Zum Hauptinhalt springen
 
| Schulschachkongress

Vielfältiges Bekenntnis zum Schulschach - 4. Schulschachkongress

Am Wochenende 11.-13. November kamen in Ettlingen über 120 Lehrerinnen, Lehrer und Übungsleiter in Ettlingen zusammen um sich über das Schulschach in Deutschland auszutauschen und an 21 Workshops zum Schulschach teilzunehmen.

Es begann mit einem sehr schönen zufälligen Zusammentreffen zweier Ereignisse, das die Bandbreite der Verbandsarbeit zeigte. Der DSB-Präsident Herbert Bastian reiste zur Podiumsdiskussion, mit der traditionell der Schulschachkongress beginnt, mit der begeisternden Botschaft an, dass Deutschland gerade Mannschaftseuropameister geworden war, und zugleich traf er auf über 120 Personen, die sich mit viel Engagement in den Schulen tagtäglich darum bemühen, Schach zu verbreiten, Kinder und Jugendliche für Schach zu begeistern, Schach im Schulalltag zu platzieren.

Der DSB-Präsident hatte aber auch für die Arbeit der Kongressteilnehmer positive Signale nach Ettlingen mitgebracht. Die Podiumsdiskussion drehte sich um die Frage, ob sich der Deutsche Schachbund und die Deutsche Schachjugend verstärkt dafür einsetzen sollen, dass Schach ein Schulfach wird. Beispiele dafür gibt es, verstreut über ganz Deutschland, unterdessen viele. Wenn es an Schulen dazu gekommen ist, dass Schach als reguläres Schulfach mit und ohne Noten angeboten wird, dann ist dies aber auf Eigeninitiativen von einzelnen Schulen, Direktoren oder Lehrern zurückzuführen, wie dies die beiden Diskussionsteilnehmer Monika Küsel-Pelz – Direktorin der Grundschule Genslerstraße in Hamburg – und Bernd Mallmann – Schulschachreferent in Rheinland-Pfalz und Lehrer an einer Gesamtschule in Trier – aufzeigten. In Hamburg belegt jeder Grundschüler das Schulfach Schach. In Trier kann Schach als benotetes Wahlpflichtfach gewählt werden, nachdem das Kultusministerium in Rheinland-Pfalz den Lehrerplan für Schach an Gesamtschulen offiziell genehmigt hat.

Wie in Hamburg wird auch an mehreren anderen Grundschulen Schach als Schulfach gelehrt. Und so verwundert es nicht, dass Monika Küsel-Pelz stellvertretend für diese Schulen den Wunsch an DSB und DSJ vorbrachte, dass sie sich flächendeckend für Schach als Schulfach einsetzen sollten. Und natürlich schloss sich Bernd Mallmann diesem Wunsch an.

Klar gemacht wurden von den Lehrern in der Podiumsdiskussion, dass sie dabei der Gedanke an eine Mitgliedersteigerung beim Verband nicht antreibt sondern ihr Bildungsauftrag gegenüber den Schülern, bei dessen Umsetzung Schach eine wichtige Hilfestellung bieten kann. Die für Schach gewonnenen Schüler in die Vereine zu bekommen, diese Aufgabe müssen Verband und Vereine schon selber lösen, zum Beispiel durch eine stärkere Vernetzung, wie es Herbert Bastian vorschwebt.

Kirsten Siebarth – Schulschachreferentin der DSJ und Vorsitzende des AK Schulschach - und Herbert Bastian nahmen den Auftrag gerne an, sind sich aber dessen bewusst, dass es sich um ein langfristiges Ziel handelt, denn wenn Schach als Schulfach eingeführt werden soll, dann müssen zum Beispiel zuvor die Fragen nach der flächendeckenden Schachausbildung der Lehrkräfte beantwortet werden. Das Schulschachpatent I und II mit seinen über 2.500 vergebenen Patenten kann da nur ein Mosaikstein wenn auch ein großer sein. Man müsste eigentlich in die universitäre Pädagogenausbildung eindringen.

Wenn man Schach als Schulfach einführen möchte, kommt man auch um die Beantwortung der Frage nach einer Benotung nicht umhin. Und in der Frage unterschieden sich die Meinungen auf der Podiumsbühne doch recht deutlich von einander.  

Herbert Bastian und auch der Präsident des Badischen Schachverbandes Fritz Meier stärkten den Kongressteilnehmern den Rücken, in dem sie sich hinter deren Arbeit stellten und die Bedeutung für das organisierte Schach herausstrichen. Herbert Bastian brachte sogar die Idee einer eigenständigen Säule Schulschach neben Leistungsschach und Breitenschach ins Gespräch.

