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Verleihung des Ehrenamtspreises Goldener Chesso 2016 auf der DEM in Willingen

Gruppenbild

Dieter Hilbig

Wili Hörmann

Eberhard Schabel

Das Ehrenamt ist unbezahlt, aber unbezahlbar! Unter diesem Motto verleiht die Deutsche Schachjugend jährlich den Goldenen Chesso, einen Preis für alle ehrenamtlich Aktiven in deutschen Schachvereinen.

In den Kategorien „Jugend-/Nachwuchsbereich“, „Seele des Vereins“ und „Mädchenschach“ haben wir jeweils die besten Schach-Ehrenamtlichen Deutschlands gesucht und auch gefunden.

Am Donnerstagnachmittag fand nun die Preisverleihung im feierlichen Rahmen der DEM statt. Als Moderatoren führten Jörg Schulz und Malte Ibs durch das Programm. Die Laudationes für die Preisträger übernahm A-Trainer und FIDE-Meister Bernd Rosen.

In diesem Jahr wurden folgende herausragende Ehrenamtliche geehrt:

 

Dieter Hilbig (Jugend-/Nachwuchsbereich)

Dieter Hilbig leitet seit vielen Jahren die Kinder- und Jugendabteilung des ESV Gera in Thüringen. Bereits als Schüler organisierte er in Gera erste Schachzirkel, um auch andere für Schach zu begeistern.

Mittlerweile ist Dieter Hilbig pensioniert und das Schach-Ehrenamt zu seiner Hauptbeschäftigung geworden, die ihn komplett ausfüllt. Unter der Woche trainiert er verschiedene Schachgruppen. Am Wochenende begleitet er die Kinder zu Turnieren und Meisterschaften.

Dieter Hilbig vermittelt den Nachwuchstalenten auch abseits des Schachbretts viele wichtige Eigenschaften, die die Persönlichkeitsentwicklung fördern. Er genießt ein hohes Maß an Vertrauen und sehr viel Respekt. Herzlichen Glückwunsch!

 

Wili Hörmann (Seele des Vereins)

Willi Hörmann ist seit über 50 Jahren Mitglied des SK Marktoberdorf in Bayern, seit knapp 40 Jahren engagiert er sich für die Jugend des Vereins, unter anderem natürlich auch als Jugendleiter.

Außergewöhnlich ist jedoch sein Engagement über das Schachbrett hinaus: Der SK Marktoberdorf beteiligte sich unter anderem an Projekten mit behinderten Menschen, mit Aussiedlern und für die Umwelt. Willi Hörmann organisierte über 30 Ferienfreizeiten und einen Jugendaustausch mit Polen.

Als „Seele des Vereins“ sorgt er für das leibliche Wohl der Mitglieder, spendet seine enormen Fahrtkosten für den Verein und stellt sein Leben komplett in die Dienste des Schachs. Herzlichen Glückwunsch!

 

Eberhard Schabel (Mädchenschach)

Eberhard Schabel ist die treibende Kraft der Mädchenarbeit bei seinem Verein TuRa Harksheide in Schleswig-Holstein, der einen Frauenanteil von 45 % aufweisen kann. Unter dem Motto „Alles kann Mädchenschach“ haben es die Spielerinnen sogar bis in die 1. Frauenbundesliga geschafft.

Seit mehr als 20 Jahren führt Eberhard Schabel über Aktionen wie „Schach auf dem Reiterhof“ junge Mädchen an den Verein heran. Die Mädchen wachsen über die Jahre zu einem echten Team zusammen und entwickeln sich natürlich auch schachlich weiter.

Vorgeschlagen wurde Eberhard Schabel übrigens von seinen Spielerinnen selbst: „Wir schätzen an ihm, dass er uns Vertrauen und Zuversicht in die eigenen Stärken gibt.“ Herzlichen Glückwunsch!

 

Alle drei Geehrten sprachen ein paar kurze Dankesworte zum Publikum. Sie betonten einstimmig, dass ihre erfolgreiche Arbeit nicht ohne die Hilfe vieler anderer Menschen möglich gewesen wäre. „Alleine ist man nichts“, so Willi Hörmann.

Zu diesem Ergebnis kam auch die Podiumsdiskussion zum Thema „Ehrenamt“, die den Rahmen für die Verleihung bildete. Jörg Schulz sprach mit Malte Ibs (1. Vorsitzender der Deutschen Schachjugend) und Fabian Winker (1. Vorsitzender der Schachjugend Schleswig-Holstein) über den Spagat zwischen Pflicht und Spaß.

Für viele Engagierte sind der Spaß und ein tolles Team das Wichtigste am Ehrenamt. Doch jeder Mensch hat andere Motivationsfaktoren, die es herauszufinden gilt. Das kann auch der Wunsch nach Veränderungen sein oder das Gefühl, etwas an die nächste Generation weitergeben zu wollen.

Jungen Ehrenamtlichen fehlen leider manchmal die Möglichkeiten, ihre Ideen zu verwirklichen. Das wirkt natürlich demotivierend. Doch gerade die Anerkennung ist so wichtig, denn Ehrenamtliche stecken oftmals sehr viel Zeit und Energie in ihre Aufgaben.

Malte Ibs veranschaulichte den Zuhören den Unterschied zwischen passiver und aktiver Anerkennung: „Passive Anerkennung bekommen wir als Deutsche Schachjugend beispielsweise auf der DEM, wenn wir in glückliche Gesichter sehen. Aktive Anerkennung dagegen ist, wenn jemand zu uns hinkommt und sagt: Mensch, das habt ihr toll organisiert!“

Unser Goldener Chesso soll genau das bewirken - ein Lob sein, stellvertretend für die vielen Schach-Ehrenamtlichen in Deutschland!

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