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Interview mit Finn Petersen, unserem neuen 1. Vorsitzenden

Im Folgenden interviewt Walter Rädler unseren neu gewählten 1. Vorsitzenden Finn Petersen.

 

Bitte stelle dich vor!

Hallo, ich bin Finn Petersen, 26 Jahre alt und lebe in Münster. Seit März bin ich der neu gewählte 1. Vorsitzende der Deutschen Schachjugend.


Wie kamst du zum Schachspiel?

Meine Schachkarriere begann mit sieben Jahren beim SK Doppelbauer Kiel. Meine Eltern wollten mich eigentlich zum Schwimmunterricht im Ferienpass anmelden. Hier können Kinder in den Ferien an mehrtätigen, von der Stadt organisierten Programmen u.a. bei Sportvereinen teilnehmen. Das Schwimmprogramm war aber schon ausgebucht, also wurde ich kurzerhand beim Schach angemeldet. Seit diesem Zeitpunkt bin ich irgendwie nicht mehr weg gekommen :D.
Seit einigen Jahren lebe ich allerdings in Münster, weshalb ich inzwischen auch beim SK Münster 1932 eine schachliche Heimat gefunden habe.


Wie kamst du zur DSJ?

Ich hatte vor meiner Zeit im Vorstand über DJEMs hinaus wenig Kontakt mit der DSJ. Ich wurde aber im Rahmen der DJEM 2021 von Rainer Niermann angesprochen, welcher mich aus Münster kannte. Es standen viele Umbildungen im Vorstand im Nachgang der Umgründung an und er suchte nach neuen Gesichtern. Ich hielt das zunächst für einen Witz, da ich wie gesagt bisher nur auf Vereinsebene tätig war. Ich hatte aber Interesse das Schach voran zu bringen und wollte mehr die Interessen der Vereine in den Blick nehmen. Und Teil von tollen Teams auf noch cooleren Veranstaltungen wie der DJEM sein.


Wie bewertest du den Ist-Zustand der DSJ?

Als sehr positiv: Die Vorstandspositionen sind kompetent besetzt und wir sind ein junges (Ich gehöre zur älteren Hälfte), motiviertes Team mit vielen neuen Ideen. Das gilt für das Ehren- genauso wie für das Hauptamt. Wir arbeiten kontinuierlich daran unsere bestehenden Projekte immer weiter zu verbessern, unser Sommercamp geht dieses Jahr beispielsweise schon in die vierte Runde.
Aber auch das ein oder andere neue Projekt steht schon in den Startlöchern. Hier sei beispielsweise unsere C-Trainerausbildung genannt, welche schon im April starten wird. Die ersten Lehrgänge sind bereits fast vollständig ausgebucht, was uns natürlich riesig freut. Im Zuge unserer neuen C-Trainerausbildung werden auch wieder alte Konzepte, die während der Coronazeit eingeschlafen sind, wie die Patentlehrgänge überarbeitet und mit neuem Leben gefüllt.
Ohne die finanziellen Mittel wären diese Projekte aber nicht umsetzbar. Hier sind wir nach den letzten Einigungen mit dem DSB aber gut aufgestellt und blicken positiv in die Zukunft.


Worauf können wir uns bei der DSJ in den nächsten beiden Jahren freuen?

Ein paar Sachen habe ich bereits angesprochen. Die DSJ startet eine große Ausbildungsoffensive: Im April starten sowohl der C-Trainer, als auch der neugeschaffene D-Trainer, eine Zwischenstufe zwischen Schulschachpatent und C-Trainer. Hier schaffen wir ergänzend zu den Angeboten der Ländern eine zeitlich flexible Ausbildung, mit der wir neuen Zielgruppen die Teilnahme ermöglichen wollen, die an den bisherigen Lehrgangsmöglichkeiten nicht teilnehmen konnten. Teil dieser neuen Ausbildung sind auch diverse Patentlehrgänge, u.a. parallel zur DJEM.
Auch das Konzept der Siegel wird aktuell überarbeitet und verfeinert, hier hört ihr vielleicht schon sehr bald Neues.
Seit Anfang des Jahres haben wir auch diverse Online-Seminarreihen im Programm. Einen Aufschlag hat hierbei die AG IT mit sechs Seminaren rund um verschiedene Themen der Schach-IT, welche gut ankommen. Als nächstes stehen Vorträge rund um das Trainerdasein an und auch das Thema Öffentlichkeitsarbeit ist angedacht.
Mit diesen Projekten wollen wir gerne neue Menschen, die unsere anderen Angebote vielleicht noch nicht kennen, erreichen und an uns binden.


Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem DSB?

Wir machen stetig Schritte aufeinander zu! Gerade im Finanzbereich konnte in Zusammenarbeit dem ehemaligen Vizepräsident Finanzen Axel Viereck viel erreicht werden. So haben wir gemeinsam die Projektmittel abgeschafft und die DSJ finanziell auf stabile Beine gestellt. In anderen Bereichen gibt es leider immer noch Gesprächsbedarf, hier fühlen wir uns leider nicht immer ausreichend gehört. Die Kommunikation und Zusammenarbeit funktioniert aber besser als früher. Dies zeigt sich an den gemeinsamen Projekten, wie dem neuen Mädchen- und Frauenschachprojekt und dem C-Trainer.


Was machst du, wenn du nicht Schach spielst?

Aktuell schreibe ich meine Masterarbeit der Physik. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, verreise ich gerne. Als Norddeutscher im Kern bin ich auch gerne auf dem Wasser, am liebsten mit einem Segel.

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