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Geschichten aus 50 Jahren DSJ - Rückblick 1974

In einer losen Artikelserie beleuchten wir Momente aus den letzten 50 Jahren.

Heute: Die erste Deutsche Einzelmeisterschaft in der Altersklasse U20w.

 

Die Geschichte der Deutschen Einzelmeisterschaft in der Altersklasse U20 geht bis zum Jahre 1947 zurück. Die Meisterschaft vor über 70 Jahren gewann Lothar Schmid, der berühmte Karl-May-Verleger, Großmeister und Schiedsrichter des legendären WM-Kampfes Bobby Fischer – Boris Spassky.


Bei der Gründung der DSJ im Jahre 1970 forderte Christian Zickelbein, aus Hamburg, das Schachspiel mit und für Mädchen besonders zu fördern. Doch bei der bloßen Forderung blieb es lange Zeit, obgleich sich die damalige Mädchenreferentin Ursula Wasnetsky sehr bemühte, das Mädchenschach voran zu bringen. Doch sie stieß auf viele Widerstände. Im SK Lehrte, aus Niedersachsen, fand sie einen Mitstreiter, der erste Mädchenturniere unter ihrer Leitung ausrichtete.

Zum Beispiel wurde 1973 ein Juniorinnenturnier ausgerichtet mit 16 Teilnehmerinnen, von denen immerhin 12 noch jugendlich waren. Dieses wurde zum Anlass genommen, dass die Jugendversammlung 1973 beschloss „probeweise“ eine Mädchenmeisterschaft auszutragen. Diese wurde 1974 mit dem Ausrichter SK Lehrte als erste Deutsche Einzelmeisterschaft U20w ausgespielt. Es gewann souverän die damalige Spitzenspielerin Gisela Fischdick, die lange Zeit die Nummer Eins im deutschen Frauenschach war. Die Mädchen nahmen anscheinend keinen Schaden durch die Meisterschaft, denn aus „probeweise“ wurde eine feste Deutsche Mädchenmeisterschaft. Doch es dauerte noch viele Jahre bis weitere Turnierangebote im Mädchenbereich geschaffen wurden. Nach dem Rückzug als Referentin von Ursula Wasnetzky 1976 war es erstmal vorbei mit Initiativen zur Förderung von Mädchen im Schach. Erst mit der Wahl von Susanne Hund 1983 änderte sich das. Im Jahre 1974 wurde die Deutsche Einzelmeisterschaft in der Altersklasse U15 und 1976 in der U17 ins Leben gerufen.


Doch im Mädchenbereich dauerte es noch bis ins Jahr 1983, bis es zu einem zweiten Turnierangebot kam. Es wurde das Kadettenturnier - so hieß es wirklich - für Mädchen geschaffen. Daran konnten, als offenes Turnier gespielt, alle Mädchen bis U16 teilnehmen. Die erste Gewinnerin war Bettina Trabert.

Alle weiteren Änderungen im Einzelspielbetrieb wurden erst mit der Wiedervereinigung mit dem Schachverband der DDR ab 1990 eingeführt.

 

Jörg Schulz

 

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