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Deutsche Schulschachmeisterschaft dreier WKs in Berlin

Pokale für alle bei der DSM in Berlin

Sieger der WKII: Die Arnoldischule Gotha

Nachdem die WK M bereits zwei Jahre in Berlin stattfand, sollten dieses Jahr zwei andere dazukommen. Vom 02. bis 06. Mai spielten die WKs II, III und M ihren Meister aus. Drei WKs auszurichten war bisher in Deutschland auch noch nicht so häufig. Die Schachjugend in Berlin hatte sich also einiges vorgenommen.

Zuerst musste ein Spielort gesucht werden, denn der Spielort aus den letzten Jahren war für drei WK zu klein. Doch mit der vor 3 Jahren neu eröffneten Jugendherberge am Ostkreuz hatten wir eine gute Alternative: Nahverkehrsmäßig perfekt angebunden (Ostkreuz halt), ein großer Spielsaal, weitere mittlere und kleinere Seminarräume, genügend Betten für alle, max. 6-Bett-Zimmer und Kosten, die für eine Jugendherberge in Ordnung gehen. Im Nachhinein waren die Rückmeldungen zum Spielort auch äußerst positiv, sodass sich die Wahl als richtig herausgestellt hat.

Anmeldung und Registrierung verliefen gut, wenn auch das ein oder andere Hindernis überwunden werden musste, was teilweise dank der Mithilfe und des Verständnisses der Betreuer bewerkstelligt werden konnte. So konnte also die erste Runde starten.

Gespielt wurde mit dem "neuen" Modus: 3 - 2 - 1 - 1. Donnerstag 3 Runden, Freitag 2, Samstag und Sontag jeweils eine. Die Überlegungen der DSJ und der Landesschulschachbetreuer gingen dahingehend, dass eine Verlängerung der Meisterschaft um einen Tag mehr Vorteile als Nachteile einbringt: Höherem Zeit- und Kostenaufwand standen mehr Freizeit (für Berlin) und längere Pausen gegenüber, was sich auf Qualität der Partien durch längeren Pausen und intensiverer Analyse/Vorbereitung auswirken sollte. Die bisherigen Rückmeldungen seitens Spieler und Trainern dazu waren ebenfalls positiv, sodass dieses System 2019 beibehalten werden soll.

 

WK II:
Die Ausgangslage sah das Private Gymnasium Brecht aus Hamburg (Brecht-Schule Hamburg) mit über 100 DurchschnittsDWZ mehr ziemlich klar an 1. In den ersten Runden lief es für die Hanseaten auch ganz gut, bekamen sie in Runde sogar Schützenhilfe von den Niedersachsen aus Delmenhorst, die den stärksten Verfolger, die  Arnoldischule Gotha besiegte. In Runde 4 wurden dann eben jene Helfer mit 3:1 geschlagen. Es lief also alles bestens. Doch die lange Mittagspause am Freitag scheint den Spielern von der Alster nicht gut getan zu haben. Man holte gegen die Thüringer gerade mal einen halben Brettpunkt und auch die Delmenhorster verloren überraschend gegen stark spielende Leipziger. In Runde 6 hatten dann 4 Mannschaften 8 Mannschaftspunkte, da sich Lokalfavorit Heinrich-Hertz-Gymnasium Berlin wieder nach vorne geschoben hatte, nachdem sie in Runde 3 von Hamburg besiegt wurden. Hamburg und Gotha behielten im Messen dieser 4 untereinander als jeweilige Favoriten die Nerven und ließen auch in Runde 7 nichts anbrennen. Also musste die Zweitwertung entscheiden. Und hier hatten die Thüringer den einen Punkt mehr. Die Arnoldischule Gotha wird Deutscher Meister 2018 in der WK II, das Private Gymnasium Brecht aus Hamburg Vizemeister, an drei landet das Gymnasium an der Willmsstraße Delmenhorst. Übrigens erübrigen sich Diskussionen um die Zweitwertung, da sowohl Buchholz- als auch Brettpunkte für die Thüringer sprechen.

