DLM in Verden/Aller (29.09. bis 03.10.2007)

Eindrücke von der DLM. Ganz Oben: Die Siegermannschaft, Niedersachsen I.

Die Niedersächsische Schachjugend lud zur diesjährigen Deutschen Ländermeisterschaft der Jugend in die Reiterstadt Verden ein. Die Jugendherberge hat sich ja schon bei zahlreichen bezirks-, Landes- und Bundesturnieren gut bewiesen. Im Vorfeld gab es leider die erwarteten Absagen von Bremen, Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Leider meldeten aber auch die großen Länder Bayern und Sachsen kein Team. Kurzfristig zerschlug sich durch Ausfälle auch das Team von Sachsen-Anhalt, so dass zu elft gespielt wurde. Dabei hatten Jan Salzmann (Ausrichter) und ich (DLM-Referent) auf mehr Resonanz gehofft.

 

Am Freitag standen vor allem Formalitäten an, insb. Die Wahl eines Turnierschiedsgerichtes. Doch dies vorweg: Es lief alles sehr harmonisch und so gab es nur eine knifflige Situation. Das Gremium musste nie tagen . Ein herzlichen Dank für die Bereitschaft geht an Roeberg, Johanssen und Laubsch sowie Plitzko und Rittemann. Mit der endgültigen Mannschaftsmeldung am Freitag Abend waren die Favoriten klar: Württemberg war an der Spitze gesetzt (das Los ergab dann ein Auswärtsspiel zum Auftakt). Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollten die zu erwartenden Konkurrenten im Titelkampf sein.

 

Samstag früh gab es denn auch die Favoritensiege. Erster Tabellenführer wurde aber Mecklenburg-Vorpommern durch sein 8:0 kl. Bzw. spielerisch Baden mit einem 6,5.1,5 gegen Saarland, die aber mit neun Stunden Anreisedauer auch die späteste Ankunft hatten. Bereits am Nachmittag ging es weiter. Gespielt wurden übrigens Partien mit maximal fünf Stunden Dauer. Der Modus ließ sich an der DGT-Uhr gut einstellen, wobei diese sogar von der JH gestellt wurden. Welche JH kann schon 40 Digital-Uhren und Bretter plus Figuren vorweisen? Niedersachsen gelang mit 7,5:0,5 ein Kantersieg und damit der Sprung an die Spitze. Württemberg und NRW konnten aber mithalten und ebenfalls den 2. Sieg einfahren. Abends beim Blitzen gab es einen Durchmarsch. Christian Seel (NRW) gewann alle 7 Partien. Michael Schenderowitsch (5,0) und Matthias Dann (4,5), beide aus Rheinland-Pfalz belegten die Plätze. Ebenfalls 4,5 Punkte holten Julian Geske (HES), Daniel Gölz (RLP), Oliver Uwira (HES) und Paul Grewening (SAA).

 

Am Sonntag Morgen stand dann das erste Spitzenduell an und es sollte spannend werden. Erst mit der letzten Partie fiel die Entscheidung. Saskia Zikeli gewann und sicherte Württemberg den knappen 4,5:3,5-Erfolg. Niedersachsen musste lange um den Sieg bangen, setzte sich dann aber doch mit 4,5:3,5 gegen Rheinland-Pfalz durch. Danach hieß es erst einmal Daumen drücken und mitfiebern. Auf dem Flachbildschirm gab es das Finale der Fußball-WM der Frauen zu sehen. Und die Deutschen sollten mit 2:0 die Oberhand behalten. Danach hieß es Kegeln fahren, selbst Fußball spielen (Bolzplatz gegenüber), Schwimmbad (Verwell schräg gegenüber), Kino oder Verden erkunden. Jeder nach seiner Lust.

 

Der Montag sollte dann wie erwartet der Tag der Vorentscheidungen werden. Württemberg ging gegen Niedersachsen zwar 2:0 in Führung, doch die schlugen konzentriert zurück und glichen zum 2:2 aus. Am Ende eines engen Kampfes sicherte dann Stephan Kaphle mit seinem Remis den 4,5:3,5-Erfolg für Niedersachsen I. Parallel dazu trennten sich Niedersachsen II und Baden 4:4. Niedersachsen schlug also Baden-Württemberg hauchdünn. NRW mühte sich zu einem 4,5:3,5 gegen Hessen. Tollen Kampfgeist bewies Mecklenburg-Vorpommern, die gegen Hamburg trotz 1:4-Rückstand noch einen Mannschaftspunkt holten!

Am Nachmittag galt es für NRW gegen Niedersachsen um die letzte Chance zu kämpfen und mit zwei Siegen fing es auch gut an. Doch erneut konnte Niedersachsen zum 2:2 ausgleichen. Nun war wieder Nervenstärke und das Quentchen Glück gefragt. Diese bewies am Ende Nikolas Nüsken. Am Spitzenbrett holte er den Punkt zum 4,5:3,5-Erfolg. Der Ausrichter hatte damit nun alle Trümpfe selbst in der Hand. Württemberg wahrte mit seinem 5,5:2,5 gegen des Ausrichters Zweite seine Verfolgerrolle.

