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| Schulschachkongress

Großartiger Schulschachkongress in Hannover - 6. Schulschachkongress

Der Schulschachkongress der Deutschen Schachjugend und der Deutschen Schulschachstiftung ist längst etabliert und zieht jeweils im November weit über 100 Lehrerinnen und Lehrer an. Sich austauschen, sich fortbilden, sich gegenseitig aufbauen, neue Trends im Schach und neue Lehrmethoden kennen lernen, das sind die Ziele des Kongresses. Wie sagte eine Teilnehmerin aus Halberstadt: „Als Schachlehrer ist man Einzelkämpfer, dieser Kongress motiviert und baut auf, denn man trifft Gleichgesinnte!“

 

Über 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hannover gereist und auf sie wartete ein buntes, vielseitiges Programm.

 

Traditionell beginnt es am Freitag mit einer Podiumsdiskussion, diesmal unter dem Motto „Was ist mein Beitrag zum Schulschach in Deutschland!“ Vertreter aus Politik, Bildung, Verband und Wirtschaft saßen auf der Bühne und diskutierten lebhaft über dieses Thema.

Für viele wahrscheinlich am spannendsten der Auftritt von Michael Thomsen von der weltweit agierenden Firma Barclaycard. Er verkündete und enthüllte sozusagen exklusiv, dass Barclaycard künftig Schach an der Schule fördern wird und in die Förderung mit einem europaweiten Schulschachturnier einsteigen wird. Dazu mehr wenn ab Dezember die Werbetrommel dafür gerührt wird. Die Förderung von Schach an der Schule als Bildungsaufgabe wird von Barclaycard im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements gefördert. Man darf gespannt sein auf die zu erwartenden Impulse für das Schach in Deutschland.

 

Von der Politik war zu hören, dass die Idee aus Lüneburg, damals war in Anwesenheit von Kasparow vom Kultusminister zugesagt worden, dass an 30 Grundschulen in einem Pilotprojekt Schach als Schulfach eingeführt werden soll, dass diese Idee noch nicht vergessen ist nach dem Regierungswechsel und von der derzeitigen Ministerin demnächst aufgegriffen wird. Auch hier darf man gespannt sein, wie die nächsten Schritte ausfallen werden. Niedersachsen wäre dann nach Thüringen das zweite Bundeland, das offiziell vom Kultusministerium Schach als Schulfach fördert.

 

Der offizielle Kongresstag am Sonnabend begann mit einem Kinderchor der Grundschule Am Sandberg. Er gab das Lied „Schwarz oder Weiß“ von der Musik-CD der DSJ zum Besten. Anschließend wurden die Teilnehmer unter anderem vom Bürgermeister der Landeshauptstand Hannover begrüßt und rein ging es in die drei Workshopreihen.  

 

Die Teilnehmer konnten aus insgesamt 21 Workshops auswählen, wobei immer 7 Workshops zeitgleich angeboten wurden. Das Spektrum reichte von der Organisation einer Schulschachgruppe und Turnieren, über Trainingsmethoden, direktes Training mit Kindergruppen aus Hannover, das dann anschließend im Workshop analysiert wurde, bis hin zum Blick ins benachbarte Ausland. So nahm mit Mats Jacobsen erstmals ein Däne als Referent am Kongress teil. Mats Jacobson ist Geschäftsführer des Dänischen Schulschachverbands, den es gleichberechtigt neben dem Dänischen Schachverband gibt. Zum zweiten Mal dabei der niederländische Schachlehrer Karel van Delft.

 

Auf großes Interesse stießen die neuen Lehrmethoden und Trainingsmaterialien von Harald Niesch und Dr. Dirk Jordan für den Bereich Kindergarten und die ersten beiden Klassen der Grundschulen. Von Magdeburg und Halle aus bewegt sich eine richtige Welle durch Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Schachjugend (Patrick Wiebe) ist das Kinderschachpatent ausgeweitet worden auf Erzieher/innen und Pädagogen für diese Zielgruppe und wird kräftig nachgefragt. 

 

Der Kongress überzeugt aber auch durch sein kommunikatives Konzept. Es wird den Beteiligten viel Raum gegeben, sich auszutauschen, mit einander ins Gespräch zu kommen. Eine gute Möglichkeit bietet der Markt der Möglichkeiten, auf dem professionelle Anbieter aber auch Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Schulen ihre Projekte und Lehrmaterialien vorstellen.

Der zweite gut genutzte kommunikative Raum ist die schachpädagogische Nacht. Bei lecker Essen und einem bunten Programm sitzt man zusammen und kommt mit einander ins Gespräch.

Das Programm reichte von einem Video über das Südafrikaprojekt der Deutschen Schachstiftung, über Songs aus dem Musical Chess, einem Schachtanz und einem Schach-T-Shirt-Wettbewerb. Der Höhepunkt des Abends war dann aber die Schach-Oper „Fang den König“ von und mit Peter Mitschitczek.  


Am Sonntagmorgen trafen sich die Deutschen Schachschulen und solche, die es werden wollen, zum Meinungsaustausch und der Ideenbörse, während nebenan ein Treffen der Schulschachreferenten stattfand. Mit der Jahreshauptversammlung der Deutschen Schulschachstiftung ging ein begeisternder Schulschachkongress zu Ende.

 

Die Organisation des Kongresses lag in den Händen vom Arbeitskreis Schulschach der DSJ unter der Leitung von Kirsten Siebarth und dem Vorstand der Deutschen Schulschachstiftung unter Vorsitz von Walter Rädler. Zum Gelingen des Kongresses

trugen aber auch die vielen Helfer und Organisatoren des örtlichen Ausrichters Schachzentrum Bemerode bei. Sie machten sich vor allem auch verdient um die schachpädagogische Nacht. Ihnen sei an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön zugerufen!

(Jörg Schulz und Walter Rädler)

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