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Jugend-WM 18.-29.07.2005 in Belfort (Ende), Bernd Vökler

In den letzten hektischen Tagen musste die Berichterstattung leider hinten anstehen, Entschuldigung dafür! Die deutschen Starter bei der WM hofften quasi bis zuletzt auf eine Medaille.

 

Falko Bindrich verabschiedete sich leider in Runde 9 aus diesem Kreis. Er lehnte selbstbewusst ein Angebot der Punkteteilung ab und spielte auf Gold. Wie in der Vergangenheit häufiger zu sehen, scheitern solche Attacken meist. In der Endabrechnung belegte er Platz 9.

 

Unser „heißestes“ Eisen, Elena Winkelmann musste in Runde 10 die Überlegenheit der neuen Weltmeisterin Tairova anerkennen. Da flossen selbst bei der kecken Dresdnerin die Tränen. Der phänomenale Schlusssieg brachte sie noch auf Platz 5, unser bestes Resultat.

 

In Runde 11 bestand nur noch die theoretische Chance, dass Anna Endress ihre georgische Gegnerin besiegt und bei günstigem Verlauf die Bronzemedaille schnappt. Ein starkes Remis verbunden mit Platz 10, mehr war wirklich nicht drin. Anna sollte sowieso den Preis für die längste Aufenthaltsdauer am Brett bekommen. In der Doppelrunde nach dem Ruhetag bewältigte sie über 160 Züge bei 30 Grad und ganz schön Lärm!

 

Ganz besonders aufmerksam hat offensichtlich Katja Jussupow ihrem Vater zugehört, als dieser von seinem Juniorenweltmeistertitel U20 erzählte. Er musste 4 aus 4 machen und gewann dadurch. Katja machte 4,5 Punkte aus den letzten 5 Runden und kam immerhin auch noch auf Platz 8 Glückwunsch! Noch besser machte es der Amerikaner Lendermann. Der Junge in der u16 gewann die letzten sechs! Partien und wurde neuer Champion!

 

Positiv überraschten außerdem Ilja Brener (Platz 12), Sarah Hoolt (15) und Niclas Huschenbeth (18). Was gibt es sonst noch zu berichten!? 35 deutsche Starter liefern natürlich 35 Geschichten, 385 Partien, x-tausend Züge ; aber die kann ich hier nicht alle extra beleuchten.

 

Lob und Respekt besonders für die jüngsten Starter. Xiangliang Xu startete sehr gut, aber nach 5 aus 8 waren die Kräfte des Siebenjährigen verbraucht und 3 Niederlagen Kennzeichen der nachlassenden Kondition.

 

Katrin Schmitt, Oliver Zier, Filiz Osmanodja und Sebastian Kaphle (alle U10) kämpften und spielten wacker durch. Ihre Turnierhärte wurde bei diesen Temperaturen voll abgefragt.

 

Bedanken möchte ich mich bei den Trainern vor Ort. Ihrem Einsatz und Engagement sind diese Platzierungen auch zu danken. Bedanken möchte ich mich bei den mitreisenden Eltern für ihr finanzielles Engagement, ihre tröstenden und aufbauenden Worte und ihre konstruktive Mitarbeit im Sinne der deutschen Delegation und des Leistungsgedankens. Bedanken möchte ich mich bei unseren beiden “Franzosen“. Bert Hollmann und Axel Fritz haben ihren Job als Delegationsleiter ausgezeichnet erledigt. Nicht vergessen möchte ich den Dank an Spanien und Griechenland für die WM der vergangenen Jahre! Seit 1998 funktioniert das Konzept eines zentralen Komplexes der Ausrichtung, meist am Meer, tadellos. Vielen Dank an die FIDE für den Mut, die Meisterschaft nach Frankreich ins Landesinnere zu vergeben! Die Hälfte aller Länder fuhr jeden Tag mehr als 2 Stunden mit dem Bus. Essen im Spielkomplex kostet noch mal 2 Stunden. Warten auf den Bus kostet eine Stunde. Alles zusammen kostet Zeit, Kraft und Energie. Das ist eine nüchterne Bestandsaufnahme. In den Zeiten, wo viele Nationen um Spitzenplätze kämpfen und in Konkurrenz treten, wo alle deutschen Starter mit Dutzenden Partien im Chessbase zu finden sind und überall Spitzentrainer arbeiten, können wir solche zusätzlichen Wettbewerbsnachteile nicht kompensieren!

 

Bernd Vökler

Belfort, den 29.07.2005

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