 

WK III:

Die Startrangliste sah das Georg-Cantor-Gymnasium Halle und das Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach als klare Favoriten, wobei die Hallenser nochmal einen Tick stärker schienen. Es sollte sich bewahrheiten. Die Württemberger stolperten bereits in Runde 2 mit einem Mannschaftsremis gegen das Gymnasium aus dem hessischen Oberursel und verloren prompt die nächste Runde gegen die Sachsen-Anhaltiner. Standen zwischen Halle und dem Meistertitel wohl nur noch die Hessen. Doch die waren hartnäckiger als vermutet ("zu spät, die Hesse komme"). Cantor mit lediglich Mannschaftsremis gegen Oberursel, in Runde 6: wieder nur Remis gegen Christianeum Hamburg-Altona, während Oberursel aufdreht, gegen Otto-Nagel gewinnt und auch Marbach sich wieder rantasten kann. So haben wir zur 7. Runde Cantor und Oberursel mit 10 MP im Fernduell, Cantor das erste Mal nicht an Tisch 1, während es auch an Tisch 3 noch um bis zu Platz 2 geht. Doch das Frühlingsmärchen der Hessen sollte nicht sein. Nach dem starken Turnier hatte man es ihnen fast gegönnt, doch in der letzten Runde läuft es gegen sie. Unerwartet verlieren sie gegen die 7 Plätze hinter ihnen gesetzten Thüringer aus Erfurt und werden undankbar 4. nach 5.-Wertung, weil sie mit eben jenen Erfurtern komplett punktgleich sind. Das Georg-Cantor-Gymnasium kann ungefährdet gewinnen und wird Deutscher Meister 2018 in der WK III. Vizemeister wird dann doch noch das Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach, sodass die Startrangliste eingehalten wird. An drei landet nach einem starken Auftritt in den letzten Runden das Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt.

 

WK M:

Bei den Mädels wurden wieder einige Freiplätze vergeben, sodass wir auf 22 Mannschaften kamen. Klar an 1 gesetzt war hier niemand, allerdings erwartete die meisten einen Meister aus dem Norden: Die NDSJ war quasi mit ihren starken Mannschaften aus Berlin, Halle und Lingen dabei, daneben hatte Düsseldorf noch ein Wörtchen mitzureden. Doch in Runde wurde erstmal alles über den Haufen geworfen. Mannschaftsremisen an Tisch 1 und 2 von den vier erwähnten Mannschaften. Im Spitzenduell kann sich dann Georg-Cantor-Gymnasium Halle gegen Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin behaupten, während das Mannschaftsremis von Düsseldorf und Lingen beiden wenig bringt. Cantor scheint mit einem Punkt auf Abstand zu gehen, doch sie holen gegen das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf nur Remis, während die Verfolger gewinnen. In der vorletzten Runde kann sich Kollwitz nach Sieg gegen das Franziskusgymnasium Lingen als Verfolger von Cantor behaupten, die jetzt allerdings alle Verfolger mal durch hatten und nur noch den Vorsprung verwalten müssen. Das schaffen sie dann in der letzten Runde auch. Im Verfolgerfernduell gewinnen Humboldt und Kollwitz. Schließlich wird also das Georg-Cantor-Gymnasium Halle Deutscher Meister 2018 in der WK M, Vizemeister nach allen Zweitwertungen das Käthe-Kollwitz-Gymnasium aus Berlin und 3. das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf.

 

Das Georg-Cantor-Gymnasium geht mit zwei Meistertiteln nach Hause, da scheint man wohl sehr gute Arbeit zu machen. Auch der 3. Meistertitel bei den "Großen" geht mit Thüringen in die neuen Bundesländer. Überhaupt bleiben die Erfolge v.a. im Norden oder Osten der Republik, wenn man nur die Plätze 1 bis 3 betrachtet. Nur Württemberg und NRW können hier zwei Ausnahmen erspielen. Ich hoffe, dass im nächsten Jahr trotzdem aus allen Bundesländern wieder Mannschaften anreisen. Nach dem ersten Turnier am neuen Spielort und mit 3 WK sollte es nächstes Jahr mit den Erfahrungen von 2018 reibungsloser verlaufen.

Olaf Sill

Mehr Fotos unter: http://www.deutsche-schachjugend.de/2018/dsm/impressionen/ oder http://www.schachjugend-in-berlin.de/dssm-2018/

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