an und machte mit Jörg Schulz und Isabel Steimbach als Delegierte ihre drei Stimmen geltend. Die Vollversammlung hatte gesamt ca. 420 Stimmen, verteilt auf etwa 200 Delegierte. (Es dürfen mehrere Stimmen in einer Person gebündelt werden)

Wer kommt zu dieser Vollversammlung?

Es sind alle Spitzenverbände (z.B. Deutsche Schachjugend, Deutsche Tischtennisjugend etc.), Landessportjugenden (z.B. Sportjugend Schleswig-Holstein) und Sportverbände mit besonderen Aufgaben (z.B. der Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) eingeladen.

Die Anzahl der Stimmen bemisst sich nach der Mitgliederstärke der Verbände. Wenn man alle Stimmen wahrnehmen will, muss man mit mehreren Delegierten vertreten sein. Der Verteilungsschlüssel richtet sich vor allem nach der Anzahl von weiblichen und männlichen Jugendlichen im Verband, zudem muss ein Drittel der Delegierten unter 27 Jahre sein.

Wie läuft die Vollversammlung ab?

Die Sitzung war grob in den parlamentarischen Teil und die Workshop Phasen unterteilt. Zudem wurden langjährige Engagierte für ihre Verdienste im Deutschen Jugendsport gewürdigt.

Was passiert?

Der parlamentarische Teil beinhaltete Vorstandswahlen, Haushaltverabschiedung sowie die Abstimmung über Positionspapiere zu den Themen freiwilliges Soziales Jahr und Prävention sexualisiere Gewalt. Auch wurden Ehrengäste zu der Versammlung eingeladen, welche ihre Grußworte an die Delegierten entrichteten.

Die Workshops und Diskussionsrunden gaben einen großartigen Raum für Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Sportarten, Spitzenverbänden und Landessportjugenden, ermöglichten es neue Bekanntschaften zu schließen und alte Freundschaften zu pflegen.

Diese Gelegenheit des Austausches ist jedoch nicht auf die Vollversammlung beschränkt. Ähnliche Workshops und Seminar für junge Interessierte bietet die Deutsche Sportjugend auch regelmäßig außerhalb der Vollversammlung an, wie beispielsweise die Seminarreihen der Juniorbotschafter.

Optionale Angebote und auch der Empfang der Bremer Sportjugend rundeten die Veranstaltung in der freien Hansestadt ab. Wer weitere Eindrücke der Vollversammlung auch von anderen Verbänden gewinnen möchte, kann in den sozialen Netzwerken nach #dsjvv2018 suchen. Die nächste Vollversammlung der Deutschen Sportjugend wird im Jahre 2020 in Wuppertal stattfinden.

Für weitere Inhalte der Vollversammlung nachfolgend die Pressemeldung der Deutschen Sportjugend.

(Isabel Steimbach & Jörg Schulz)

 

 

Vollversammlung der Deutschen Sportjugend richtet Appelle an die Politik

Wie politisch ist der Sport, wie politisch können oder sollen Sportvereine sein? Viele Themen der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (dsj) in Bremen streiften diese Frage. Eine Antwort darauf gab Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. „Der Sport kann Gemeinschaften, Zugehörigkeiten und Identitäten schaffen. Er kann zur lokalen Verortung, ohne die es keine politischen Gemeinschaften geben kann, beitragen“, sagte Krüger in seinem Impulsvortrag vor dem höchsten Gremium der Jugendorganisation im Deutschen Olympischen Sportbund. „Fakt ist, dass Sportvereine eine politische Dimension haben, ob sie wollen oder nicht. Die Frage ist, ob sie sie wahrnehmen.“ Die großen Zahlen und der Stellenwert, den der Sport in unserem Gemeinwesen einnehme, machten deutlich, „wie zentral die Stellung der Aktiven und der Ehrenamtlichen für unsere Demokratie ist“. Krüger stellte heraus: „Sportvereine und -verbände sind wichtige Bausteine der sozialen DNA. Sie stehen im Austausch mit vielen anderen gesellschaftlichen Handlungsfeldern, werden von diesen beeinflusst und wirken selbst in die Gesellschaft hinein.“ Die Frage, wie politisch der Sport sein kann, drehte Krüger um und entgegnete: „Wie unpolitisch darf der Sport sein?“ Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung machte dabei klar: „Rassismus und Homophobie gehören nicht in unsere Gesellschaft, und ich bin froh, dass die Sportjugend hier zu den aktiven Akteuren gehört.“

Der wiedergewählte dsj-Vorsitzende Jan Holze skizzierte bei der Vollversammlung einige Fakten des Sports in Deutschland, bei deren Lösung die Unterstützung der Politik gefordert ist: Dass in Deutschland in den vergangenen 17 Jahren alle vier Tage ein Schwimmbad geschlossen worden ist, dass jedes fünfte Kind übergewichtig ist, dass die Sportanlagen unter dem Sanierungsstau leiden und dass es nicht ausreichend Freiwilligendienstplätze im gemeinnützigen, organisierten Sport für alle daran Interessierten gibt. „Die Freiwilligendienste“, betonte Holze, „sind ein Fundament unseres Sports und können gar nicht genug Unterstützung verlangen.“

Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes Bremen, skizzierte die Lage im Bundesland und stellte eine klare Forderung: „Jedes dritte Mitglied in unserem Landessportbund ist unter 19 Jahre, und jedes zweite Kind ist hier im Sportverein.“ Gleichwohl sei diese positive Situation „kein Selbstläufer. Es bedarf des Umdenkens, um diesen Pfeiler der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, die die Politik schaffen muss.“

Dr. Carsten Sieling, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, erinnerte an die ehrenamtliche Leistung der Engagierten in den Vereinen und bestätigte: „Wenn man einen gut organisierten Sport und seine Leistungen haben will, dann muss man auch politisch dafür etwas tun.“

Klare Bekenntnisse gab die Vollversammlung mit den einstimmigen Beschlüssen zu zwei neuen Positionspapieren ab: Sie unterstreichen zum einen die Forderung an die Politik, die Freiwilligendienste im Sport auszubauen und ihre Finanzierung sicherzustellen, und setzen zum anderen ein Zeichen für die Partner inner- und außerhalb des Sports, beim Thema „Prävention sexualisierter Gewalt im Sport“ mit einer klaren Stimme zu sprechen. Auch hier wird die Politik dringend gebeten, die Aktivitäten zum Kinder- und Jugendschutz zielgerichtet zu unterstützen.

Zwei Neue im Vorstand der Deutschen Sportjugend
Jan Holze bleibt weitere zwei Jahre Vorsitzender der Deutschen Sportjugend (dsj). Der 37-jährige Betriebswirt und Volljurist aus Schwerin wurde bei der dsj-Vollversammlung am Samstag in Bremen einstimmig wiedergewählt. Holze ist seit 2016 Vorsitzender der Jugendorganisation im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), vertritt die Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern und gehört qua Amt dem DOSB-Präsidium an.
Als zweiten Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend bestätigten die Delegierten der 79 Mitgliedsorganisationen den Münchner Benjamin Folkmann (39), der die Deutsche Fußball-Jugend vertritt. Vorstandsmitglied für Finanzen bleibt Stefan Raid (48, Hamburg, Deutsche Basketball-Jugend). Ebenso wiedergewählt wurden die Vorstandsmitglieder Tobias Dollase (45, Berlin, Sportjugend Berlin) und Kirsten Hasenpusch (26, Dortmund, Deutsche Motorsport-Jugend). Neu im dsj-Vorstand sind Luca Wernert (20, Tübingen, Special Olympics) und Christin Wunderlich (29, Halle, Sportjugend Sachsen-Anhalt). Zudem gehört Martin Schönwandt (65, Frankfurt am Main) als dsj-Geschäftsführer zum Vorstand.

Jan Holze dankte für das Vertrauen der Delegierten in den neu gewählten Vorstand und betonte, dass ihm im Jugendsport die Ermöglichung von Engagement, beispielsweise durch den Ausbau der Freiwilligendienste, sowie der Sport als sicherer Ort für Kinder und Jugendliche besonders am Herzen liegen. Wichtig ist für den dsj-Vorsitzenden bei allem der Teamgedanke: „Gemeinsam, über die verschiedenen Jugendorganisationen im Sport hinweg, können wir mehr Schlagkraft entwickeln, um unsere gemeinsamen Zielstellungen zu erreichen.“

DOSB-Präsident Alfons Hörmann würdigte in seiner Rede vor der Vollversammlung die Arbeit der dsj: „Wie die Deutsche Sportjugend aktiv, engagiert und vielschichtig zum Gelingen von Sportdeutschland beiträgt, das macht Mut. Ohne starke Deutsche Sportjugend, kein starker DOSB.“

Neue Veranstaltungsformate
Geprägt wurde die dsj-Vollversammlung auch von zwei neuen Veranstaltungsformaten. Zunächst vom „dsj-Campus“ mit 19 einstündigen Workshops, Diskussionen und Vorträgen, die am Samstagnachmittag in drei Blöcken die gesamte Bandbreite der Arbeitsbereiche und Aufgabenfelder der dsj aufzeigten. „Dieses Format bot den Delegierten die Möglichkeit, einen Teil der Vollversammlung aktiv mitzugestalten und einerseits Anregungen mit nach Hause zu nehmen und andererseits Impulse für die weitere Arbeit der dsj zu geben. Die ersten Reaktionen zeigen großes Interesse an dieser Möglichkeit“, freute sich der dsj-Vorsitzende Jan Holze.

Vor dem zweiten parlamentarischen Teil am Sonntagmorgen bot das neue „dsj-Frühstückscafé“ drei moderierte Gesprächsrunden zu den Themenfeldern „Olympia und Jugend“, „Sport und Politik“ sowie „E-Sport“ mit renommierten Persönlichkeiten. Gesprächspartner waren Willi Lemke, früher Sonderberater des UN-Generalsekretärs, der Kommunikationsspezialist Christian Klaue vom IOC, die künftige dsj-Geschäftsführerin Christina Gassner, der frühere DOSB-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Vesper sowie Thomas Krüger.

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