SV "Glück auf" Rüdersdorf

Es ist ein ungewöhnliches Bild, wenn sich unsere Mädchen gemeinsam auf Achterbahnen und Karussells tummeln und dabei eine 30cm lange Zuckerstange im Mund haben. Denn dies ist nur einmal im Jahr der Fall, wenn uns das Speller Mädchenturnier ins Emsland lockt und wir den Sams- tag vor dem eintägigen Turnier nutzen, um einen Schritt über die deutsche Grenze in den Freizeitpark nach Slaghaaren zu setzen, der sich bei den Spielerinnen des SV „Glück auf“ Rüdersdorf e.V. größter Beliebtheit erfreut.

 

Bei der Mädchenfahrt steht vor allem der Spaß im Vordergrund, auch wenn sich hin und wieder der ein oder andere Trainer in den Geschäften des Freizeitparks verirrt. Das gemeinsame Wochenende fördert den Zusammenhalt, die Mädchen lernen sich besser kennen und werden für ihre großen und kleinen Erfolge belohnt. Der erfolgreiche Mädchenschachbereich des SV „Glück auf“ Rüdersdorf e.V. gehört mit seinen zahlreichen Titeln zweifelsfrei zu den Aushängerschildern unserer Abteilung. Denn über die Jahre haben wir es geschafft, durch intensive Arbeit in Schulschach-AGs eine große Zahl weiblicher Spielerinnen für uns zu gewinnen. Momentan betreuen wir im Rahmen der Schacholympiade 15 Partnerschulen – und überall sind die Girls „am Brett“ mit Eifer und Freude dabei. Natürlich ist dies nicht immer einfach, denn gerade in jungen Jahren wollen Freundinnen alles gemeinsam machen und wenn die eine dann keine Lust mehr auf Schach hat, dann fehlen der Trainingsgruppe plötzlich vier Mädchen, die jetzt lieber reiten oder tanzen. Wir versuchen also eine Gruppendynamik aufzubauen und sie entweder untereinander oder gegen andere Mädchen aus anderen Vereinen bzw. Schulen spielen zu lassen, damit sie diese kennen lernen und auf folgenden Turnieren dann wieder treffen können.

 

 

Deswegen ist es für uns sehr wichtig, gerade die Mädchen zielgerichtet zu motivieren und ihnen unter anderem im Rahmen von Mädchenschachwochenenden die Möglichkeit zu geben, leistungsorientiert zu trainieren, denn der Erfolg hat immer noch die größte Anziehungskraft. Aber natürlich darf der Spaß nicht zu kurz kommen, deshalb bieten solche Wochenenden eine gute Kombination aus Training und gemeinsamer Freizeit.

 

Das Schach ist nach wie vor eine Männerdomäne und gerade als Trainerinnen – zur Zeit verfügen wir über vier C-Trainerinnen – bilden Frauen häufig eine große Ausnahme, was es den Mädchen teilweise schwer macht, Vertrauen zum Trainer aufzubauen. Deswegen versuchen wir, unsere Spielerinnen sowohl beim Training als auch bei der Begleitung zu Wettkämpfen so gut es geht mit einzubinden, damit die jungen Schachspielerinnen spüren, dass auch Frauen bei uns spielen und sie kennen lernen.

 

Außerdem ist die Vorbildwirkung erwachsener Spielerinnen nicht zu verachten. Ich kann mich selbst noch daran erinnern, wie mich mein Trainer bei meiner ersten Landeseinzelmeisterschaft immer dazu anhielt, unsere großen Mädels doch mal beim Spielen zu beobachten und es machte mich unheimlich stolz, als ich von ihnen gefragt wurde, ob ich denn gewonnen hätte. Leider musste ich bei diesem Turnier viele Niederlagen einstecken, dennoch war ich beim nächsten Mal wieder dabei, weil ich genauso erfolgreich und gut spielen wollte wie unsere großen Mädchen.

 

Aber auch im Rahmen unserer Leitungstätigkeit sind wir „Mädels“ am Drücker. Von neun Funktionen innerhalb der erweiterten Abteilungsleitung befinden sich sechs in unseren Händen. Hier kann dann so richtig die „Frauen-Power“ wirken.