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Förderprogramm Mädchen- und Frauenschach 2026 – neue Wege, um Mädchen und Frauen zu begeistern

Wie erreicht man Mädchen und Frauen, die bisher kaum Berührung mit dem Schachsport hatten? Drei geförderte Projekte setzen auf kreative Öffentlichkeitsarbeit, niedrigschwellige Mitmachangebote und starke Vorbilder – und zeigen, wie Schach sichtbar, einladend und nachhaltig werden kann. In den kommenden Tagen stellen wir die einzelnen Projekte näher vor.

Frauke Lüppken (Mitte) beim DSJ-Basisseminar (© Foto: DSJ)

Frauke Lüppken (Mitte) beim DSJ-Mädchenschachpatent (© Foto: DSJ)

Athanasios Vassiliou bei der interkulturellen kulinarischen Schach-Olympiade (© Foto: DSJ)

Athanasios Vassiliou beim SESB-Schulschachturnier (© Foto: Privat)

Sophia Scheiding (1. v.l.) und Frank Große (1. v.r.) bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft WK M 2026 (© Foto: PM)

Werbebanner Mädchenschachgruppe (© Foto: Frank Große)

Schach mit Mädchen und Frauen sichtbar machen, ist ein ganz wichtiger Punkt, wollen wir mehr Mädchen und Frauen für unseren Sport gewinnen. Dies versucht folgendes Projekt:

Frauke Lüppken, SF Schlebusch NRW, „Charlottas Mädchen- und Frauentag

„Carlottas Mädchen- und Frauentag" ist ein eigenständiger Aktionstag der Schachfreunde Schlebusch Anfang Oktober 2026, der Mädchen und Frauen gemeinsam für das Schachspiel gewinnen möchte. Es handelt sich um ein neues Pilotprojekt; einen vergleichbaren Tag gab es bei den Schachfreunden Schlebusch bisher nicht. Das Projekt verfolgt bewusst ein Doppelziel: Es spricht gleichzeitig Mädchen und erwachsene Frauen an. Das gemeinsame Erleben senkt für beide Seiten die Hemmschwelle — Mütter und Töchter, aber auch Frauen ohne eigene Schacherfahrung, finden hier einen entspannten ersten Zugang.
Der Tag ist als buntes, niedrigschwelliges Mitmach-Programm gestaltet, nicht als Leistungsformat. Geplant sind unter anderem: ein Anfängertraining für den ersten Einstieg, gemeinsames Tandem-Schach (als lockeres Turnier oder freies Mitmach-Spiel), Bastelangebote, eine Vorlesestunde, Schachpantomime sowie weitere kleine Spiele. Für Snacks und Getränke ist gesorgt. So entsteht ein abwechslungsreicher Nachmittag, an dem Schach für Anfängerinnen wie für Neugierige gleichermaßen erlebbar wird. Veranstaltungsort ist das Alte Bürgermeisteramt in Schlebusch.
Den roten Faden bildet Carlotta, das bestehende Maskottchen unserer Mädchentrainingsgruppe. Als bereits etablierte und bei den Mädchen beliebte Identifikationsfigur ist sie auf Stempelkarten, Bastelvorlagen und allen Materialien präsent und gibt dem Tag ein wiedererkennbares, sympathisches Gesicht. Der Aufhänger „Mädchen und Frauen gemeinsam am Schachbrett" bricht zugleich das verbreitete Klischee vom Schach als männlicher Einzeldisziplin und eignet sich gut für lokale Pressearbeit.“


Ums Sichtbarmachen geht es auch beim Schulprojekt am Gymnasium Steglitz in Berlin. Und darum Mädchen über das Schachspiel zu stärken.

