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Sommer & Sonne (-nfinsternis) - das DSJ-Sommercamp 2026

Vorsicht: Das Lesen dieses Erlebnisberichts kann zu Nebenwirkungen wie schmerzender Nostalgie des vergangenen Sommercamps und akuter Vorfreude auf das nächste Sommercamp führen.

 

SONNTAG

Am 9.8. beobachteten Soziologen aus dem südlichen Niedersachsen einen ungewöhnlichen Trend: Die Einwohnerzahl des kleinen Dorfs Dahlenrode wurde fast verdoppelt. Und nun ist der Grund bekannt geworden: Das Sommercamp der Deutschen Schachjugend begann! 
Zunächst wuchs die Dahlenroder Population zur Zeit des Zenits um etwa 15 Erwachsene. Aufgeteilt in Zeltbetreuer, Orgateam und Gesamtleitung stand ein robuster Rahmen für die kommende Campwoche. 
Später wuchs der Zeltplatz um fast hundert Halbwüchsige. Die Teilnehmenden beschäftigten sich zunächst mit anderen Kindern und tauschten sich über das lang ersehnte Sommercamp aus. In den Zelten lag es im wahrsten Sinne des Wortes in den Händen der Teilnehmenden, ihre Luftmatratzen zu füllen. Zu den ersten Aufgaben der Zeltbewohnenden zählte sowohl das Einrichten der Zelte, gestalten der Zeltflagge, als auch ein Rundgang über das gesamte Gelände. Dazu gehörte der viel Vergnügen versprechende Fußballkäfig, der eklatante Essensbereich, das stattlich schimmernde Schachbrett in der nähe des peliepten Pools (sic!) und der weitläufige Wiesenbereich inklusive beiden besonders beeindruckenden (Beach-)Volleyball-Feldern.
Um für das Gemeinschaftsgefühl Gemeinsamkeiten zu finden, wurde am allerersten Abend im Anschluss an das allererste Abendessen angekündigt, sich auf der weitläufigen Wiese zu winden. Statt besonders banalen Begrüßungsspielen begannen die Teilnehmenden mit dem Paderborner Sechs-Mal-Fünf-Bingo und einem Evolutionsspiel. 
Das Bingo bestand aus schachlichem und nichtschachlichem und spektakulären Sportübungen.
Die Teilnehmenden wurden zum Abschluss dieses sagenhaften Sonntags behutsamst von ihren Zeltbetreuenden in ihre Zelte gebracht. 

MONTAG

Der erste totale Tag begann um 7:30 Uhr mit einer freundlich fordernden Frühsport-Animateurin Jana, die die Teilnehmenden schon frühstündlich in Schwung brachte. 
Beim Frühstück wurde wie bei allen anderen Angelegenheiten in den Zeltverbänden gemeinsam gegessen. Die diesjährigen Zeltnamen zeugten von Kreativität der Teilnehmende und Kulanz der Betreuenden. Dieses Jahr dabei waren: “The Rook“, „Adiletten“, „Hier könnte ihre Werbung stehen“, „Five Nights at Diddy’s“, „Benjamins Hütte“, „No Name“, „Team Weiß“, “Die fantastischen Vier”, “Das Kollektiv”, “Die 9 Bauern”, “Zelt 9” und “die sieben Schachfreunde”. 
Ab jetzt konnten die Teilnehmenden jeden Morgen und jeden Nachmittag zwischen 3-4 Angeboten auswählen.
Als erste Aktivitäten des Montagmorgens bahnten sich bedeutende Angebote an: 
Beim Volleyball wurden erst grundlegende Übungen im Grundkurs von Karo und Rona mit richtigem Pritschen und Baggern beigebracht. Als Kreativangebot wurde die faaaahrbliche Gestaltung Freundebuchcover zu einem bunt bemalten Deckblatt angeboten. (Falls Sie, liebe Eltern sich fraaahgen, was es mit “Faaaah” auf sich hat, fraaahgen sie ihr Kind, andere Leser:innen müssten kreativer sein, um es in Erfahrung zu bringen) 
Beim Ü-Schach wurden während der gerade passierenden Partien wild-willkürliche Regeln eingerufen, die das Schachspiel spannender machten. Beispielsweise wurden zwischenzeitlich schwarze zu weißen Springern und weiße zu schwarzen Springern. Falls ihr euch für mehr verwirrende Varianten im Schach interessiert, fragt Finn. Klingt wie eine Webseite, die Tim programmieren könnte. Moment mal.. die gibt es schon?
Als Nachmittagsprogramm wurde das 50-Fragen-Spiel als Ausdauerspiel angeboten. Dabei wurden viele Fragezettel auf dem gesamten Gelände verteilt, die am Haupthaus beantwortet werden konnten. Aus Baden-Baden inspiriert wurde ein Freestyle-Tandem-Turnier veranstaltet. Das Nonplusultra der Schachvariantenkombination erfreute sich einer Vielzahl an Teilnehmenden. 
Am nunmehr nicht allerersten Abend folgten dem Vorsitzenden Finn viele vergnügte Teilnehmende, die zum besonderen Bingoabend zum Haupthaus herbeistürmten.
Danach wurde zum Abschluss des Tages wurde bei der Disco im Sportpalast alkoholfrei ausgeschenkt und gemütlich getanzt.
Andere Teilnehmende nutzten die Gunst der Stunde und spielten im Sportpalast Tischtennis, tobten auf der Wiese oder spielten Tandem an den frei verfügbaren Brettern. Ebenfalls etabliert waren seit der Startstunde die Ins-Bett-Geh-Zeiten. Nach den tollen, aber teils anstrengenden Aktivitäten ist ein regenerativer Schlaf unabdingbar. 

