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Drei Jahre Schach als Fach - Erfahrungen des Gymnasiums Ohlstedt

Am 13. Januar 2017 wurde das Gymnasium Ohlstedt als Deutsche Schachschule ausgezeichnet. Nach dem Motto tue Gutes und Rede darüber, berichtet die Schule aus ihren Erfahrungsschatz mit Schach. Besonders am Gymnasium Ohlstedt ist, dass es an dieser Schule seit 2014 Schach als reguläres Fach gibt (im Wahlpflichtbereich der Klassen 8-10 – erstmalig an einem deutschen Gymnasium) mit Noten und allem was dazu gehört. Franz Reisgis ist als Lehrer am Gymnasium Ohlstedt die treibende Kraft für Schach als Fach. Ende vergangenen Jahres zog er nun das Resumee aus den Änderungen im Schulbetrieb. Seine Erfahrungen, sowie das erarbeitete Curriculum stellt euch Franz Reigis hier zu Verfügung.


Erfahrungsbericht nach drei Jahren Schachunterricht und erste Folgerungen

Vorrede
Dieser Bericht bezieht sich zum einen auf den Schachunterricht am Gymnasium Ohlstedt im Wahlpflichtbereich (Klasse 8-10). Die Schule bietet dieses Fach seit dem Schuljahr 2014/15 als reguläres Schulfach an.
Zum anderen beziehe ich dabei natürlich das für den Unterricht erstellte und ständig erweiterte und für jeden zugängliche Curriculum (https://www.gymnasium-ohlstedt.de/department/schach/) mit ein.
Raumgröße und Anzahl der Kursteilnehmer
Unterrichtet wird in einem „normalen“ Klassenraum, der Platz bietet für 32 Schüler1 (die dann allerdings eng sitzen).
Der Kurs wird im Mittel von 16 Schülern besucht, so dass für die Mitarbeit Richtung Smartboard wie auch für das Spiel mit- und gegeneinander genug Platz vorhanden ist.
Heterogenität des Kurses
Spielstärke
Die Spielstärke der Schüler lag zwischen Elo 900-1500.
Eine Binnendifferenzierung war trotzdem in verschiedenen Varianten möglich:

  •  leistungshomogene Paarungen
  •  heterogene Paarungen, wobei der Stärkere die Aufgabe hatte, den Schwächeren auf mögliche Schwächen und/oder Fehler hinzuweisen
  •  Mattaufgaben (von Matt in 1 bis Vorteil in 2)
  •  Endspielaufgaben verschiedener Schwierigkeitsgrade
  •  gemeinsame Analyse von Stellungsbildern, wobei im Gespräch auch die Schwächeren nach einiger Unterrichtszeit zu brauchbaren Ergebnissen kamen.