Athanasios Vassiliou, Berlin, Kluge Züge, starke Mädchen – mit Schach Mädchen zu mehr Selbstbewusstsein

„Am Gymnasium Steglitz soll ein neues, niedrigschwelliges Pilotprojekt zur Gewinnung, Stärkung und langfristigen Bindung von Mädchen im Schach aufgebaut werden. Das Projekt beginnt bereits zum Ende dieses Schuljahres mit einer kreativen schulweiten Kampagne, die Mädchen und ihre Mütter beziehungsweise weiblichen Bezugspersonen (ältere Schwestern und/oder Freundinnen) gezielt anspricht und Schach als offenes, gemeinschaftliches und lernbares Angebot sichtbar macht.
Die Kampagne umfasst Plakate, kurze Porträts starker Frauen im Schach, Mitmachaktionen in den Pausen, Schachrätsel sowie eine kleine Ausstellung im Schulgebäude. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Interesse zu wecken und deutlich zu machen, dass keine Vorkenntnisse erforderlich sind.
1) Als zentrales Auftaktformat wird eine Mutter-Tochter-Schachnacht beziehungsweise eine Lange Nacht des Mädchenschachs in der Schule durchgeführt. In lockerer Atmosphäre werden Einsteigertraining, Tandemschach, Teamspiele, Film, kleine Turnierformen, Rätselstationen und gemeinsame Pausen miteinander verbunden, sodass Schach als positives Gemeinschaftserlebnis erfahren werden kann.
2) Im Anschluss folgt ein Workshop mit dem Titel „Schach und Selbstbewusstsein“, in dem strategisches Denken, Entscheidungsfähigkeit, Fehlerkultur und sicheres Auftreten miteinander verknüpft werden. Danach werden interessierte Teilnehmerinnen schrittweise an eine Berliner Meisterschaft oder ein geeignetes Berliner Jugendturnier herangeführt.
3) Parallel dazu wird die Mädchen-Schach-AG zu Beginn des neuen Schuljahres als dauerhaftes Angebot eingerichtet und mit Unterstützung eines erfahrenen Vereinstrainers fortgeführt. Damit entsteht aus einem kreativen Pilotprojekt eine nachhaltige schulische Struktur zur Förderung von Mädchen im Schach.“


Welche Chancen hat ein kleiner Schachverein im ländlichen Raum, um auf sich aufmerksam zu machen und gezielt Mädchen anzusprechen?

Sophia Scheidung, Frank Große Meuselwitzer SV, „Schach ist Mädchensache!“

„Mit dem Projekt „Schach ist Mädchensache!“, möchte der Meuselwitzer Schachverein ab August 2026 eine neue Mädchen-Schachgruppe aufbauen. Ziel ist es, Mädchen niedrigschwellig für Schach zu gewinnen, ihnen einen geschützten und motivierenden Einstieg in den Verein zu ermöglichen und daraus eine dauerhafte Struktur im Kinder- und Jugendschach zu entwickeln.
Das Projekt setzt bewusst auf eine junge weibliche Trainerin als Identifikationsfigur.

Geplant ist zunächst eine offene Einstiegsphase mit Schnupperterminen, einfachen Schachspielen, Mini-Games, kleinen Erfolgserlebnissen und einem freundlichen Gruppenklima ohne Leistungsdruck. Die Mädchen sollen nicht einfach in eine bestehende gemischte Trainingsgruppe integriert werden, sondern zunächst ein eigenes Angebot erhalten, in dem sie sich wohlfühlen, Fragen stellen, gemeinsam lernen und soziale Bindung aufbauen können.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Um auf das Projekt aufmerksam zu machen, wird an den beiden Hauptausgängen im Ort je ein großes, wetterfestes Meshbanner als Großraumplakatierung deutlich sichtbar für die Öffentlichkeit platziert. Das Banner kann ist nachhaltig und kann potenziell auch in Folgejahren genutzt werden. Mit ihm soll Schach öffentlichkeitswirksam aus der üblichen Sichtbarkeit hinauszutreten. Parallel dazu werden Mitteilungen an die Lokal- und Regionalpresse versendet.

Das Vorhaben ist als Pilotprojekt angelegt. Es soll erproben, wie ein kleiner Verein im ländlich geprägten Raum, dem Altenburger Land, Mädchen gezielt anspricht, gewinnt und dauerhaft hält.“


Wer mehr über die Projekte erfahren möchte, kann sich jetzt noch für die Abschlusskonferenz vom 17. bis 19. Juli in Dresden anmelden.

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