Am nächsten Morgen hoffte Württemberg auf Baden und es wurde auch eng. Doch wie sollte es anders sein, Niedersachsen I setzte sich erneut 4,5:3,5 durch. Württemberg und NRW blieben mit ihren 6:2-Punkten weiter auf Pokalkurs. Im Kellerduell setzte sich nach Kampf Mecklenburg 4,5:3,5 gegen Saarland durch. Nachmittags hieß es dann wieder freies Programm oder Ausflug nach Bremen. Die meisten Ausflügler zogen die Bremer City vor, doch manche verschlug es ins Überseemuseum. Und ich kann nur schreiben, ein Besuch des Museums lohnt! Das Abendessen in Grillform kam klasse an. Dank an die Grillchefs, Jan Salzmann und Jan Krensing.

 

Am Schlusstag erwarte man nun den lockeren Triumph von Niedersachsen I und man holte auch schnell die nötigen 4,0 Brettpunkte. Doch Hamburg bewies Moral und kämpfte sich heran. Freilich „nur“ bis zum 3,5:4,5. Welches Ergebnis sonst? Der Ausrichter gewann damit 5x in folge 4,5:3,5! Den zweiten Platz konnte sich Württemberg verdient sichern. NRW wiederum musste um den dritten Platz bangen, doch am Ende hieß es doch 5:3 gegen Rheinland-Pfalz. Noch dazu vergab Baden den lange Zeit zu erwartenden Sieg. Thüringen dachte wohl, die Hoffnung stirbt zuletzt und behielt recht. Trotz 2:3 und keiner besseren Stellung wurde gefightet und bei knapper werdender Zeit kamen die Punkte zum 4,5:3,5. Mecklenburg-Vorpommern kämpfte gegen Niedersachsen II auch tapfer, doch am Ende vergebens.

 

Die Siegerehrung wurde dann von Jan Salzmann (Vorsitzender SJ Niedersachsen), Michael Langer (Vorsitzender SB Niedersachsen) und Patrick Wiebe (DSJ-Vorsitzender) durchgeführt. Im Bericht möchte ich die Brettbesten erwähnen:

Brett 1: Raiko Siebarth (Thüringen) 5,5
Brett 2: Matthias Dann (Rheinland-Pfalz) 5,5
Brett 3: Mark Sergin (Hessen) 6,0
Brett 4: Semjon Seemann, Manuel Günnigmann (Niedersachsen I bzw. II) 5,5
Brett 5: Sebastian Kaphle, Till Schreiner (Niedersachsen I bzw. II) 5,5
Brett 6: Tobias Müller (Hamburg) 5,5
Brett 7: Patrick Marquardt (Württemberg) 6,5
Brett 8: Daniela Schäfer, Svenja Bluhm (Württemberg bzw. Hessen) 6,0

Die ELO-Auswertung bringt voraussichtlich den Spielern von Niedersachsen II das größte Plus. Jeweils mindestens „einen Punkt zu viel nach ELO“ holten Stephan Bradler (Niedersachsen II), Dennis Kaczmarczyk (Baden), Marc Sergin, Lysan Stemmler (Mecklenburg-Vorpommern), Timo Holloway (Niedersachsen II), Raiko Siebarth, Semjon Seemann, Matthias Dann, Slavik Sarchisov (Baden) und Manuel Günnigmann. Aussagefähiger sind im Jugendbereich aber natürgemäß die DWZ. Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen II holten hier das größte Plus. Die größten positiven Abweichungen („mind. 1,5 Punkte zu viel“) hatten nach DWZ Lysan Stemmler, Manuel Günnigmann, Kevin Schreiber (Mecklenburg-Vorpommern) und Patrick Marquardt.

 

Nähere Infos gibt es auf der DSJ-Seite, aber vor allem auf der immer top-aktuell gepflegten (Dank an Marcel Jünemann) Sonder-Homepage des Ausrichters www.dlm2007.de Dort gibt es alles zum Turnier, Tabellen, Paarungen, Berichte, Fotos und natürlich alle Partien (Dank an das tolle Team Reinhold Goldau, Jan Krensing). Für das nächste Jahr (oder 2009) gibt es von Mecklenburg-Vorpommern das Interesse in Rostock oder Schwerin auszurichten; dann selbstverständlich ohne zweiten freien Nachmittag, denn der letzte Tag wird dann reiner Abreisetag sein. Als Termin ist wieder die Zeit um den Tag der Deutschen Einheit gedacht. Wenn man immer einen Feiertag mitnutzt, dann braucht man nur zwei Tage Urlaub bzw. Schulbefreiung . Ggf. kommt 2008 aber auch noch einmal Dresden parallel zur Schach-Olympiade in Betracht!?

 

Als letztes eine Bitte an alle Landesschachjugenden, die heuer gefehlt haben: Unter welchen Rahmenbedingungen könnt Ihr Euch eine Rückkehr vorstellen? Gegenüber früher ja Kosten deutlich gesenkt: Teams verkleinert (von sechs plus vier auf acht), ggf. nur ein statt zwei Betreuer nötig und ein Spieltag weniger. Verspricht eine weitere Verjüngung (u10 statt u20, Zweiter u12 statt u18) mehr Teilnehmer, wie es z.B. Thüringen anregt? Für diese Altersklassen gibt es ja eher Landeskader, aber z.B. ELO-Auswertung dann schwieriger. Die Länder entscheiden über DLM!

 

Norbert Lukas (NSR und DLM-Referent)

Ausschreibung

Die Ausschreibung der DLM als pdf

 

Ergänzung zur Ausschreibung: Stichtag

Stichtag für die Spielberechtigung ist der 15.07.2007. Spätere Eintritte in den Landesverband müssen durch eine vorläufige Spielgenehmigung nachgewiesen werden.

Jacob Roggon, Nationaler Spielleiter