Grundsatzkonzept der DSJ

Die Deutsche Schachjugend ist die Jugendorganisation des Deutschen Schachbundes. Sie hat die Aufgabe, sich um die Pflege des Schachsportes zu kümmern und für die Verbreitung des Schachspiels bei Kindern und Jugendlichen zu sorgen.

Die Schachjugend ist Teil der deutschen Sportbewegung und Mitglied der Deutschen Sportjugend. Dadurch verpflichtet sie sich zu den Grundsätzen des deutschen Sports.

Die DSJ setzt in ihrer Arbeit folgende Schwerpunkte: die schachsportliche Jugendarbeit, die schachsportübergreifende Jugendarbeit und das Schulschach.

 

I. Schachsportliche Jugendarbeit

Die schachsportliche Arbeit besteht aus dem Spielbetrieb und dem Leistungssport.

Der Spielbetrieb wird auf allen Organisationsstufen des Jugendschachs angeboten und ist die Klammer für die Kinder und Jugendlichen über die Vereine, die Landesschachjugenden bis zur Deutschen Schachjugend. Die Leistungssportarbeit wird hingegen hauptsächlich in den Vereinen und den Landesschachjugenden als wichtige Vorstufe der Leistungssportarbeit des Deutschen Schachbundes betrieben. Mit ihr wird gezielt ein kleiner Ausschnitt des gesamten Jugendspektrums der Deutschen Schachjugend angesprochen. Diese Arbeit hat eine große Ausstrahlung auf Jugendliche außerhalb und innerhalb der Deutschen Schachjugend.

Mit den Angeboten des Spielbetriebes werden die Kinder und Jugendlichen über die Vereine und die Ebenen der Landesschachjugenden motiviert, sich unter Wettbewerbsbedingungen im Schachsport zu messen. Dabei soll der Spielbetrieb auf unterer Organisationsebene so regelfrei wie möglich angeboten werden, um den Jugendlichen die Teilnahme unbürokratisch zu ermöglichen. Auf den höheren Organisationsebenen lässt sich jedoch eine stärkere Reglementierung nicht vermeiden.

Das Meisterschaftssystem der Deutschen Schachjugend bildet den Einstieg in den Leistungssport. Die Meisterschaften für die jüngeren Altersgruppen führen die Jugendlichen an den Wettkampfsport heran und dienen der Talentsichtung und Talentfindung. Sie werden daher auch mit großen Starterfeldern gespielt. Bei den älteren Altersklassen hingegen werden die Teilnehmerfelder kleiner und die Meisterschaften leistungsorientierter.

Dieser Aufbau gilt sowohl für den weiblichen als auch für den männlichen Bereich. Dabei ist die Deutsche Schachjugend bestrebt, Mädchen und Jungen gleichermaßen zu fördern und sie möglichst früh an den Schachsport heranzuführen.

Die Länder bilden mit ihren Meisterschaften und ihrer Kaderförderung den unverzichtbaren Unterbau für den Spielbetrieb und für den Leistungssportbereich des Deutschen Schachbundes. Getreu dem föderativen Grundgedanken der Bundesrepublik Deutschland haben die Landesverbände die Möglichkeit der individuellen Ausgestaltung des Spielbetriebes. Das Ausnutzen dieser Möglichkeiten durch die Länder stärkt das Jugendschach in Deutschland durch eine Vielfalt der Spielformen.

Die Deutsche Schachjugend verpflichtet sich aufgrund ihrer Verantwortung gegenüber den Jugendlichen zum dopingfreien Sport.

 

II. Schachsportübergreifende Jugendarbeit

Kinder und Jugendliche finden den Zugang zum Schachsport aus unterschiedlichen Motiven. Sie suchen die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten, die geistige Herausforderung durch das Schachspiel, die Herausforderung durch den Wettkampf.

Die Vereine haben die Aufgabe, die Motivation der Kinder und Jugendlichen zu fördern und für alle Angebote bereitzuhalten. Kinder und Jugendlichen wollen gefordert und gefördert werden.

Sie sind zur Mitarbeit bereit, die Vereine müssen sie allerdings dabei tatkräftig unterstützen und ihnen die Möglichkeit der Mitarbeit und Mitbestimmung einräumen. In einem Verein mit lebendiger Jugendarbeit findet jedes Kind, jeder Jugendliche seine Heimat!

Die Landesschachjugenden und die Deutsche Schachjugend unterstützen mit ihren Angeboten der Allgemeinen Jugendarbeit, der Mitarbeiterqualifizierung, der Jugendsprecherarbeit  und der Öffentlichkeitsarbeit die Vereine und motivieren sie zugleich zu einer umfassenden Jugendarbeit.

In der Allgemeinen Jugendarbeit ist ein großes Spektrum unterschiedlicher Aufgaben und Betätigungsfelder zusammengefasst. Im Mittelpunkt der Allgemeinen Jugendarbeit steht der Verein. Für seine Arbeit wird Hilfestellung gegeben, an ihn richten sich die Angebote der Freizeitarbeit, Ferienarbeit, der offenen Spielangebote.

Die Deutsche Schachjugend unterstützt die Arbeit der Vereine durch die Qualifizierung ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter. Hilfestellungen und Ideen werden mittels Broschüren, Lehrgängen und per Internet und EMailaustausch gegeben.

Auch den Mitarbeitern der verschiedenen Organisationsstufen der Deutschen Schachjugend wird die Möglichkeit zur Aus und Weiterbildung gegeben.

