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Mission Turnierleitung: Eine Mission für die Turnierorganisatorinnen von morgen

Wie organisiert man eigentlich ein Schachturnier? Bei der „Mission Turnierleitung“ lernten die Teilnehmer:innen von der Planung über die Schiedsrichterarbeit bis hin zu Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, was alles hinter einem erfolgreichen Turnier steckt. Mit vielen praktischen Übungen, Teamarbeit und natürlich jeder Menge Schach ging es darum, selbst Turnierorganisator:in zu werden.

Ein Schachturnier besteht aus weit mehr als ein paar Schachbrettern und einer Auslosung. Von der Planung über die Werbung und Organisation bis hin zur Turnierleitung am Veranstaltungstag gibt es zahlreiche Aufgaben zu bewältigen. Genau darum ging es bei unserer „Mission Turnierleitung“, die das Juniorteam ins Leben gerufen hat: Drei Tage lang konnten die Teilnehmerinnen ausprobieren, planen, diskutieren und lernen, was alles dazugehört, um ein eigenes Schachturnier auf die Beine zu stellen.

Zum Auftakt stand zunächst das Kennenlernen im Mittelpunkt – natürlich auf schachliche Art. Aus Süßigkeiten wurden die Teams gebildet: Wer die gleiche Süßigkeit gezogen hatte, spielte zusammen. So entstanden sechs Zweierteams, die in einem abwechslungsreichen Kennenlernturnier gegeneinander antraten. Dabei ging es nicht nur um klassisches Schach. In den einzelnen Runden warteten ganz unterschiedliche Varianten auf die Teilnehmerinnen: 007-Schach, Tandem, Überraschungsschach, Blitz, Hand & Brain und schließlich Räuberschach als Stichkampf.

Am Ende setzten sich die Teams Nimm2 und Airways mit jeweils sieben Mannschaftspunkten gegen Maoam, Mentos, Bunte Tüte und Gummibärchen durch. Nach so viel Schach ließen wir den ersten Abend entspannt ausklingen – mit einigen Runden „Tempel des Schreckens“.

Am Samstag begann dann die eigentliche Mission. Gemeinsam beschäftigten wir uns mit der Frage: Was braucht es eigentlich alles, um ein Turnier zu organisieren? In drei Kleingruppen sammelten die Teilnehmer:innen zunächst auf Moderationskarten alle Aufgaben, die ihnen rund um ein Schachturnier einfielen. Anschließend wurden die Karten in eine zeitliche Reihenfolge gebracht. So entstand Schritt für Schritt ein Überblick darüber, was bereits lange vor dem Turnier vorbereitet werden muss und welche Aufgaben erst am Turniertag oder danach anstehen.

Zur Vorbereitung auf den Besuch des Mädchen-Grand-Prix beschäftigten sich die Teilnehmer:innen anschließend mit verschiedenen Bereichen der Turnierorganisation. Bei der Logistik ging es um alles rund um Räume, Material, Technik und Verpflegung. Beim Thema Konfliktmanagement wurde darüber gesprochen, wie man mit Streitfällen und anderen Herausforderungen während eines Turniers umgehen kann. Außerdem stand die Frage im Raum, wie durch Fair Play eine angenehme und faire Atmosphäre für alle Beteiligten geschaffen werden kann.

Besonders spannend wurde es beim Blick auf die Arbeit im Turniersaal. Die Teilnehmer:innen beobachteten, was während eines laufenden Turniers alles benötigt wird und welche Aufgaben die Turnierleitung übernehmen muss. Die zuvor besprochenen Themen konnten so direkt in der Praxis wiederentdeckt und in einem Fragebogen festgehalten werden.

Natürlich gehört zu einer guten Turnierleitung auch ein gewisses Wissen über die Regeln. Deshalb stand am Nachmittag ein Schiedsrichter-Crashkurs auf dem Programm. Anhand verschiedener Fallbeispiele beschäftigten wir uns mit wichtigen Regeln und typischen Situationen, die bei einem Turnier auftreten können. Anschließend folgte ein Crashkurs zu Swiss-Chess, der Software für die Turnierorganisation. Hier konnten die Teilnehmerinnen einen Einblick darin bekommen, wie Paarungen erstellt, Ergebnisse eingetragen und Turniere organisatorisch betreut werden.

Ein gutes Turnier muss natürlich auch die Menschen erreichen, die daran teilnehmen sollen. Deshalb beschäftigten wir uns mit dem Thema Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Hier gab uns Jola aus dem Juniorteam einige Einblicke in ihre Arbeit bei der DSJ und wie man am besten für eine Veranstaltung wirbt. Nach dem Abendessen wurde es kreativ: Die Teilnehmer:innen entwickelten eigene Werbeposts für ihre Turnierideen. Dabei entstanden unterschiedliche Designs und Ideen, wie man auf ein Turnier aufmerksam machen kann. Den zweiten Tag ließen wir anschließend wieder ganz schachlich ausklingen – mit einigen Partien Tandem.

Am Sonntag wurden zunächst die vorbereiteten Werbeposts vorgestellt. Danach ging es an die konkrete Planung der eigenen Turniere. Jede Teilnehmerin konnte ihren individuellen Turnierplan weiterentwickeln und überlegen, wie das eigene Projekt aussehen könnte. Dazu gehörte auch die Erstellung eines Budgetplans. Welche Kosten entstehen bei einem Turnier? Welche Einnahmen sind möglich? Und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Zum Abschluss beschäftigten wir uns mit der Nachbereitung und Reflexion eines Turniers. Wie wertet man eine Veranstaltung aus? Was hat gut funktioniert? Was kann beim nächsten Mal verbessert werden? 
In einer gemeinsamen Feedbackrunde blickten wir schließlich auf die vergangenen Tage und die gesamte „Mission Turnierleitung“ zurück.

Nach dem Mittagessen machten sich alle wieder auf den Heimweg – mit vielen neuen Ideen, praktischem Wissen und hoffentlich auch der Motivation, die Mission nun in den eigenen Vereinen und Bezirken fortzuführen. Denn vielleicht wird aus einer Idee schon bald das nächste eigene Schachturnier.

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