Le7? Das führt überraschend schnell zu ernsten Problemen. Schwarz sollte 12...Db6 spielen, aber 13.Lf6 Kf8 sieht für einen Menschen nicht besonders attraktiv aus. Der Computer findet die schwarze Position in Ordnung. Das ist nicht offensichtlich, aber die Partiefortsetzung ist im Vergleich klar schlechter.13.Lb5 Ld7 14.Lxc6 Lxc6 15.Df3 Weiß hat jetzt eine sehr starke Initiative. 15...Tf8 16.Lh6 Hier war auch 16.gxh5 Lxg5 17.hxg5 Sxh5 18.De3 möglich, was Weiß einen Monsterspringer garantiert. 16...hxg4 17.Dxg4 Tg8 17...Lf6 Besser war 18.0-0-0 Th8, obwohl 19.Lg5 Weiß wieder einen guten Vorteil gibt. 18.h5 Sehr stark war auch 18.Lxg7 Txg7 19.h5 Jetzt kann es schnell zuende gehen, z.B. nach 19...g5 20.h6 Th7 21.f4 und Weiß siegt im Angriff. 18...gxh5 19.Txh5 Lf6 20.Lxg7 Weiß baut so die tödliche Fesselung in der g-Linie auf. 20...Lxg7 21.Tg5 Df6 22.0-0-0 Kf8 23.f4 Das ist gut genug, aber 23.Tg1! war noch etwas kräftiger. Die weiße Idee ist Tg3-f3, was Schwarz nicht mehr verteidigen kann. 23...Th8
Partie des Tages, 13.06.2019
Oliver Stork - Nikolas Wachinger, DEM U16, 7. Runde
1.d4 Sf6 2.Lf4 Das Londoner System ist bei der DEM sehr beliebt. d5 3.e3 c5 4.c3 Sc6 5.Sd2 e6 6.Sgf3 cxd4 7.exd4 Sh5 8.Le3 Ld6 9.Se5 g6 10.g4 Sg7 11.h4 h5 12.Lg5
24.Tg1 Hier gefällt mir der prophylaktische Zug 24.Dg3! Weiß verhindert so ...Lh6 und steht bereit für Tdg1 im nächsten Zug. 24...Lh6 25.Sg4 Schwarz hat nun keine Antwort mehr. 25...Lxg5 Auf Damenzüge kommt einfach Sxh6 nebst Tg8+. 26.Sxf6 Lxf6 27.f5 Weiß hat Materialvorteil und starken Angriff. 24...Lh6 25.Tg8+? Dieser Zug vergibt den Gewinnvorteil. Weiß sollte 25.Dg3! auch hier spielen. Die Idee ist wieder Sg4 und Schwarz kann jetzt nicht auf g5 schlagen. 25...Lxg5 26.fxg5 Dg7 27.Sxc6 bxc6 28.Dd6+ Kg8 29.g6 Diese Linienöffnung ist entscheidend. 29...Df6 30.gxf7+ Kxf7 31.Sf3 Nun kommt der Springer nach e5 oder es geht anders zuende. 31...Dxf3 32.Dd7+ Kf8 33.Dg7+ Und Weiß bekommt beide Türme. 25...Ke7 26.Txa8 Txa8 27.f5 Le3 Mit 27...Th8 kann Schwarz die Lage ausgleichen. Eine mögliche Variante wäre 28.fxe6 Lxd2+ 29.Kxd2 Df2+ 30.Kc1 Th2 Weiß muss nun Dauerschach geben, um nicht schlechter zu stehen. 28.Tf1 Mit 28.Te1 könnte Weiß noch auf Gewinn spielen. Es ist alledings kein großer objektiver Vorteil mehr vorhanden. 28...exf5 29.Df3 f4 30.Kd1 Weiß möchte Sf1 spielen, um den Bauern zurück zu gewinnen. Seine Position ist immer noch leichter zu spielen als Schwarz. 28...Lb5 29.Th1? Nur 29.Te1 hielt noch das Gleichgewicht. 29...Lg5 30.Sg6+ Kd8 31.Se5 Jetzt droht Sxf7+ und auch Dxg5+ mit Gewinn. 31...Ke7 32.Sg6+ Und es endet Remis durch Stellungswiederholung. 29...Dxf5 30.Dxf5 exf5 31.Th7 Le8 Hier war 31...Tg8! ungeheuer stark, aber die Pointen sind für einen Menschen, insbesondere unter Zeitdruck, kaum zu sehen. 32.Txf7+ Ke6 33.Txb7 Le2! 34.Kc2 Tg2!
Diese Zugfolge ist extrem schwer zu sehen. Schwarz steht nun auf Gewinn, da Weiß die Fesselung auf der zweiten Reihe nicht mehr abschütteln kann. 32.Kc2 Ke6 33.Kd3 Hier war mit 33.Th3 noch ein Ausgleich möglich. 33...f4 34.Sf1 f6 35.Sd3 Weiß bekommt den Bauern zurück. 35...Lg6 36.Sxe3 fxe3 37.Txe3+ und Weiß sollte leicht remis halten. 33...f4 34.Sdf3? Zäher war 34.Sef3, aber angesichts des Partieverlaufs ist es nicht überraschend, dass Weiß hier nicht mehr den besten Widerstand leistet. 34...f6 Jetzt kommt auf einen Springerzug ...Lg6+ mit Turmverlust. 35.Th6 Kf5 36.Th7 fxe5 37.Sxe5 Schwarz hat jetzt eine Figur mehr und verwertet diesen Materialvorteil sicher. 37...Lb5+ 38.Kc2 b6 39.b3 Le2 40.Tf7+ Ke6 41.Th7 f3 42.Sg4 Lf4 43.Tg7 Kf5 44.Sf2 Th8 45.Tf7+ Kg5 46.Tg7+ Kf6 47.Txa7 Lg3 48.Sg4+ Kg5 49.Tg7+ Kf4 50.Sf6 f2 51.Sxd5+ Ke4 52.Sf6+ Kf3 53.Sd5 f1D 54.Tf7+ Ke4 55.Txf1 Lxf1 56.Sxb6 Th2+ 57.Kb1 Ld3+ 58.Ka1 Le1 59.Sa4 Lb5 0-1 Eine tragische Niederlage für Weiß.
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Felix Graf heißt der überlegene Sieger beim Augsburger adh – Open. Der Internationale Meister gewann auch seine letzte Partie gegen Leon Stöver und blieb sonach sechs Runden bei einer hundertprozentigen Punkteausbeute.
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