Stellvertretend für ihre Mitglieder in den Vereinen fördert die Deutsche Schachjugend die eigenverantwortliche Mitarbeit der Jugendlichen durch die Jugendsprecherarbeit. In allen Gremien der Deutschen Schachjugend haben die Jugendsprecher die Möglichkeit der gestaltenden Mitarbeit. Darüber hinaus unterstützt sie die Mitwirkung der Jugendsprecher auf allen Ebenen der Deutschen Schachjugend. 

Mit der Öffentlichkeitsarbeit fördert die Deutsche Schachjugend den Informationsfluss zwischen den Organisationsebenen und tritt durch sie in der Öffentlichkeit mit einem einheitlichen Erscheinungsbild auf. Zugleich wirbt die Deutsche Schachjugend durch sie für den Schachsport.

Die Deutsche Schachjugend bekennt sich zu dem Bildungsauftrag, ihre Mitglieder zu demokratischen, eigenständig und verantwortungsvoll denkenden Kindern und Jugendlichen zu erziehen.

Zu dem Bildungsauftrag gehört das politische Wort der Deutschen Schachjugend bei jugendrelevanten öffentlichen Themen ebenso wie die internationale Jugendarbeit mit Jugendbegegnungen, die die Völkerverständigung unterstützen; die soziale Arbeit und die Integration von Randgruppen der Gesellschaft.

Die Arbeitsfelder der schachsportübergreifenden Jugendarbeit sind eng miteinander verbunden und bilden einen zusammenhängenden Bereich innerhalb der Deutschen Schachjugend.

Die Deutsche Schachjugend arbeitet in der schachsportübergreifenden Jugendarbeit eng mit anderen Organisationen zusammen.

 

III. Schulschach

Die beiden Schwerpunkte der Deutschen Schachjugend, die Pflege und Verbreitung des Schachs und die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen werden im Schulschach besonders gut verbunden. Die Deutsche Schachjugend sieht in der Förderung des Schachspiels an allen Schulen eine zentrale Aufgabe.

Schach entwickelt und fördert Denkstrukturen, wie sie im alltäglichen Leben, in Schule und Beruf ständig vom Menschen abgefordert werden. Schach schult und entwickelt das räumliche sowie das systematische Denken und verbindet sich daher ideal mit den Aufgaben der Schulpädagogik. Deshalb hat es sich die Deutsche Schachjugend zum Ziel gesetzt, das Schachspiel in Zusammenarbeit mit den Pädagogen an allen Schulen zu etablieren.

Bei der Schacharbeit an den Schulen steht nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund sondern hauptsächlich das Wecken von Spaß und Freude am Schachspiel. Dazu gehört auch das Heranführen der Schülerinnen und Schüler an das Schachspiel als Sport.

Die Deutsche Schachjugend hat es sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht, die Kooperation von Schule und Verein zu fördern. Trotz unterschiedlicher Akzente ergänzen sich beide, weshalb eine intensive Zusammenarbeit von Schule und Verein erstrebenswert ist.

 

IV. Organisation

Die Deutsche Schachjugend ist föderativ und demokratisch aufgebaut und organisiert sich nach den Bstimmungen der Satzung des Deutschen Schachbundes eigenständig. Sie wird gebildet aus den Schachjugenden und Jugendverantwortlichen der Mitgliedsorganisationen des Deutschen Schachbundes

Die Vertreter des Jugendschachs wählen auf der Jugendversammlung, dem höchsten Gremium, den Vorstand der Deutschen Schachjugend, der gebildet wird durch den

  1. Vorsitzenden,
  2. stellv. Vorsitzenden,
  3. Finanzreferenten,
  4. Mädchenreferenten,
  5. Leistungssportreferent
  6. Spielleiter,
  7. Referenten für Allgemeine Jugendarbeit,
  8. Referenten für Mitarbeiterqualifikation,
  9. Referenten für Öffentlichkeitsarbeit,
  10. Referenten für Schulschach und 
  11. zwei Bundesjugendsprecher.

Der Vorstand wird bei der Bewältigung seiner Aufgaben in den einzelnen Aufgabengebieten durch Arbeitskreise (AK) unterstützt. Die Referenten unter den Ziffern 6-10 sind gleichzeitig Vorsitzende des entsprechenden Arbeitskreises. Die AK-Vorsitzenden schlagen die Mitglieder der Arbeitskreise vor, die dann vom Vorstand berufen werden. Die Vertreter des Jugendschachs wirken über ein Vorschlagsrecht bei der Besetzung der Arbeitskreise mit.

Die Jugendversammlung legt die Politik und die Arbeit der DSJ in den verschiedenen Aufgabengebieten fest. Dies geschieht über die Wahl des Vorstandes, durch das Verabschieden des Etats, durch die Beschlussfassung vorliegender Anträge und über die Diskussionen der Vorstandsberichte und der Jahresarbeit.

Innerhalb des Vorstands bearbeitet der geschäftsführende Vorstand die anfallende Tagesarbeit. Der geschäftsführende Vorstand wird gebildet durch den

  1. Vorsitzenden,
  2. stellv. Vorsitzenden,
  3. Finanzreferenten.

Der Deutschen Schachjugend steht zur Erfüllung aller Aufgaben ein Geschäftsführer innerhalb der Geschäftsstelle des Deutschen Schachbundes zur Seite. Er ist mit beratender Stimme Mitglied des Vorstandes und des geschäftsführenden Vorstandes. Zusätzlich kann er in den Arbeitskreisen und in Ausschüssen der Deutschen Schachjugend mit beratender Stimme mitarbeiten.

 

(Beschlossen von der Jugendversammlung 2000 in Dresden)