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Förderprogramm Mädchen- und Frauenschach 2026 - ungewöhnliche Orte und kreative Konzepte für mehr Mädchen und Frauen

Schach im Thermalbad, ein zentraler Treffpunkt für Wiedereinsteigerinnen oder ein atmosphärischer Erlebnisraum mit ganz neuem Zugang zum Spiel – die geförderten Projekte zeigen, wie vielfältig Mädchen- und Frauenschach sein kann. Sie verlassen bewusst bekannte Wege und schaffen Angebote, die Schach an außergewöhnlichen Orten und in einem völlig neuen Rahmen erlebbar machen.

Jürgen Müller (1. v.r.) mit dem SC 1957 Bad Königshofen (© Hazel Morley)

SC 1957 Bad Königshofen mit Teamchef Jürgen Müller (1. v.r.) (© Unterfränkischer Schachverband)

Jens Windelband (2. v.r.) mit dem U12w Team der Schachzwerge Magdeburg bei der DVM 2024 (© DSJ)

Oueen`s Lab in Balingen (© Privat)

Aline Stingel (© Privat)

Schach an einem besonderen Ort erlebbar zu machen, darum geht es im Folgenden:

Jürgen Müller, SK Bad Königshofen, Anfängerkurs in der FrankenTherme

„Wir möchten in den Sommerferien einen Anfängerkurs für alle Frauen und Mädchen, Töchter und Mütter gemeinsam anbieten. Den Kurs möchten wir gratis veranstalten und jeder teilnehmenden Familie einen Satz Schachfiguren mit Brett schenken.
Wir werden an 6 Tagen jeden Tag Schach in und rund um die FrankenTherme anbieten und somit ein interessantes Programm aus Lehren, lernen, bewegen und Spaß haben. Da wir schwimmende Schachbrettern besitzen, werden wir auch Unterricht im Schwimmbecken durchführen. Ein absolut einmaliges Programm an 6 aufeinanderfolgenden Tagen im Sommer.“


Einen zentralen Ort für das Schachspiel von Mädchen und Frauen in einer Großstadt zu schaffen, darum geht es beim folgenden Projekt.

Jens Windelband, SG Aufbau Elbe Magdeburg, Frauen am Zug – Vernetzung, Wiedereinstieg und nachhaltige Förderung

„Im Schachsport zeigt sich, dass es zahlreiche schachinteressierte Familienmitglieder gibt – insbesondere Frauen und Mütter von aktiven Schachspielerinnen und Schachspielern.
Die aktuelle Situation zeigt jedoch insbesondere in Flächenländern erhebliche strukturelle Herausforderungen. Die potenziellen Teilnehmerinnen wohnen häufig an verschiedenen und teilweise weit voneinander entfernten Orten. Vor Ort bestehen insbesondere in kleineren Vereinen oftmals keine geeigneten Möglichkeiten, gemeinsam mit anderen Frauen und Müttern zu spielen, zu trainieren.
Hinzu kommen zeitliche Herausforderungen, die insbesondere Frauen und Mütter im Familienalltag bewältigen müssen. Eigene Freizeit- und Trainingsangebote werden häufig zugunsten familiärer Verpflichtungen zurückgestellt.
Vor diesem Hintergrund soll ein Pilotprojekt im Schachhaus Magdeburg umgesetzt werden. Geplant ist ein überregionales Angebot für Frauen und Mütter, insbesondere für Anfängerinnen sowie Wiedereinsteigerinnen. Das Schachhaus Magdeburg bietet hierfür als etablierte Schachsportstätte geeignete Räumlichkeiten, eine vorhandene Infrastruktur sowie eine gute Erreichbarkeit, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Das Angebot soll den Teilnehmerinnen einen niedrigschwelligen (Wieder-) Einstieg in den Schachsport ermöglichen und sie gezielt auf eine erste oder erneute Turnierteilnahme vorbereiten und dafür stärken. Gleichzeitig schafft das Projekt einen überregionalen Begegnungs- und Vernetzungsraum für schachinteressierte Frauen und Mütter.

Langfristig soll auf dieser Grundlage ein nachhaltiges Netzwerk entstehen, das den Aufbau weiterer Trainingsangebote, die Gewinnung neuer Vereinsmitglieder, die Entwicklung von Frauenmannschaften sowie die stärkere Einbindung von Familien in den Schachsport unterstützt.“


Apropos Kreativität. Das folgende Projekt überzeugt durch einen komplett anderen Ansatz als die herkömmlichen Projekte, Ideen. Schach als Rollenspiel, bei dem auch Männer Zugang haben, wenn sie sich einfügen wollen in das Konzept.

Aline Stingel Oueen`s Lab

Von "Frauen lernen Schach Vibes" würde ich gern wegkommen, denn Hand aufs Herz, das klingt herablassend und nach Marketing für eine Zielgruppe, die man irgendwie ködern will.
Stattdessen: Die Frau als Queen, die symbolisch für Intelligenz, Macht und Strategie steht.
Queen’s Lab ist kein klassischer Schachabend, sondern ein atmosphärischer Erlebnisraum. In einem bewusst inszenierten Setting treffen Menschen aufeinander, die spielen, beobachten oder einfach Teil der Dynamik sein wollen – unabhängig davon, ob sie die Regeln perfekt beherrschen. Über Rollen wie Queen, Rebel, Oracle oder Trickster entsteht ein spielerischer Zugang, der Verhalten und Stimmung wichtiger macht als Können. Kurze, rotierende Partien, intuitive Einstiege und unterschiedliche Tische – von geführt bis experimentell – sorgen dafür, dass sich sowohl Einsteigerinnen als auch erfahrene Spielerinnen wohlfühlen. Der Raum folgt dabei keinem Leistungsprinzip, sondern einer gemeinsamen Energie: respektvoll, neugierig und offen. So wird Schach aus dem klassischen Kontext gelöst und als soziales, ästhetisches und leicht unberechenbares Erlebnis neu erfahrbar gemacht. Es gibt keine Hierarchien. Die Begegnung findet auf Augenhöhe statt. Schach soll zelebriert und gefeiert werden. Es soll ein Raum entstehen, in dem die Liebe zum Schach geteilt werden kann.
Männer sollten auch anwesend sein, denn ein reines Frauen-Targeting fühlt sich für viele Frauen unangenehm an. Deswegen sind Männer willkommen, aber niemand sollte über der Atmosphäre stehen. Auch nicht der beste Spieler im Raum. Wir spielen gemeinsam. Auf Augenhöhe. Königin und König.

Das Ziel ist, wir geben Frauen einen Raum in dem Schach passiert, egal auf welchem Level. Wir zeigen, dass Schach ein gutes Gefühl macht.
Dazu braucht es ein gutes Ambiente: Wenn möglich: Kerzenlicht oder anderes Wohlfühllicht. Gedämpfte Clubsoundtracks (chess&jazz). Getränke: Das erste Mal frei. Dann, falls der Abend hoffentlich fortlaufend wird, gegen Vereinspreise.
Wir legen Flyer dort aus, wo das Konzept sowieso schon auf Interessen von Frauen stößt: Poetry Slams, kleine Theatergruppen, Design- und Kunsthochschul-Umfeld, Büchereien...“


Wer mehr über die Projekte erfahren möchte, kann sich jetzt noch für die Abschlusskonferenz vom 17. bis 19. Juli in Dresden anmelden.

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