Die Unterstützung der Schulschacharbeit unterstrichen der Badische Verband und die Badische Schachjugend sehr deutlich dadurch, dass sie sich intensiv bei der Deutschen Schulschachstiftung und der DSJ um die Ausrichtung des Kongresses beworben hatten, um mit dem Kongress im eigenen Land dem Schulschach einen neuen Schub zu geben.

Dass sie dabei auch in der Politik auf offene Ohren stoßen werden, machte der Staatssekretär des Kultusministeriums von Baden-Württemberg Frank Mantrup deutlich, der sich für eine verstärkte Integration von Schach in den Schulalltag aussprach und zugleich versprach, sich verschiedene Schulschach- und Kindergartenprojekte persönlich anzuschauen. Ein Ziel der Schachverbände in Baden und Württemberg muss es jetzt zum Beispiel sein, Schach in die Lehrerfortbildungsinstitute in Baden-Württemberg zu bekommen.

Dies oder auch die Umsetzung der Schachstudie Trier in den Ländern zeigt deutlich, was Herbert Bastian mehrmals betonte, zu Erfolgen kommen wir alle nur, wenn die verschiedenen Ebenen zusammenarbeiten. Der AK Schulschach und die Deutsche Schachjugend können die Vorlagen für die Länderebenen geben und tun dies reichlich, die Vorlagen verwerten müssen im föderalen Bildungssystem aber die Länder selbst!   

Auf dem eigentlichen Kongress konnten die Teilnehmer aus 21 Workshops ihren ganz persönlichen Ausbildungsplan erstellen und zudem konnten sie verschiedene Unterrichtsmaterialien anschauen und ausprobieren auf dem Markt der Möglichkeiten, auf dem viele Schulen ihre Schulschacharbeit präsentierten.

Das Angebot in den Workshops umfasste die Vorstellung von Unterrichtsmaterialien, die Präsentation von Lehrmethoden, die Präsentation von ausgewählten Schachschulen in Deutschland, Fragen der Organisation von Schulschach bis hin zu Kindergartenprojekten und der Thematik Schule/Verein. Die Auswahl war vielfältig und bot allen die gewünschten Themen.

Und wer neue Ideen erhalten hatte und die dazu gehörenden Materialien gleich mit nach Hause nehmen wollte, der konnte am Stand der Schulschachstiftung den Einkauf direkt vornehmen. Und das taten die Kongressteilnehmer reichlich.

So fand zum Beispiel der Methodenkoffer der Deutschen Schachjugend viele neue Benutzer. Denn mit ihm und den darin enthalten 30 Methoden lässt sich ein abwechslungsreicher und kindgerechter Schachunterricht problemlos anbieten.

Der Methodenkoffer, der nun schon in zweiter Auflage angeboten wird, fand in Garry Kasparow, dem ehemaligen Weltmeister, einen neuen prominenten Fan. Am Freitagvormittag vor Kongressbeginn traf sich eine Abordnung von DSB und DSJ (Prof. Robert von Weizsäcker, Kirsten Siebarth, Walter Rädker) in München mit Garry Kasparow. Arrangiert und organisiert hatte dies der bekannte Schachjournalist Stefan Löffler, der derzeit sehr stark im Schulschach in Wien engagiert ist.

Garry Kasparow hat zusammen mit der Europäischen Schachunion eine europaweite Initiative zur Förderung des Schulschachs gestartet. Wie sich in München herausstellte, liegen er und unsere Vertreter mit ihrer Vorstellung von Schulschach sehr nahe, denn beide sehen im Schulschach eine eigenständige Bedeutung und kein verkapptes Vereinsschach, wie dies in vielen osteuropäischen Ländern der Fall ist.

Als Kirsten Siebarth ihm dann den Methodenkoffer zeigte, war er sehr beeindruckt und ließ sich im Detail die einzelnen Lehrmethoden vorstellen. Er bat zugleich um Zusendung des Methodenkoffers, um ihn in seine Kampagne für das Schulschach einzubinden, so wie schon die Trierer Schulschachuntersuchung Eingang in seine Präsentation gefunden hat.

Abgerundet wurde der Kongress am Samstagabend durch eine stimmungsvolle Schachpädagogische Nacht mit einem herausragenden Buffet und einem regionalen Kulturprogramm. Zum Abendessen spielte die Jazz-Combo des Max-Planck-Gymnasiums Karlsruhe und am späteren Abend unterhielt Werner Puschner, Lehrer an der Bertha-von-Suttner-Schule, die Gäste mit feinsinnigen, humorvollen, selbstverfassten Texten. Begleitet wurde er von seiner Tochter mit klassischer Musik am Flügel.

