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Deutsche Ländermeisterschaft mit neuen Rekorden

Eine Woche ist es nun her, dass wir den neuen Deutschen Ländermeister gekürt haben. Zeit, um die Geschehnisse noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die diesjährige Deutsche Ländermeisterschaft brachte einige Neuerungen mit sich. Zum ersten Mal kamen 20 Teams zusammen, um den Deutschen Meister der Länder zu ermitteln. So viele hatte es zuvor noch nie gegeben. Zwar waren nicht alle Landesverbände vertreten, doch schickten vier Schachjugenden zwei Teams in Rennen. Baden stellte bereits in den letzten Jahren zwei Teams. Württemberg, Bayern und Sachsen waren zum ersten Mal mit einer Zweitvertretung dabei.

Ebenfalls neu war der Ausrichter. Wer die letzten Jahre verfolgt hat und bisher immer dachte, dass die DLM grundsätzlich in Kooperation mit der Niedersächsischen Schachjugend in Hannover ausgerichtet wird, der liegt wohl falsch. Nachdem die Bayern die DLM 2012, 2015 und 2016 gewinnen konnten, holten sie die Meisterschaft nun nach Hause. Die frisch renovierte und offiziell vor einer Woche wiedereröffnete Jugendherberge im schönen Würzburg diente als Austragungsort und bot hervorragende Spielbedingungen. Aufgeteilt in zwei Spielsälen fanden alle 20 Mannschaften Platz.

Das Team der Bayerischen Schachjugend um Ulrike Pfadenhauer und Klaus Boese leistete hier hervorragende Arbeit und tat alles, um für ein Gelingen der Meisterschaft zu sorgen.

Ein Heimspiel war es außerdem für unsere Nationalen Spielleiter, Falco Nogatz, der nicht nur im Vorfeld jede Menge Arbeit mit der Organisation hatte, sondern sich auch vor Ort immer wieder blicken ließ.

Dank Helmut Schumacher konnten 64 der 80 Bretter live übertragen werden. Dabei konnten die Partien nicht nur auf der DSJ-Seite, bei Chess24 und Chessbase angeschaut werden, sondern wurden auch bei lichess übertragen. Für einen reibungslosen Turnierablauf sorgten die beiden Schiedsrichter Tobias Göttel und Kristin Wodzinski, die das Turnier gekonnt über die Bühne brachten.

Ebenfalls neu war der prominente Besuch zu Beginn der Meisterschaft. Der Bayerische Innenstaatssekretär und MdL Gerhard Eck eröffnete das Turnier und überbrachte die Grüße vom Bayerischen Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Sechs Teams konnten mit einem DWZ-Schnitt über 2000 in das Turnier starten. Hierbei werden stets die acht besten Spieler zur Berechnung herangezogen, die auch gleichzeitig in der Mannschaft spielen dürfen. Da ein Team immer aus einem U20, U18, U16, U14 und U12 Spieler sowie einer U20w, U16w und U12w Spielerin bestehen muss, wurden die einzelnen Schnitte zu Turnierbeginn händisch berechnet. Es folgten 9 Teams mit einem 1900er Schnitt und letztendlich 5 Teams zwischen 1500 und 1800.

Dass das Feld insgesamt sehr ausgeglichen war, spiegelte sich auch darin wider, dass alle eingesetzten Spieler mit mindestens einem halben erspielten Punkt nach Hause fahren konnten. Jedoch schaffte niemand die volle Ausbeute von 7 aus 7. Matteo Metzdorf aus Rheinland-Pfalz kam immerhin auf 6,5 aus 7 und wurde damit bester Einzelspieler des Turniers.

Mannschaften blieben in diesem Jahr keine ungeschlagen. So gab es bereits in der ersten Runde so manche Überaschung, als sowohl Baden 1 als auch Sachsen 1 gegen die eigene zweite Mannschaft nicht über ein 4-4 hinaus kamen. Württemberg und Bayern blieb dieses Duell (zum Glück?) erspart. Ebenfalls über ein Mannschaftsremis freute sich das Saarland in Runde 4 gegen Mecklenburg-Vorpommern. Und das zu Recht, denn die letzten Mannschaftspunkte lagen schon eine Weile zurück. Dennoch ist es super, dass auch die kleineren Bundesländer in den letzten Jahren immer ein Team zusammen bekommen haben und bei der DLM dabei waren.

Eine Runde vor Schluss waren Niedersachsen, Hessen und Baden 1 mit 9-3 Punkten an der Tabellenspitze gefolgt von Schleswig-Holstein und Thüringen mit 8-4 Punkten. Zu den 5 Teams wurde noch Sachsen-Anhalt hochgelost, die mit 7 Punkten auf Platz 10 lagen.

Hessen setzte sich letztendlich nach über 5 Stunden 5-3 gegen Baden durch und Schleswig-Holstein gewann in der gleichen Höhe gegen Thüringen.

Beim Stand von 4-0 für Niedersachsen war es, wie vor 7 Jahren auch, Fiona Sieber die den entscheidenden halben Punkt zum Mannschaftssieg beisteuerte. Damals noch an Brett 7 von Niedersachsen, einigte sie sich dieses Mal für Sachsen-Anhalt spielend mit Hannes Ewert auf ein Remis, wodurch der Mannschaftssieg der Niedersachsen feststand. So schafften es die Gastgeber der letzten sechs Jahre das erste Mal wieder nach ganz oben auf das Treppchen.

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