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Starke Frauen auf der Abschlusskonferenz Mädchen- und Frauenschach

Starke Frauen dominierten die Abschlusskonferenz des gemeinsamen DSB-/DSJ-Projektes zur Förderung des Schachs mit und für Mädchen und Frauen.

Den Anfang machten drei starke Frauen mit der Podiumsdiskussion am Freitagabend als Einstieg und Auftakt der Konferenz. Linh Tran (5-fache Weltmeisterin im Tischkickern), Katharina Reinecke (Influencerin) und Sarah Hund (Mathematikerin). Alles erfolgreiche Schachspielerinnen, die von Widerständen gegen Mädchen und Frauen im Schach zu berichten hatten und zugleich berichteten wie sie stark wurden durch diese Widerstände. Sie wurden zu starken Persönlichkeiten im Schach, im Berufsleben, im Leben. Nur leider gibt es eben auch viele Mädchen, die sich durch diese Widerstände abbringen lassen vom Schach, sich zurückziehen vom Schach.

Daher heißt es, Angebote zu entwickeln, in denen sich Mädchen und Frauen im geschützten Raum frei entwickeln können, sie zu stärken und zugleich die Angebote so zu entwickeln, dass neue Mitgliederinnen gewonnen werden können, um den Gesamtanteil von Mädchen und Frauen zu vergrößern.

Und dafür braucht es weitere starke Frauen. Eine von ihnen ist Nadja Jussupow, die Frauenreferentin des Deutschen Schachbundes, die den Aufschlag am Samstag machte. Sie berichtete von ihrem Kampf um Finanzmittel für das Referat, die es bisher, außer für den Meisterschaftsbereich, nicht gegeben hatte. Mit diesen, wenn auch noch begrenzten Mittel, versucht sie Anstöße zu geben im leistungssportlichen Bereich und im Bereich Breitensport zum Beispiel mit Einsteigerinnenturnieren, mit Mütterangeboten. Aber auch mit Angeboten zur Förderung von jungen Mädchen durch Trainings- und Förderungsmöglichkeiten unter Einbindung der weiblichen Spitzenspielerinnen (Vorbilder!). 
Dass die Förderung des Mädchen- und Frauenschachs im Deutschen Schachbund zunehmend Aufmerksamkeit erhält, zeigte sich auch an der Präsenz weiterer DSB-Vertreter bei der Abschlusskonferenz. Neben Nadja Jussupow beteiligten sich auch der Vizepräsident Sport, Dr. Jürgen Klüners, sowie der Leiter der Frauenbundesliga, Klaus Deventer, zeitweise an der Veranstaltung und brachten sich in die Diskussionen ein. Entscheidend wird nun sein, diesen Schwung aufzugreifen und die Förderung des Mädchen- und Frauenschachs auch künftig mit konkreten Maßnahmen oder Fördermitteln zu begleiten.

Und da sind wir schon bei der nächsten starken Frau, Lilli Hahn, die zusammen mit dem Vizepräsidenten Verbandsentwicklung Jannik Kiesel das Projekt leitete. Sie überschrieb ihren Vortrag mit dem Titel „Daten und Fakten statt Bauchgefühl“. Die Projektgruppe hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mit statistischen Auswertungen und Umfragen bei aktiven Mädchen und Frauen, bei Müttern, bei ehemals aktiven Mädchen und Frauen, bei Funktionsträgerinnen und -trägern herauszubekommen, wo der Schuh drückt, welche Faktoren verantwortlich sind für einen dauerhaft niedrigen weiblichen Anteil, was zum Rückzug vom Schach führte, und was daran hindert wieder einzusteigen.

Einen größeren Raum in der Diskussion nahm der Bereich Sexismus und sexualisierte Gewalt ein, denen sich auch im Schachsport Mädchen und Frauen ausgesetzt sehen. Das fängt an mit unbedachten oder gezielten, beleidigenden, sexistischen Sprüchen, geht über Mobbing bis hin zur sexuellen Gewalt. Der Schachsport steht noch am Anfang der Präventionsarbeit, auch wenn sich einiges getan hat. Doch bis dies in jeden Winkel der Schachorganisation und in den Köpfen der Männerwelt angekommen ist, ist es noch ein weiter Weg.