Alter und Geschlecht
Da der Kurs für Schüler der 8.-10. Klasse stattfindet, sind die Schüler zwischen 14-17 Jahre alt.
Mädchen wählen den Kurs in der Regel nur, wenn mindestens auch ein anderes Mädchen den Kurs wählt.
In der Regel gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich Mitarbeit und Leistungen.
Ausstattung
3 Demobretter
1 Smartboard
1 Aus Gründen der Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet, welches weibliche wie männliche Personen gleichermaßen einschließt.
20 Bretter
22 Figurensätze
20 Uhren
jede Menge Partienzettel
kleine Schachbibliothek
Zeit
Wöchentlich findet eine Doppelstunde (90 Minuten) statt – vom Stundenplan her in der 7./8. Stunde (14-15:30 Uhr). Da die Schüler vorher durchgehend sechs Unterrichtsstunden hatten, besaßen die Schüler anfangs nicht mehr die volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Das änderte sich meistens, wenn die Schüler von dem jeweiligen Thema und der Aufgabe sich besonders angesprochen fühlten.
Mindestens 30-45 Minuten jeder Doppelstunde waren/sind für die Spielpraxis reserviert. Das alles schränkt natürlich den möglichen Umfang des Theorieunterrichtes ein (aber die Schüler sollen durch den Unterricht unter anderem auch zur lebenslangen Freude am Schachsport/Schachspielen motiviert werden).
Inhalte
Allgemein
Es wurde versucht, das gesamte Spektrum des Schachspielens abzudecken: Taktik, Endspiel, Eröffnung, Spielpsychologie. Lediglich der Bereich Strategie war nur sehr knapp vorhanden.
Schachspezifisch
Taktik:
Die wesentlichen taktische Motive wurde mittels Smartboard + Chessbase + ChessbaseDVDs sowie Arbeitskopien (auf denen die Motive vorgestellt und Beispiele gezeigt wurden; Aufgabenblätter dazu forderten die Schüler zur Umsetzung des Gelernten auf) behandelt.
Eröffnungen:
Nach dem Studium selbst gespielter Partien wurden erste Grundsätze erarbeitet. Diese wurden dann ergänzt und die Spieler aufgefordert, bei den Partien auf diese zu achten.
Ausführlich wurde die Schottische Eröffnung behandelt, da sie etwas aggressiver ist wie die Italienische oder die Spanische Eröffnung, was der Mentalität der jüngeren Schüler geschuldet ist. Die Italienische und die Spanische Eröffnung wurden dann anhand von Papieren, Demobrett und Übungspapieren gelehrt.
Bei allen gelehrten Eröffnungen wurden für die praktischen Übungen dann nur die jeweils etwa ersten 5 Züge vorgegeben, die Schüler wurden aufgefordert, die Partie frei fort zu setzen (jeweils mit Weiß und Schwarz). Die Ergebnisse wurden dann in der Klasse am Demobrett gemeinsam diskutiert. Die Schüler wurden dann aufgefordert, auf der Website von Chessbase Partien mit diesen Eröffnungen nachzuspielen.
Zum Verhältnis von Taktik und Eröffnungen:
Das Erkennen von gelernten taktischen Motiven und ihre Umsetzung wurde bei den Schülern in ihren Partien immer wieder beobachtet (was diesen auch Freude machte).
Eröffnungsfehler führten aber immer wieder dazu, dass die Schüler dann schnell in Nachteil gerieten (was diesen weniger Freude bereitete) – selbst in dem Wissen, dass auch ihren Gegnern dies im Laufe der Eröffnung noch passieren kann.
Deshalb werde ich bei dem jetzt beginnenden zweiten 3-Jahres-Durchgang schon am Anfang einfache Eröffnungsgrundsätze/-prinzipen erarbeiten (lassen).
Strategie:
Da ich für den Könnensbereich der Schüler die Themenfelder Eröffnung, Taktik und Spiel anfangs für wichtiger erachtete, blieb nicht viel Zeit für strategische Themen.
Angesprochen und demonstriert wurden Gute Läufer-Schlechte Läufer, Dominanz, Blockade, Vereinfachung.
Eine für mich wichtig gewordene Frage ist, ob diese Lehrweise für die Schüler nicht überfordernd ist und ihnen zum Teil den Spaß am Spiel nimmt.
Werner Kaufmann bietet da einen anderen Ansatz (www.wernerkaufmabb.ch/?page_id=130):
„Im Schach geht es um drei Sachen:
1. Drohungen ansehen.
2. Alles angreifen.
3. Nichts einstellen.“
Ein in der 15seitigen Darlegung interessanter Ansatz. Ich werde ihn ausprobieren, vergleichen und dann darüber demnächst an dieser Stelle berichten.
Stellungsanalyse/Stellungsbewertung
Für Schüler – auch für die Anfänger – ein interessantes Thema. Nach der einleitenden Frage „Was sehen wir“ kamen immer sehr interessante und fruchtbare Diskussion auf. Weiter wurde nach dem Prinzip der sokratischen Methode (siehe Seite 17) gearbeitet.
Die Schüler entwickelten schnell einige wichtige Punkte der Stellungsbeurteilung. Sie versuchten sich in die jeweilige Seite hineinzudenken und mögliche Pläne zu entdecken.
Meiner Meinung nach eine wichtige Methode für das Schachlernen der Schüler!
Spiel
Ein wesentlicher Teil des Schachlernens ist das konkrete Spiel. Es wurde auch immer wieder von den Schülern gefordert. Am liebsten spielten sie Schnell- oder 5-Minuten-Blitzpartien spielen. Dabei machte ich sie darauf aufmerksam, dass sie so in der Regel keine guten Schachspieler werden – und verweise auf die Weltspitze (die fast alle zuerst sehr gute Langpartie-Spieler waren und sind).
Aus diesem Grunde sorgte ich dafür, dass für Langpartien immer mindestens 30 Minuten der Doppelstunde reserviert waren. Sehr oft mussten Sie die Partien auch auf dem Partiezettel notieren, so dass a) sie diese Partie gemeinsam nachspielen konnten und b) ich die Zettel dann an mich nehmen konnte um sie zu Hause auszuwerten. Diese Auswertung bekamen die Schüler dann kommentiert im gemeinsamen Gespräch zurück.
Bei den schwächeren Schülern war immer wieder zu beobachten, dass sie ihre Partie häufig schon nach 15-20 Minuten (manchmal auch eher) beendet hatten – vor allem, weil einer von Beiden mehr oder weniger katastrophale Fehler gemacht hatte.
Die Schüler wurden von mir mittels verschiedener Methoden angeleitet, sich beim Überlegen mehr Zeit zu nehmen (manchmal legte ich einen Euro neben das Brett für den Sieger – und schon wurde länger nachgedacht).
Turniere
Wir nahmen/nehmen an allen Turnieren teil, die sich im Hamburger Raum für uns anboten (Hamburger Mannschaftsmeisterschaften, Springer-Pokal, Wandsbek-Cup, Rechtes gegen Linkes Alsterufer).
Da die Turnierleistungen der Schüler des Schachunterrichtes auch notenrelevant waren, wurde jeweils bis zuletzt gekämpft (natürlich spielte für die Leistungsbeurteilung die Stärke des Gegners eine Rolle (zum Beispiel konnte sich mein bester Schüler gegen Luis Engels lange behaupten, was natürlich eine sehr gute Note zur Folge hatte).
Zweimal im Jahr (vor den Sommerferien und vor den Weihnachtsferien) veranstalteten/veranstalten wir ein schulinternes Turnier, das dann für alle Schüler der Schüler offen war.