DIENSTAG

Der Dienstag startete um 7:30 Uhr mit dem Lied „Guten Morgen, Sonnenschein“. Nana Mouskouris Stimme weckte die Kinder durch eine große Musikbox, die von Zelt zu Zelt getragen wurde.
Karo leitete das beliebte Schach-Yoga an, bei dem sowohl Betreuende als auch Teilnehmende an Schachfiguren angelegte Yoga-Posen nachstellten. Besonders beliebt war der Turm: Von der Standwaage das hintere Bein nach vorne ziehen und sich aufrichten. Die Stimmung am Dienstagmorgen war also mega gut und die Teilnehmenden wach. 
Am Dienstagvormittag wurden gleich drei Aktivitäten angeboten. 66 Teilnehmende entschieden sich für Capture The Flag. Vor dem Programm war eincremen angesagt, denn die Sonne strahlte in dieser Woche noch stärker als die Teilnehmenden. 
Manche andere Kinder waren kreativ und bastelten Namensbänder für Teamer, die sich sehr freuten.
Auch die Bügelperlen wurden vielseitig verwendet: Winnie Pooh, Gans und eine persönliche Liebesbekundung wurden aus den Perlen produziert.
Bei Hand and Brain haben Teilnehmende und Prüflinge der Schachtrainerprüfung sich zusammengetan, um in Zweierteams sich aufzuteilen: Das „Brain“ 
sagt eine Figur an und die „Hand“ zieht eine der Figuren dieser Art, wobei es in dem Plan des Brains und der Ausführung der Hand zu Abweichungen kommen kann. Dadurch entstanden viele lustige Partien. 
Die letzten Prüflinge der Schachtrainerprüfung haben ihre Trainings über Eröffnungsregeln und dem Läuferopfer auf h7. gegeben. Gleichzeitig spielten andere Unterwasserschach: Im Pool wurden schwere Bretter versenkt, auf denen magnetische Figuren hielten. Bei den Laufspielen wurde unter Anderem Vier Gewinnt gespielt. Dabei waren die Teilnehmenden jedoch nicht nacheinander am Zug, sondern das Team, welches am schnellsten wieder beim XXL Vier Gewinnt Spiel war. Nebenbei wurde noch frei Tischtennis, Basketball, Airhockey und Tischkicker gespielt
Nach dem Abendessen, als es langsam dunkel wurde haben sich die Teilnehmer in Gruppen auf die Nachtwanderung begeben, wobei es viel Spaß, aber auch Begegnungen mit Chessy und gruseligen Morphs (karierte Schachbrettmonster)  gab.
Wer sich weniger gruseln wollte, konnte sein schachliches Können beim Simultan gegen Volker Bub auf die Probe stellen. 