„Frauen gewinnen und langfristig halten – Einblicke in das PERMA-Modell“, so lautete der Titel des Workshops von der nächsten starken Frau, WGM Melanie Lubbe.

Melanies Leidenschaften sind das Schachspiel und die Psychologie. Sie ist beruflich im Personalmanagement einer Firma tätig und hat da täglich mit dem PERMA-Modell zu tun, das sie nun versucht auf den Schachsport zu übertragen. Im PERMA-Modell geht es darum, Faktoren des Wohlbefindens für Mitarbeitende im Betrieb zu finden. An welchen Stellschrauben muss gearbeitet werden, damit sich Mitarbeitende im Betrieb wohlfühlen, sich dementsprechend einbringen.

Sie glaubt, dass die fünf Bereiche, die für das Wohlbefinden verantwortlich sind auch auf den Schachsport zu übertragen sind. Ihre Hypothese lautet:

„Die (erwartete) PERMA-Ausprägung entscheidet darüber, ob sich Menschen für etwas entscheiden und dabei bleiben.

Meine Hypothese: die Schachwelt zahlt aktuell weniger auf die PERMA-Dimensionen von Mädchen und Frauen ein als auf die von Jungen und Männern.

Positive Emotionen: Verhältnis von pos./neg. Emotionen (Scham, Ausgrenzung…)
Engagement: Weniger Flow & Stärkenfokus
Relationships: Weniger Peers & Vorbilder
Meaning: Weniger Sinnerleben, Zugehörigkeit
Accomplishment: Weniger Erfolg & Wertschätzung“

Sie glaubt, dass mit Initiativen aus dem PERMA-Bereich positive Veränderungen für Mädchen und Frauen im Schachsport erreichbar sind:

Positive Emotionen: Geburtstagsgrüße, kleine Aufmerksamkeiten, Rahmenprogramm, Schachvarianten
Engagement: Stärken im Training hervorheben & in der Vereinsarbeit einsetzen, Job Crafting, Flow durch Herausforderung
Relationships: Events, Mentorentandems, Onboarding Buddy, Partnervereine, Teamrituale, Konflikte klären
Meaning: Warum Schach?, Beitrag zu etwas Größerem ermöglichen, Werte-Bezug
Accomplishment: Lob & Feedback (auch für Anstrengung & Fortschritt), Erfolgstagebuch

Ihre Anregungen wurden in Kleingruppen diskutiert und viele Ideen entwickelt anhand des PERMA-Modells, mit welchen Maßnahmen die Mädchen und Frauen gestärkt werden können.

Ein sehr interessanter neuer Ansatz, der weiterverfolgt werden sollte. Und einige Vertreter:innen aus den Vereinen zeigten an, dass sie überlegen, dies für ihren Verein anwenden zu wollen.

Zum Schluss der Konferenz betraten dann zwei Männer die Bühne, um die Projekte aus dem Förderprogramm vorzustellen. Zum Abschluss der Projektarbeit hatte die DSB-/DSJ-Arbeitsgruppe ein Förderprogramm aufgelegt und Verbände, Vereine, Schulen, Einzelpersonen gebeten sich mit Projekten zu bewerben, mit denen Potentiale, die sich aus den Untersuchungen der Arbeitsgruppe herausgeschält hatten, gehoben werden können.

Auf den Projektaufruf gingen zahlreiche Anträge ein, was das große Interesse und den hohen Bedarf an entsprechenden Förderangeboten deutlich macht. Der Jury fiel die Auswahl der Projekte daher nicht leicht, da viele der eingereichten Vorhaben durch ihre Qualität und ihr Engagement überzeugten. Ein wesentliches Auswahlkriterium war schließlich die Übertragbarkeit der Projekte: Berücksichtigt wurden insbesondere Vorhaben, deren Konzepte nach erfolgreicher Umsetzung auch von anderen Verbänden, Vereinen oder Schulen übernommen und umgesetzt werden können.

