GM- und IM-Normenturniere Runde 5 und 6
Jakob Leon Pajeken konnte den Aufschwung des Vortages nicht in Runde 5 übernehmen und unterlag Toms Katans.
GM-Turnier
Herbe Rückschläge für Normchancen
Damit steht Pajeken nach Runde 5 bei 2,5 Punkten. Eine Norm würde 6,5 Punkte erfordern und ist somit nur noch theoretisch erreichbar.
Das gleiche Schicksal ereilte auch Julian Martin der in seiner Partie gegen Adrian Gschnitzer unter die Räder kam. Die Normenchancen für Martin sind damit gestorben. Gschnitzer selber steht wie Pajeken bei 2,5 und benötigt einen wunderlichen Lauf.
Die besten Normchancen nach Runde 5 weist Ashot Parvanyan auf. Kaum sitzt ihm kein Großmeister mehr gegenüber, mutiert er selber, zumindest spielerisch, zu eben diesem und verweist Nikolas Wachinger in seine Schranken. Parvanyan steht somit bei 3/5 und benötigt „lediglich“ 3,5 Punkte aus den restlichen Partien.
Unsere Dauerremise in menschlicher Form, Arthur de Winter, hat auch in Runde 5 den Erwartungen entsprochen. Mit 4 aus 4 könnte er seine GM-Norm noch erfüllen.
An die Spitze der Tabelle konnte sich mit einem Sieg über Collin Colbow GM Vladimir Baklan setzen. Dem Sieger des Turniers winkt ein Preisgeld von 300 € über das sich Baklan mit Sicherheit freuen würde.
IM-Turnier
Normchancen in Aussicht
Durch einen Sieg in Runde 5 setzt sich IM Floryan Eugene mit 4,5 Punkten an der Tabellenspitze ab. Verfolgt wird er dabei von IM Michael Kopylov und FM Adrien Rodriguez, beide kamen über eine Punkteteilung nicht hinaus, sodass sie sich den 2. Platz mit 3,5 Punkten teilen. Dabei profitierte insbesondere Rodriguez durch eine Ungenauigkeit von IM Jonathan Carlstedt in einem komplexen Turmendspiel wodurch er sich in die Punkteteilung retten konnte.
Darüber hinaus bringt Runde 5 noch zwei entschiedene Partien. Quang Thai Ngo hält seine Gewinnserie am Laufen und steht nun bei 2,5 aus 5. Im Duell der Spieler mit 2 Punkten obsiegt der Hamburger Isaac Garner über Gedeon Hartge. Garner steht damit bei 3 Punkten und benötigt 2,5/4 für eine IM-Norm. Das wäre nach Grenke 2025 seine zweite Norm. Ngo benötigt für eine Norm noch drei Punkte.
In der Nachmittagsrunde lieferten Stork – Rodriguez und Kopylov – Garner zwei schnelle Remis ab. Für Rodriguez der bereits bei +2 Siegen steht ist das der richtige Weg für die Norm. Stork wird sich seine Kräfte sparen um am nächsten Tag ausgeruht angreifen zu können. Für ihn geht es nicht mehr um eine Norm, wohl aber um wertvolle ELO-Punkte.
Garner benötigt nach dem Remis nur noch 2 Punkte aus 3 Partien. Er wird vermutlich am Samstag auf Angriff setzen und versuchen auf den ganzen Punkt zu gehen.
GM-Turnier
Das letzte Echo einer Norm
Mit der Nachmittagsrunde haben sich auch die letzten Normchancen unserer Jäger verabschiedet. Moment mal…alle? Nein. Ashot Parvanyan remisiert in Runde 6 und steht jetzt bei 3,5 Punkten. Mit 3 aus 3 könnte hier doch noch eine Norm erzielt werden. Das Schlussprogramm hat es aber in sich. In Runde 7 wartet GM Meshkovs, in Runde 8 IM Pajeken und in Runde 9 GM Kantans.
Pajeken und de Winter trennen sich ebenfalls Remis. Für beide geht es jetzt noch um wertvolle Elopunkte denn neben den notwendigen Normen muss ein Spieler der den GM-Titel führen will zu einem beliebigen Zeitpunkt die Elomarke von 2500 erreicht haben.
Dass Nikita Meshkovs den GM-Titel zurecht trägt hat er in seiner Partie gegen Julian Martin unter Beweis gestellt. Martin kam äußerst gut vorbereitet ans Brett. Dies zeichnete sich besonders durch den kurzen Bedenkzeitverbrauch im Gegensatz zu seinem Gegenspieler aus. Vorbereitung bringt dich aber zumeist nur in vorteilhafte Positionen und gewinnt dir selten das Spiel. Die besseren Züge am Brett hat schlussendlich der Großmeister finden können.
Den zweiten großmeisterlichen Skalp konnte sich Collin Colbow anheften. Nach Niita Meshkovs ist am Nachmittag auch Toms Kantans der Ruhe Collbows im Mittelspiel erlegen. Nach zwei Niederlagen in Folge ist das genau das Ergebnis das der junge Bremer gebraucht hat.
Endspielkenntnisse musste Vladimir Baklan aus dem Ärmel schütteln als er sich in einem Endspiel mit Mehrbauern gegen Nikolas Wachinger wiederfand. Routiniert manövrierte er seine Dame so, dass er zwar seinen Freibauern aufgab, dafür aber den Materialunterschied auf zwei Bauern ausbauen konnte. Viele Schachs später stellte Nikolas alle Versuche das unausweichliche Ende in die Länge zu ziehen ein und gratulierte Baklan zu Punkt Nummer 5.
IM-Turnier
Einsam an der Spitze
In der Nachmittagsrunde lieferten Stork – Rodriguez und Kopylov – Garner zwei schnelle Remis ab. Für Rodriguez der bereits bei +2 Siegen steht ist das der richtige Weg für die Norm. Stork wird sich seine Kräfte sparen um am nächsten Tag ausgeruht angreifen zu können. Für ihn geht es nicht mehr um eine Norm, wohl aber um wertvolle ELO-Punkte.
Garner benötigt nach dem Remis nur noch 2 Punkte aus 3 Partien. Er wird vermutlich am Samstag auf Angriff setzen und versuchen auf den ganzen Punkt zu gehen.
Auch am frühen Abend vermochte es Jonathan Carlstedt eine Gewinnstellung zu erspielen, welche er nun auch in einen vollen Punkt umwandeln konnte.
Die Siegesserie von Quang Thai Ngo kam abrupt zu Ende als er Marian Can Nothnagel zum Sieg gratulieren musste. Beide Spieler griffen die jeweilige gegnerische Stellung an Marian Can hatte dabei aber das richtige Fernrohr im Gepäck und auf den schwarzen Monarchen gezielt währenddessen Quang Thai sich an den gegnerischen Bauern labte.
Noch einsamer an der Spitze ist es nach Runde 6 für Floryan Eugene geworden der wieder einmal sein Gegenüber zur Verzweiflung spielte und nun mit 5,5 Punkten aus 6 Partien über jeden Zweifel erhaben scheint. Sollte er nicht die letzten drei Partien verlieren, steht schon jetzt ein deutliches Eloplus am Horizont.
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