MITTWOCH

Der Mittwochmorgen begann mit Eiseskälte (11 Grad) und einer Polonaise:
Am Vormittag spielte jedes Zelt für sich um Bronze, Silber und Gold bei der Olympiade.. Aufgaben waren beispielsweise, einen Ball möglichst schnell durch das Team wandern zu lassen, mit Platten einen “Fluss” zu überqueren und bei einem Merkspiel möglichst viele Begriffe als Gruppe abzurufen. 
Während beim Niedrigseilgarten die Teilnehmenden sich im Wald angeleitet vergnügten, wurde im Sportpalast getanzt. Leonhard und Elisabeth, auch als “die Kinskys” bekannt, steckten mit großem Enthusiasmus zu Linedances wie Macarena und aus der Tanzschule Astrid Löschen “Sing Halleluja” und “Clap Snap” zahlreiche Kinder an.
Außerdem wurde Blitzschach gespielt und gemalt.
Das Highlight des Tages bildete das gemeinsame Spazieren vom durchgängig von hohen Bäumen umgebenen Zeltplatz weg, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Am Mittwochabend wurde die Sonne vom Mond zu 90 % bedeckt. Finn teilte für das Event auf der grünen Blumenwiese unweit vom Zeltplatz die Brillen aus. So konnten alle Kinder an dem weltbewegenden Ereignis teilhaben. Die Gemeinschaft gab gute Bilder her. Sowohl aus der Brillensicht als auch aus der Perspektive, die auf die Brille tragenden Personen fokussierte. Es war angenehm zu sehen, wie die Kinder offline ein einzigartiges episches Event gemeinsam verfolgten. Doch das wahre Highlight schloss sich dem astronomischen Event an. Auf dem Heimweg liefen wir über eine Brücke, die über eine Autobahn ragte. Man stelle sich vor, etwa 120 Menschen stehen dort und winken den Autos und Lastkraftwagen. Diese wiederum grüßen mittels Lichthupe und Tonhupe zurück.  Dieses Gefühl ist schwer in Worte zu fassen. Wie man so schön sagt: Man muss dabei gewesen sein. 
Im Nachhinein wurde Beachvolleyball am Abend als großes Highlight genannt.

DONNERSTAG

Der Donnerstag bot eine weitere Dreierkombi: Schach - Körpersport - Basteln. Beim Geländeschach spielten die Teilnehmenden auf der weitläufigen Wiese naturnah Schach. Im Fußballturnier kickten die Teilnehmenden in zwei Altersklassen. Gespielt wurde im Fußballkäfig und auf der Wiese. Im Haupthaus fand der Origami-Workshop mit Elisabeth statt. Sie hat mit den Kindern zusammen gefaltet, ohne sie dabei zusammenzufalten.
Am Nachmittag wählten die Teilnehmenden zwischen dem jährlich beliebten Tandemturnier, dem kreativen Erstellen von Buttons und einem sportlichen Programmpunkt:  ⁠Ultimate Frisbee x Discgolf. Dabei spielten wir zunächst in einem dafür angelegten Feld auf der Wiese in Kleingruppen Ultimate Frisbee.
Bei Discgolf nutzten wir einen Zielständer, den die Teilnehmenden aus großer Entfernung mit ihren Frisbeescheiben anvisierten. In der zweiten Runde vergrößerten wir die Distanz. 
Am Donnerstagabend grillten die Teamer für die Teilnehmenden und sich. Als der Geruch von veganen Würstchen, Wurst mit Fleisch und verschiedenen Salaten noch in der Luft hing, begannen wir eine Premiere beim DSJ Sommercamp: Pimp Your Teamer. Die Teilnehmenden hatten 30 Minuten Zeit, um ihren Zeltbetreuenden „mächtig Drip zu verpassen“. Dabei kam die Mischung aus Kinderschminke und kreativen Outfits nicht zu kurz. Unter anderem sahen wir Benjamin als Michael Jackson, der Billie Jean performte, Karo als Talahon/Talahina des Frankfurter Hauptbahnhofs, die in den Pool sprang, Leonhard als Donald Trump, Namita als Vaiana, Laurenz als Tung Tung Tung Sahur und Ole als Liverpool Fan.
Eine weitere Premiere fand direkt im Anschluss statt: Eine Modenschau. Während der ersten Tage sammelte sich ein Fundus an Klamotten auf der Fundbürobank. Diese Klamotten wurden von Leonhard und Elisabeth unter aller Augen in der Dunkelheit mit Taschenlampen beleuchtet erfolgreich präsentiert. Jegliche Überbekleidung wurde sofort von den Teilnehmenden wiedererkannt. Die Modenschau war alles in allem ein voller Erfolg. 
Mit den wiedergefundenen Kleidungsstücken schliefen die Teilnehmenden ein vorletztes Mal in ihren Zelten ein. 

