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Deutsche Ländermeisterschaft Tag 4

Was passiert an der Tabellenspitze? Bleibt alles so dicht zusammen? Was macht die Gesundheit und halten die Nerven? Wer oder was ist eigentlich TanDLM? Kann man das essen? Dies und noch vieles mehr in diesem Bericht.

Runde 6

Der aufmerksame Leser wird sich erinnern: Mit 8:2 Mannschaftspunkten lagen Baden, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt an der Tabellenspitze, knapp vor Hessen mit 7:3 MP.

Am ersten Tisch spielten mit Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt zwei Mannschaften aus der Spitzengruppe. Den Kampf konnte schließlich das westlichere Bundesland 5:3 gewinnen. Baden verlor in gleicher Höhe gegen das benachbarte Württemberg, das in der Tabelle einen Sprung nach vorne macht.

Berlin erwischte keinen Glanztag und ging gegen gut aufgelegte Hessen gleich 1,5:6,5 unter. Ebenso erging es Hamburg, das gegen Rheinland-Pfalz in gleicher Höhe verlor. Bayern konnte Thüringen 6:2 schlagen während sich Schleswig-Holstein und Niedersachsen 4:4 unentschieden trennten. 

Die beiden Gastteams konnten heute nicht groß auftrumpfen. Groot-Amsterdam verlor knapp 3,5:4,5 gegen Mecklenburg-Vorpommern. Noch ärger erwischte es Ostbelgien, welches gegen Sachsen nur 2,5 Brettpunkte erzielen konnte. Im Duell der gemischten Mannschaften hatte Rheinland-Pfalz II & Saarland gegen Thüringen II & Baden II die Nase 4,5:3,5 vorn.

Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass Nordrhein-Westfalen mit 10 Mannschafspunkten alleine an der Spitze liegt, auf Platz 2 lauern die Hessen (9 MP). Auf dem geteilten dritten Platz liegen Baden, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Württemberg.

Morgen spielen u.a. Württemberg gegen Nordrhein-Westfalen und Hessen gegen Sachsen-Anhalt. Dort wird voraussichtlich entschieden, wer den Pokal mit nach Hause nehmen darf. Wir drücken jedenfalls fest die Daumen!

Die letzte Runde beginnt am 12.10.26 schon um 8:00 Uhr, die Live-Übertragung sollte also ab 8:15 die ersten Züge übermitteln.

 

TanDLM

Ganze 24 Mannschaften hatten es gewagt, sich mit den versiertesten Tandemexperten, die vor Ort waren, zu messen - und so wurde nach Herzenslust geopfert (eingestellt), richtig geopfert und geblundert. Könige gerieten auf Abwege und wurden mitten auf dem Brett erlegt, Bauern fielen (legal) vom Brett und Damen wurden wuchtig und mattbringend eingesetzt. Kurzum: es ging eher rustikal zu, was dem Spaß der Beteiligten erstaunlicher Weise aber keinen Abbruch tat. 

Einige Teilnehmer waren ziemlich motiviert, viele Punkte zu sammeln, so wurde in Runde 5 gar Protest beim Schiedsrichter eingelegt. Es brauchte gleich drei Schiedsrichter um den Antragsteller von der Unbegründetheit seines Einwandes zu überzeugen. Mehr dazu bei den Kuriosa. 

Nach 7 Runden hatten Kebabhut und Born2be Aguike 12:2 Mannschaftspunkte bei gleicher Feinwertung. Also wurde kurzerhand ein Stichkampf ausgetragen, den erstere Mannschaft relativ schnell für sich entscheiden konnte. Gratulation an Kebabhut (David Schwarz und Nikita Weber), Born2be Aguike (Joa Max Bornholdt und Chidera Aguike) und NRW (Maurin Möller und Luka Schwitkowski), die das Treppchen komplettieren.

 

Kuriosa

Merkwürdigerweise ging beim TanDLM eine ungewöhnlich starke Diarrhoe-Welle durch den Turniersaal. Bauern litten an Durchfallerscheinungen. Grund könnten die für viele etwas seltsam anmutenden Tandem-Regeln sein, wonach Bauern, die die gegnerische Grundreihe erreichen, nicht etwa in eine Figur umgewandelt werden dürfen oder als z.B. Pappdame auf dem Brett verbleiben (nach dem Schlagen wird die Dame wieder zum Bauern), sondern einfach dem Gegner geschenkt werden.

Es soll sich beim TanDLM zugetragen haben, dass ein Spieler versuchte, zwei Schiedsrichtern zu erklären, dass der Gegner noch nicht am Zug sei, solange er die Uhr noch nicht gedrückt habe - bei lichess sei das doch auch so. Erst die geforderte "Drittmeinung" (3:0) des dritten hinzugezogenen Schiedsrichters mochte (wenn auch wenig) überzeugen. Wer sich für solche Feinheiten interessiert, dem sei die Lektüre der FIDE-Regeln (1.3) empfohlen.

Ein Mitglied des Schiedsrichterteams wollte ein Taschentuch opfern. Die Ablehnung durch einen Spieler resultierte in weiterem Schniefen.

Eine ehemalige Deutsche Meisterin soll es in schlechterer Stellung mehrfach versäumt haben, dreifache Stellungswiederholung zu reklamieren. Ihr Dauerschachspiel konnte erst nach fünffacher Stellungswiederholung durch das Schiedsrichterteam gestoppt werden.  

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Das übrigens in Zusammenarbeit mit der Karpov Schachakademie organisiert wird.

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