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Simultantournee für terre des hommes: Der König ging baden - und auch nicht

Unsere Simultan-Veranstaltung mit GM Michael Bezold im Königsbad Forchheim war ein großer Erfolg. Nicht nur, weil bei dem Benefiz-Projekt Geld für das Kinderhilfswerk "terre des hommes" gesammelt wurde. Auch weil viele Zuschauer an unserem Platz zwischen Innen- und Außenbereich vorbeischlenderten und kiebitzten. Die Spieler hatten an diesem Nachmittag ebenso ihre Freude wie der Großmeister, der ohne Honorar (!) aus München angereist war, und nicht einmal die Reisekosten geltend machte. Dafür haben wir ihn anschließend zum Grillfest in Rainers Garten eingeladen. Aus München hat uns folgende Nachricht Michael Bezolds erreicht: "Ich kann nur sagen, allen hat es super gefallen. Mir hat es sehr großen Spaß gemacht, es waren einige wirklich spannende Partien dabei und einige viel versprechende Talente. Ich hoffe, der Schachclub Forchheim kann auch davon profitieren." Weiter unten gibt es einen Bericht und viele Bilder.

Kurzentschlossen hatte auch unsere Schach-Familie Schubert sich ins kühle Nass und ins heiße Gefecht gestürzt. Während Christian und Veith dem erfahrenen Gegner nicht lange standhalten konnten, spielte Vater Dirk eine blitzsaubere Partie. Erst etwas zurückhaltend, dann einen Bauern einbehaltend, dann die Hand zum Remisangebot hinhaltend. Der Großmeister nahm ohne Zögern an, um diese wohl verlorene Partie abhaken und sich auf die übrigen Bretter konzentrieren zu können. Das gelang bestens, denn nach vier Stunden hatte er nur fünf Unentschieden, davon eines gegen Kristin Braun vom SC Forchheim, zugelassen und alle anderen Partien gewonnen.

Dass auch Hobbyspieler dem Ruf ins Königsbad gefolgt sind, beweisen Norbert Galter aus Nürnberg und Alfred Luft aus Forchheim, der sich sogar zweimal der Herausforderung stellte. Beide Male allerdings durch fehlende Übung und leichte Fehler früh aus der Bahn geworfen wurde. Währenddessen beobachtete Daniel Häckler aus dem Vorstand der Deutschen Schachjugend das Geschehen. Die DSJ als unser Kooperationspartner hat die bundesweite Simultan-Reihe ins Leben gerufen und uns zu einer von nur 15 Standorten in ganz Deutschland gemacht. Als Helfer hatte sich Michael Bezold seinen fünfjährigen Sohn Lukas mitgebracht, mit dem er sich beriet und der ab und an für ihn zog. Vielleicht lag darin ja das Geheimnis des Erfolges?

Zuweilen täuscht die DWZ etwas über die Spielstärke. Lisa Adelhardt hate zwar nur 1030 Punkte, das junge Mädchen vom Schachtreff Röttenbach wehrte sich aber verbissen und war sogar die letzte Spielerin, die Züge machte, als alle übrigen Mitspieler bereits baden gegangen waren. Übrigens nutzte auch Michael Bezold die anschließende Pause, um sich im Schwimmerbecken nebenan abzukühlen. Ebenso unsere Nachwuchsspieler Elias Leisterer, Jonathan Stubmann, Stefan Seitz, Philipp Michel und Philipp Schwab. An dieser Stelle herzlichen Dank an Walter Mirschberger vom städtischen Bäderamt, der für alle Teilnehmer die Eintrittskarten zur Verfügung stellte.

Einige Schachkinder nutzten die Gelegenheit, um neben ihren Vätern zu spielen. So unser Neumitglied Vincent Schostack mit Papa Georg, Nikita Bär mit Vater Konstantin und dem kleinen, erst fünfjährigen Bruder Michael. Der hatte vor kurzem erst einen Anfänger-Schachkurs bei uns besucht und vom Trainer Fabian Justi die Grundlagen erklärt bekommen. Dass er sich auch gleich getraut hat - allen Respekt. Respekt aber auch vor Michael Bezold, der eine sportliche Energieleistung abrief, dabei aber stets fair blieb und den Kleinen am Ende sogar Tips gab, was denn beim nächsten Mal zu tun sei.

Heimlicher Star des Tages, der kurzzeitig von Regenwolken verdunkelt und von kleinen Schauern auch von oben befeuchtet wurde, war allerdings Tino Kornitzky. Der U14-Spieler vom SC 1868 Bamberg schaffte es nicht nur einmal, Michael Bezold ins Remis zu nötigen. Auch im zweiten Durchgang wagte er es - und wiederholte fast sensationell das Ergebnis. Nur einer hätte dem Jugendlichen beinahe die Schau gestohlen: Christoph Roth. Der Kreisliga-Spieler von der SGS Erlangen war ganz kurz davor, den Großmeister untergehen zu lassen. Erst mit einem feinen Endspieltrick erzwang Michael Bezold in wohl verlorener Stellung ein Dauerschach.

Nachdem beim letzten Simultan, das wir aus Anlass der Schach-Olympiade in Dresden 2006 veranstaltet hatten, übrigens mit GM Klaus Bischoff und Melanie Ohme, der CSU-Stadtrat Udo Schönfelder als Lokalpolitiker seine Kenntnisse des Königlichen Spiels unter Beweis gestellt hatte, nahm nun der SPD-Stadtrat Dr. Uwe Kirschstein Platz. Der Oberbürgermeister-Kandidat der letzten Kommunalwahl hat zuletzt mit seinem damaligen Doktorvater an einem Schachwettkampf teilgenommen. Der Professor heißt übrigens Willi Kalender, lehrt Medizinische Physik in Erlangen und ist der Vater unseres früheren Spitzenspielers Benjamin "Benni" Kalender.

 

Udo Güldner

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