FREITAG

Am letzten ganzen Tag begann um 7:30 Uhr mit dem aufstehen ein angekündigter Zeltwettbewerb. Die schönsten, saubersten und ordentlichsten Zelte wurden ausgezeichnet. 
Beim Turniersimultan spielten die Teilnehmenden gleichzeitig gegeneinander und liefen von Brett zu Brett.
Andere nahmen den Weg in die Dahlenroder City an der großen Shopping Mall vorbei auf sich, um im imposanten Pool zu planschen. Wer auf der Stolle blieb und nicht Schach spielte, bemalte ein weißes T-Shirt. Die Ergebnisse lassen sich sehen:
Die letzten Nachmittagsaktivitäten wurden von den Teilnehmenden gewählt. Jeder hatte zwei Stimmen, um eine Lieblingsaktivität ein zweites Mal herbeizuwählen. Also wurde ein weiteres Blitzturnier, ein weiteres Fußball- und ein weiteres Tischtennisturnier abgehalten. Die kreativen Köpfe diesen Jahres ließen Jana ein letztes Mal Bügelperlen bügeln. 
Zum Schluss wurde eine große Säuberungsaktion aufgerufen. 
Ein letztes Mal rief Finn zum Bingospielen auf. Und ein finales Tandemturnier bildete den schachlichen Schluss des Sommercamps. 

SAMSTAG (ABREISETAG)

Nach dem letzten Aufstehen des diesjährigen Camps frühstückten alle Teilnehmenden ein letztes Mal mit allen Zeltbetreuenden, dem Orgateam und der Gesamtleitung. Jedem Teilnehmenden gelang es, die Schlafsäcke und Luftmatratzen einzusammeln. Die Zelte wurden besenrein hinterlassen. 
Unter Tränen und mit Händen im Gesicht verabschiedeten sich die Teilnehmenden untereinander und von den Zeltbetreuenden. Auch wenn natürlich niemand so richtig gehen wollte, sind einige in die Autos ihrer Eltern und andere in die Shuttles Richtung Hauptbahnhof Göttingen gefahren. Dort blieb bis zum Schluss ein Betreuer, um jeden Teilnehmenden in den Zug zu bringen. Da bei einigen noch Pufferzeit eingeplant war, saßen wir draußen im Eingangsbereich und genossen die letzten Minuten der Gemeinschaft. Die am meisten gestellte Frage war: Und, bist du nächstes Jahr wieder dabei, wenn wir über 150 Teilnehmende werden? 
Also meldet euch jetzt schon für das nächste Sommercamp an! 

DANKSAGUNG

Ein besonderer Dank gilt dem Team, das beim Sommercamp leitete, organisierte und betreute. Das diesjährige Team, was besonders nah an den Teilnehmenden wirkte, waren die zwölf plus zwei zahmem Zeltbetreuer Bastian Schmitt, Benjamin Mayer, Bente Zöllner, Bruno Schulz, Eliano Riebe, Ivan Jankesevic, Jana Kallenberg, Laurenz Preißner,  Leonhard Kinsky, Namita Schulten, Ole Tolkmitt, Tim Uhlmann, Torben Breitschuh und Severina Reinhardt. 
Das Team der Organisation, was für alle Angebote und Aktivitäten hauptverantwortlich war, bestand aus: Anja Yüksel, Bastian Schmitt, Elisabeth Kinsky, Finn Petersen, Karoline Gröschel, Jana Kallenberg, Rona Klahold und Tobias Brunner.  
Den sprichwörtlichen Hut auf und das Mikrofon in der Hand hatte die Gesamtleitung, bestehend aus Marco Stegner und Luca Wilmink.
Wir freuen uns auf nächstes Jahr:D
Du auch?

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