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Unser Schachspiel - mehr als nur Schwarz und Weiß !!! - Schachjugend NRW und Schachbund NRW rocken zum siebten Mal die Spielemesse

Vom 18. bis 21. Oktober 2012 fand die 30. Auflage der Internationalen Spieletage (kurz: SPIEL) in den Messehallen in Essen statt. Wieder haben sich fast 150.000 Besucher auf den Weg gemacht und gespielt. Zum bereits siebten Mal war auch die Schachorganisation mitten im Geschehen dabei und zeigte eindrucksvoll wie bunt Schach sein kann. Schachjugend NRW und Schachbund NRW waren mit knapp 20 zumeist jugendlichen Helferinnen und Helfern vor Ort, um über das Jahrhunderte alte Spiel, die Möglichkeiten des Schulschachs und über die Schachvereine zu informieren.

 

Der diesjährige Messestand bot eine gute Mischung aus Schachvariationen, unterschiedlichen Zugängen zum Schachspiel und dem normalen Schachspiel, wobei letzteres durch bunte Schachfiguren auch relativiert werden muss.

 

Die SPIEL bietet jedes Jahr ein Sammelsurium an Schachvariationen, die entweder neu vorgestellt werden oder bereits einen Stammplatz auf der Messe haben. So hatten Shuuro oder RaindropChess in diesem Jahr zwar keinen eigenen Messestand, konnten aber trotzdem am Schachstand gespielt werden. Zudem war der Erfinder von RaindropChess, Jozias Hillenkamp,  an einem Tag zu Gast und konnte sich davon überzeugen, wie das bereits im Nachbarland Niederlande beliebte Spiel, den Besuchern in Essen gefiel.

 

Neben ihm besuchte übrigens ein weiterer Erfinder den Stand und stellte sein Spiel vor. Dr. Dirk Jordan war extra vom Ramada Cup angereist, um sein Spiel “Chess - More than a Game” vorzustellen. Bei diesem Brettspiel machen sich zwei bis acht Mitspieler auf die Reise durch Europa und beantworten Fragen rund um das Schachspiel. Die Fragen umfassen verschiedene Themengebiete (z. B. Regelkunde, Eröffnungen, Kurioses) und haben vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, so dass auch der spielstarke Vater mit seiner Tochter spielen kann, die soeben erst mit Schach begonnen hat. Das Spielmaterial ist schön gestaltet und wird sicher unter vielen Weihnachtsbäumen zu finden sein.

 

Neu auf der Messe waren auch TicTac Chec und Solitaire Chess. Beide Spiele sind für kleines Geld erhältlich und schulen das schachliche Verständnis.

Beim Tic Tac Chess spielen zwei Spieler gegeneinander und müssen ihre vier Schachfiguren (je ein Bauer, Läufer, Springer und Turm) in eine Reihe bringen. Dabei ist das 4x4-Schachbrett zu Anfang leer. Die Spieler stellen abwechselnd ihre Figuren aufs Spielfeld. Hat ein Spieler mindestens drei Figuren auf dem Feld, so kann er alternativ eine dieser Figur (wie im richtigen Schach) ziehen. Schlägt er dabei eine gegnerische Figur, so wandert diese zurück zum Gegner und kann von diesem wieder ins Spiel gebracht werden. Gewonnen hat derjenige, der zuerst seine Figuren senkrecht, waagerecht oder diagonal in eine Reihe manövriert hat.

Das aus der ThinkFun-Palette stammende Solitaire Chess wird hingegen von einem Spieler gespielt. Der Spieler baut auf einem 4x4-Schachbrett eine von 60 Stellungen auf und muss anschließend die richtige Zugreihenfolge finden, um mit jedem Zug eine Figur zu schlagen, so dass am Ende nur noch eine Figur übrig ist. Diese Knobelei macht bei den Kindern und Jugendlichen mächtig Spaß und kann beim Jugendtraining hilfreich sein, wenn die Trainingsgruppe ungerad-zahlig ist. Die ersten Aufgaben werden von Anfängern sehr schnell gelöst, die Schwierigkeit nimmt jedoch schnell zu.