Organisiert wurde die Schachpädagogische Nacht wie der gesamte Schulschachkongress vom Schachklub Ettlingen mit Thomas Weber an der Spitze. Um ihn herum sorgten sich gut 20 Vereinsmitglieder, Mütter und Väter der Vereinsjugend um die Kongressteilnehmer. Sie sorgten für die Verpflegung und einen reibungslosen Ablauf. Von wegen es gibt kein ehrenamtliches Engagement mehr. Der SK Ettlingen beweis eindrucksvoll, dass es dies sehr wohl noch gibt. Vielen herzlichen Dank dafür!

Ein weiterer Dank geht an den Badischen Schachverband, die Badische Schachjugend und ChessBase für die Unterstützung des Schulschachkongresses in Ettlingen.

Der nächste Schulschachkongress, dies am Ende des Berichtes noch mitgeteilt, findet in Dormund / Nordrhein-Westfalen vom 09.-11.11.2012 statt.

 

(Jörg Schulz für den AK Schulschach)

| Ausbildung, Schulschach, Startseite

Erfolgreiche Fortbildung zum Schulschachpatent in der Burse Kempen

Am 25. und 26. September 2026 verwandelte sich die historische Burse in Kempen in ein Zentrum des Schulschachs.

weiterlesen
| TOP Meldung, Auszeichnung, Qualitätssiegel, Startseite

Think Rochade – SC HRO ist TOP Schachverein Kinder- und Jugendschach 2026-2028

Siegelverleihung erfolgte während der Landesvereinsmeisterschaften U10 und im Schnellschach am vergangenen Wochenende in Rostock

 

weiterlesen
| Nachrichten, Startseite

TINCON vor dem Aus?

Wir blicken zurück auf 1 Jahr Zusammenarbeit mit der TINCON. 

Das erste Mal bei einer TINCON vertreten war die DSJ im Jahr 2025 in Hamburg. Seitdem folgten weitere Messen in Dresden, Köln und Berlin . Was damals noch als einfacher Messe Mitmachstand startete entwickelte sich schnell zu einer guten...

weiterlesen
| Nachrichten, TOP Meldung, Startseite

TINCON 2026 in Hamburg – Ein voller Erfolg

Mit dem heutigen Tage geht die TINCON 2026 in Hamburg zu Ende. Die Deutsche Schachjugend war mit einem Stand zum Schach spielen im Wow-Space vertreten. Es war bereits der fünfte Auftritt der DSJ bei der TINCON. Alles begann 2025 mit dem ersten Auftritt ebenfalls in Hamburg, es folgten Dresden, Köln...

weiterlesen
| Verband, Startseite, Bekanntmachungen, TOP Meldung

Sommersitzung bringt neue Gesichter in den Vorstand ...

... und wer ist der eigentlich der treffsicherste Bogenschütze?

weiterlesen
| TOP Meldung, Mädchenschach, Mädchen- und Frauenschachkongress, Startseite

Mädchenschachkongress im neuen Format - Anmeldeschluss verlängert!

Restplätze zu vergeben!

weiterlesen
| Startseite, TOP Meldung, DVM 2026

DVM 2026: Fristen, Formular für Freiplatzanträge

Freiplatzanträge können bis zum 28. September gestellt werden. Auch die weiteren Fristen wurden festgelegt.

weiterlesen
| TOP Meldung, Startseite, Jugendarbeit

Sommer & Sonne (-nfinsternis) - das DSJ-Sommercamp 2026

Vorsicht: Das Lesen dieses Erlebnisberichts kann zu Nebenwirkungen wie schmerzender Nostalgie des vergangenen Sommercamps und akuter Vorfreude auf das nächste Sommercamp führen.

 

weiterlesen
| Vereinshilfe, BFD/FSJ, Startseite

Neue Erfahrungen, neue Herausforderungen, neues Selbstvertrauen: Yuliias BFD-Jahr

Im Interview erzählt Yuliia, welche Herausforderungen sie gemeistert hat, welche Seminare sie besonders begeistert haben und wie ihr das BFD geholfen hat, sicherer in der deutschen Sprache und im Umgang mit anderen zu werden.

weiterlesen
| TOP Meldung, Ausbildung, Kinderschach, Startseite

Kinderschachpatent: Kinder für Schach begeistern - Jetzt noch anmelden!

Seminar in Augsburg | 13.–15. November 2026

weiterlesen