Unterstützt bei der Präsentation der Projekte wurden die beiden Männer (Malte Ibs, Jörg Schulz) wieder von starken Frauen. An ihrer Spitze WGM Jana Schneider, die das FRAUENPOWER TURNIER in einem Regensburger Einkaufszentrum vorstellte. Und das obgleich sie beim DSB-Schachgipfel an der Deutschen Frauenmeisterschaft (Meisterklasse) teilnahm und sich auf die Nachmittagspartie vorbereiten musste.

Sie wollte aber auch von der erfolgreichen Durchführung des von ihr und Marie Oberhofer veranstalteten FRAUENPOWER TURNIERS berichten. Dazu wird es in Kürze einen ausführlichen Bericht geben. Fest steht, es gibt zu wenige auf die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen eingehende Turniere, zu wenig Öffentlichkeit für diesen Bereich. Das Turnier war ein voller Erfolg, es gab viel Öffentlichkeit, da im öffentlichen Raum gespielt wurde, den das Einkaufszentrum bot. Es gab ein gut angenommenes Rahmenprogramm, es gab generationenübergreifende Partien, es wurde äußerst fair miteinander umgegangen, Probleme wurden direkt am Brett untereinander geklärt. Das Einkaufszentrum möchte eine Wiederholung, ein Verein hat schon verkündet diese Turnierform übernehmen und ebenfalls ein FRAUENPOWER TURNIER ausrichten zu wollen, also ganz im Sinne der Förderung.

Laura Gerda Mirtsch zeigte zusammen mit einem Vereinskollegen auf, wie man eine klassische Stadtmeisterschaft nutzen kann zu einem Projekt der Frauenförderung. Ausgeschrieben wird erstmalig der Titel der Lüdenscheider Stadtmeisterin. Doch das alleine bringt noch keine Frau ans Brett. Also suchte der Verein Schach Lüdenscheid den Kontakt zur Stadt, zur Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, organisierte eine intensive Werbung mittels einer Briefkastenwerbung bei tausend Haushalten, ging in Einrichtungen der Stadt für Frauen. Parallel zur Stadtmeisterschaft wird es dann ein Rahmenprogramm gezielt für Mädchen und Frauen geben. Ein tolles Beispiel, wie man mit viel Einsatz und Kreativität aus einem klassischen Männerangebot eine Veranstaltung für Männer und Frauen machen kann.

Sarah Hund stellte eine Vernetzungsinitiative über alle Bezirke des Badischen Schachbundes vor. Ein ähnliches Projekt zur Vernetzung im ländlichen Raum will auch der Hessische Schachverband umsetzen. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, dass sich gleich zwei Landesverbände mit Projekten am Förderprogramm beteiligen und Frauenförderung zur Verbandssache machen. Gelingt die Umsetzung der Projekte, können sie als wertvolle Beispiele dienen und anderen Landesverbänden Anregungen für eigene Initiativen geben.

Die anderen Projekte wurden in einer Zusammenfassung vorgestellt und diskutiert. Insgesamt eine runde Sache diese Abschlusskonferenz mit starken Frauen für die Stärkung der Mädchen und Frauen im Schach.

Bleibt zu hoffen, dass die im Rahmen des Projekts gewonnenen positive Dynamik weitere Projekte zur Förderung des Mädchen- und Frauenschachs anstößt und künftig zusätzliche Fördermöglichkeiten entstehen, um dem großen Bedarf in den deutschen Schachvereinen gerecht zu werden. Und dass künftig zu solchen tollen Veranstaltungen mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen, auch wenn Ferien sind und der Austragungsort nicht ganz zentral liegt.

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20.07.-28.07.1990: Deutsche Meisterschaften 1990 (U15-U20) Münster

Deutsche Meisterschaft U13, Much 1990

Jugendeinzel 20.07.-28.07.1990, 9 Runden Schweizer System

Pl. Teilnehmer Punkte Wrtg
1. Ulrich Martin (NRW) 7,5 52,5
2. Daniel Fuhrmann (DDR) 7,5 48,5
3. Rene David (DDR) 7 52
4. Manuela Ahrens (DDR) 7 49
5. Andreas Hübner (Nieders.) 7 46
6. Andr...

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