Franz Reigis

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Nach dem heutigen Tag haben die Großen drei Runden, die Kleinen bereits vier Runden absolviert. Nur noch drei der topgesetzten Spielerinnen und Spieler können eine weiße Weste aufweisen: Leopold Franziskus Wagner in der U10, Josefine Heinemann in der U18w und Hagen Poetsch in der U25A. Nun wie immer...

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Im zweiten Teil unserer Serie "Das neue DSB-Präsidium im Interview" stellt sich heute Ralf Chadt-Rausch, stellvertretender Präsident und Vizepräsident Finanzen des DSB, unseren Fragen. Die allgemeinen Fragen und die Fragen die DSJ betreffend antwortete Ralf Chadt-Rausch, dass er und Herbert Bastian...

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Zwischenstand aus Willingen (3)

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Florians Taktikblog (2)

Nach den anspruchsvollen Aufgaben zur ersten Runde fährt Florian den Schwierigkeitsgrad etwas nach unten. Viel Spaß beim Lösen!

 

1. Partie Schwarz am Zug gewinnt

 

2. Partie Weiß am Zug gewinnt

 

3. Partie Weiß am Zug gewinnt

 

4. Partie Schwarz am Zug gewinnt

 

Bisherige Taktikblogs...

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Das neue DSB-Präsidium im Interview. Heute: Präsident Herbert Bastian

Am 16.05.2015 wurde in Halberstadt auf dem DSB-Bundeskongress ein neues DSB-Präsidium gewählt. Dieses besteht aus dem Präsident Herbert Bastian, seinem Stellvertreter und Vizepräsidenten für Finanzen, Ralf Chadt-Rausch, dem Vizepräsidenten Sport, Klaus Deventer, und dem Vizepräsidenten für...

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Zwischenstand aus Willingen (2)

Der erste Tag ist vorbei und damit bereits zwei Runden für alle Spielerinnen und Spieler. Wie immer gab es einige Überraschungen und nicht jede/r konnte dem Favoritendruck gerecht werden. Nun wie immer zu den Altersklassen im Einzelnen:

 

In der U10 konnten die drei topgesetzten Spieler Leopold...

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Florians Taktikblog (1)

1. Partie Wie kann Weiß am Zug großen Vorteil erringen?

 

2. Partie Schwarz am Zug gewinnt - muss vorher aber noch einige Hürden umschiffen...

 

3. Partie Wie gewinnt Weiß am Zug - und wie schmeißt er den Vorteil weg?

 

4. Partie Wie hätte Weiß die Partie gewinnen können? 

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Zwischenstand aus Willingen (1)

Hallo und herzlich Willkommen zum Blog „Zwischenstand aus Willingen“! Hier werden wir regelmäßig auf das Turniergeschehen blicken.

 

Heute Morgen startete um 08:30 Uhr die 1. Runde für alle Altersklassen. Im weiteren Verlauf der Meisterschaft wird es unterschiedliche Zeiten geben, da die U10 und...

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Die Spiele beginnen - mit unseren Liveservices

Pünktlich um 08:30 Uhr fiel der Startschuss für die DEM 2015 - und somit auch für unsere Live-Services für alle Fans zuhause! Die Live-Partien wurden soeben über den Äther geschickt (mit üblichem 15-Minuten-Fairness-Lag); auch die Redaktion unseres neuen Livetickers DEM:on tippt bereits fleißig vor...

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