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| Mädchenschach

Girlspower am Brett: Mädchenschachturnier 2019

Am Sonntag, den 17. März trafen sich 24 Mädchen, um sich mit Mädchen aus anderen Schulen und Vereinen zu messen. Neben den Teilnehmerinnen aus dem Ausrichterverein USV Halle waren Mädchen aus Vereinen, Schacharbeitsgemeinschaften und von Horten aus der Stadt Halle, aber auch Leipzig und Schkopau vertreten.  Dieses Turnier wird schon seit einigen Jahren ausgerichtet und soll die Plattform bilden, dass Mädchen unter sich sind und nicht wie so oft nur mit eigenen Wertungen in gemischten Turnieren oder sogar in gemeinsamen Wertungen sich mit Jungs messen müssen. Das Turnier soll auch den Mädchen die Chance geben, die sich sonst noch an keine Turniere wagten, hier ihr schachliches Können auf die Probe zu stellen. 

Im Vordergrund steht unseren Schachsport noch interessanter für Mädchen zu machen. In einem Mädchenturnier fühlen sich die Girls halt wohler als z.B. in einem Turnier, welches vorwiegend mit alten Männern besetzt ist. Die erlebte Turnieratmosphäre gab uns auch recht. 

 

Natürlich können sich Mädchen in diesem Sport auch mit den Jungen messen, die meistens aggressiver und impulsiver spielen. Manchmal kommt das aber bei den Jungen auch in den Pausen durch. In gemischten Turnieren sieht man deshalb zwischen den Runden oft reine Jungs- und reine Mädchengruppen.

Schön war anzusehen, wie die Mädchen sowohl beim Spiel als auch zwischen den Runden miteinander umgegangen sind. Fair aber hart am Brett, sowie ein freundschaftliches, lustiges und aufgeschlossenes Miteinander in den Pausen war das prägende Turnierbild.

Gespielt wurden 5 Runden Schnellschach mit 20 Minuten in der Altersklasse U8 bzw. 30 Minuten in den Gruppen U10 und der dritten Gruppe mit allen anderen Mädchen bis 16 Jahre.

Eine Überraschung war die Altersklasse U8. Erwartet wurde, dass es hier vielleicht zu dem einen oder anderen Patt kommt, sich auf Remis geeignet werden muss, weil der Matt-Gewinnweg nicht gefunden wird. Das Gegenteil trat ein: Es nicht ein einziges Patt, keine schnellen Partien, stattdessen sahen die Betreuer ein gutes Zeitmanagement beim Spiel. Gleich drei Mädchen hatten sowohl die gleichen Punkte, als auch die gleichen Zweit- und Drittwertungen. Da musste die Turnierleitung schnell entscheiden: Soll eine vierte Wertung herangezogen werden, wird die Platzierung durch Blitzschach ermittelt, oder, so ist es dann auch geschehen, gibt es gleich drei Siegerinnen?  Die Goldmedaillen gingen an drei Mädchen des stark vertretenen Vereins SC Leipzig-Lindenau. Aaliah Rotzsch, Nele Weitzer und Raphaela Meyer hießen die glücklichen Siegerinnen. Raphaela präsentierte stolz ihre Medaille, ihre erste und die dann gleich Gold. 

Anders bei der U10. Dort gab es drei klare Platzierungen. Sariana Hesse vom Roten Turm, gewann vor Luisa Kießling vom SC Leipzig-Lindenau und Tessa Meurer ebenfalls vom Roten Turm. In dieser Gruppe waren einige Neulinge, die ihre ersten Erfahrungen am Wettkampfbrett sammelten. Es gab Patts und auch einige eigentlich gewonnenen Stellungen, die dann doch nur mit einem Remis abgeschlossen werden konnten. Man merkte aber immer, dass der Wille zum Sieg sehr stark war. Die wenigen Tränen, wenn es zum Gewinn nicht reichte, waren schnell getrocknet. In dieser Gruppe wurde auch die interessanteste Partie des Turniers gekürt. Antonia Marcinkowski spielte gegen Antonia Brand. Beide kamen von der Sankt Franziskus-Grundschule, beide Turnierneulinge. Im Endspiel mit Dame und drei Bauern gegen zwei Türme und vier Bauern schlugen sie sich wacker bis kurz vor dem Blättchenfall und reichten sich angesichts der schwierigen Partieführung erschöpft aber glücklich die Hand zum Remis.

Im offenen Turnier rundeten Lilly Heintz und Nele Gerdes-Götz die Erfolgsstory des SC Leipzig-Lindenau ab. Mit souveränem Spiel und 5 Punkten aus 5 Runden lies Lilly keinen Zweifel daran, dass sie die Goldmedaille mit nach Hause nehmen wird. Ihr folgten mit Abstand Nele mit 3,5 Punkten und Tessa Meurer mit 3 Punkten.  Dieses Turnier wurde als Rundenturnier gespielt. Einige Mädchen sagten kurzfristig ihre Teilnahme ab, andere Mädchen, wie z.B. die spielstarke Kristin Dietz und Anastasia Voigt des USV Halle nahmen erfolgreich an der U14-Mannschaftsmeisterschaft teil (siehe auch Bericht von Dr. Joachim Kirmas auf unserer Homepage).  

Die beim Mädchenturnier anwesenden Betreuer bekundeten die Absicht, vor der nächsten Saison rechtzeitig einen Termin zur Turnierdurchführung zu finden und vereinbaren, bei dem es keine Überschneidung mit anderen Events gibt. Auch andere Wege zur Förderung des Mädchenschachs wurden besprochen. So beabsichtigen Lieselotte Schneider vom USV Halle mit ihrer Schach-AG der Grundschule Frohe Zukunft mit Harald Niesch vom SC Leipzig-Lindenau im Kontakt zu bleiben und Wettkämpfe zu organisieren.



Jürgen Gutsche

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