 

Eine weitere Knobelei bot in diesem Jahr auch der Frust8tor, der vor einigen Jahren bereits als Prototyp von der Schachjugend NRW getestet werden durfte. Nun hat der Entwickler eine neue Version auf dem Markt gebracht. Das Knobelprinzip ist das Gleiche: Acht farbige Punkte sind auf dem Spielfeld zu verteilen, ohne dass sie in der gleichen Reihe, Spalte oder auf der gleichen Diagonale stehen.

 

Von weit, weit weg kam ein weiterer Spielerfinder, Danny O'Neill, der die Schachvariation WarlordChess aus den Vereinigten Staaten ins Ruhrgebiet brachte. Hier spielen zwei bis vier Spieler miteinander oder gegeneinander auf einem besonderen Schachbrett mit jeweils einem Satz Schachfiguren, um möglichst viele gegnerische Figuren zu schlagen. Das Schachbrett enthält einige “Geheimgänge” und “Multiplikatoren-Felder”, die aus den unterschiedlichen Figuren mächtige Figuren machen können. Dank des Umstandes, dass bunte Schachfiguren nirgends in Europa verkauft werden können und dass eben jener Danny O'Neill die bunten Figuren mitbrachte und verkaufte, waren die Figuren am Samstag auf der Messe “leider” ausverkauft.

 

Neben den bunten Schachfiguren war die Ultraschach-Ecke der Hingucker des Messestandes. Nicht nur, dass sich von morgens bis abends an einem Brett zwei Spieler ein Duell im Ein-Minuten-Blitz lieferten (insgesamt 791 Partien), es gab in diesem Jahr zusätzlich die Möglichkeit dank Brainwave- und Necomimi-Headsets die Gedanken(-ströme) der Spieler zu visualisieren. Beide Headsets basieren auf der Messung der Gehirnströme. Während das Brainwave-Headset die Daten an einem Computer übermittelt und dort darstellt, so sieht man bereits am Wackeln der Necomimi-Ohren wie entspannt oder konzentriert der jeweilige Spieler ist. Bei zukünftigen Veranstaltungen der Schachjugend NRW können die Headsets selbst ausprobiert werden.

 

Neben diesen Schachvariationen und dem gewöhnlichen Schach gab es am Messestand eine Bastelecke, wo die ganz kleinen Besucher Schachfiguren und Ansteckbuttons basteln konnten, ein etwas größeres Schachbrett, das u. a. als Duellierplatz der beiden Superhelden Mario und Luigi diente und eine Computerecke, in der Fritz&Fertig gespielt werden konnte. Hier zeigte sich, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen von den liebevoll gestalteten Episoden über Prinz Fritz und seiner Cousine Bianca begeistert waren.

 

Das exklusive Schach-rockt-Sofa der Schachjugend NRW, liebevoll Sofi genannt, war der Mittelpunkt für die Informationsecke, in der gute Gespräche mit Eltern, Schachspielern, Fachbesuchern und Lehrern geführt wurden. So wurde hier u. a. die Schachgöttin Caissa persönlich oder der Erfinder von Fritz&Fertig, Björn Lengwenus willkommen geheißen. Sofi diente jedoch auch als einfache Sitzgelegenheit für so manche Fußballschach-Partie und gewöhnliche Schachpartie.

 

Nach vier anstrengenden Tagen gingen die 30. Internationalen Spieletage zu Ende - doch wie heißt es so schön: Nach der SPIEL ist vor der SPIEL... und so wurden bereits erste Ideen für den nächsten Messeauftritt von der Schachjugend NRW entwickelt. Die nächsten Internationen Spieletage finden vom 24. bis 27. Oktober 2013 statt.

 

(Armin Hesse)

 

 

Links

RaindropChess (www.raindropchess.de)

Shuuro (http://www.riverhorse.eu/shuuro)

WarlordChess (http://www.warlordchess.com/)

Chess-More than a Game (http://www.loogicus.de/chess.html)

SolitärChess (http://www.thinkfun.com/solitairechess)

TicTac Chec (http://www.dreamgreen.org/products/tic-tac-chec)

Frustr8tor (http://www.frustr8tor.nl/DUI/index.html)

Brainwave (http://www.home-of-attention.com)

Necomimi (http://www.necomimi.de/de/)

Fritz&Fertig (www.chessbase.de)

Schachbund NRW (www.schach-nrw.de)

Schachjugend NRW (www.schach-rockt.de)

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