Zum Hauptinhalt springen
 
| Verband, TOP Meldung, Öffentlichkeitsarbeit

Ohne Verein und ELO gegen den Weltmeister? Interview mit Sören Marx! Teilnehmer beim Uhrensimultan in New York

v.l.: Sören Marx und Magnus Carlsen

Sören, du hattest das große Glück als Teilnehmer beim Uhrensimultan gegen Magnus Carlsen in New York dabei zu sein. Bei vielen Plattformen wurde ja darüber berichtet, z.B. Chessbase oder Turnierseite.

Du bist 19 Jahre alt und für dich ging bestimmt ein Traum in Erfüllung. Du warst der einzige Vertreter aus Deutschland. Und du bist in keinem Schachverein und hast auch keine ELO und DWZ. Bevor wir darauf genauer eingehen erst einmal die Frage: Wie war es gegen den Weltmeister zu spielen?

Es war großartig! Das Gefühl ist unglaublich schwer zu beschreiben. Man hat das Gefühl, es gibt keinen besseren Gegner. Eigentlich kenne ich Magnus nur aus Videos und dem Netz, aber live gegen Ihn zu spielen, ist etwas Besonderes. Er hat eine Aura, die bereits seine Spielstärke ausstrahlt. Dementsprechend war ich ganz aufgeregt und angespannt.


Wie kamst du selbst zum Schachspielen?

Ich habe 2014 einen Artikel im Spiegel über Magnus Carlsen gelesen, der hieß Carlsen der Große. Das Interview wurde während einer Schachpartie geführt. Magnus entsprach für mich so überhaupt nicht dem typischen Klischee, das ich damals von Schachspielern hatte. Dieser Artikel hat mich so fasziniert, dass ich am gleichen Tag noch ein altes Schachbrett raussuchte und anfing, mit meinem Bruder zu spielen. Danach habe ich angefangen, im Internet zu spielen, vor allem auf der „Play Magnus App“ ....

 

… kamst du darüber auch an die Einladung zum Simultan nach New York?

Ja. Die Teilnahme wurde ausgelost. In der ersten Runde hatte ich aber kein Glück. Dann bekam ich eine Nachricht mit dem Betreff Play Magnus Live-Challenge Gratulation. Ich war total aufgeregt, als ich den Betreff las und total glücklich, als ich den Inhalt verstanden hatte. Ich musste mich dann innerhalb von 48 Std. entscheiden. Es war aber natürlich keine Frage, dass ich dorthin gehe.

 

Wie war es in New York?

Die Organisation wurde von dem Team um Magnus komplett übernommen. Flug, Hotel, Programm, alles komplett! Drei Tage New York! Echt cool! Am ersten Tag war Anreise und am Abend gab es ein Treffen mit den anderen Teilnehmern. Außerdem bekam jeder ein  Booklet mit der Kurzbeschreibung aller Teilnehmer. Am nächsten Tag ging es dann ins Liberty Center, wo auch der Wettkampf stattfand. Fabiano Caruana und andere Schachgrößen waren auch da. Der Wettkampf wurde sogar im Fernsehen übertragen. Das habe ich aber erst im Bus auf dem Weg dorthin erfahren und meine Aufregung stieg noch mehr. Nach einem gemeinsamen Essen ging es dann in die Playing Area. Elf Tische standen bereit, und es gab Interviews für das Fernsehen. Magnus hatte an allen Brettern Weiß.

Die Partien gibt es bei Chess24.
Für mich war es grandios, ich durfte gegen mein Idol spielen. Ich fühlte mich wie in Trans. Einfach fantastisch! Die Partie begann mit d4, darüber war ich glücklich.

 

Warum?

Bei e4 hätte ich mich nicht so ausgekannt. Ich hatte bei Lichess.org mal gegen einen Großmeister eine Onlinepartie gespielt, da stand ich gar nicht so schlecht und die begann auch mit d4. Ich wollte am Königsflügel auch keinen Angriff gegen Magnus riskieren, daher habe ich am Damenflügel gespielt. Ich wollte meine Zeit mit ihm maximal ausreizen und habe sehr lange überlegt, um keinen taktischen Fehler zu machen. Am Ende hatte ich keine Zeit mehr, und dann ist es doch passiert. Ich habe im 25. Zug eine Figur eingestellt und aufgegeben. Es war Adrenalin pur.

Als Preis habe ich ein signiertes Schachbrett und eine T-Shirt erhalten. Am Abend gab es dann noch ein Bankett in der norwegischen Botschaft. Es war wie im Traum, wie ein Lottogewinn.

 

Wie hast du dich auf das Simultan vorbereitet?

Ich habe viel im Internet gespielt und mir wahnsinnig viele Partien von Magnus angesehen. Und ich hatte mir vorgenommen, so lange wie möglich zu spielen.

 

Uns als deutsche Schachjugend interessiert aber noch mehr. Du bis ja in keinem Verein, wo spielst du dann Schach?

Ich spiele hauptsächlich bei der Play Magnus App und auf anderen Onlineplattformen. Das mache ich mindestens -einmal täglich. Ab und zu spiele ich hier in Kiel auch auf der Straße; da gibt es in der Fußgängerzone ein Großfeld-Schach. Einmal habe ich da gegen einen älteren Herrn gespielt und die Eröffnung der Partie verpatzt. Trotzdem habe ich nach 4 Std. doch noch gewonnen. Obwohl ich nur rumgestanden und nachgedacht habe, war ich danach total erschöpft. Faszinierend!

 

Was fasziniert dich an Schach?

Es ist ein Kampf, der mit Kreativität, gedanklicher Tiefe und Intuition gewonnen werden kann. Und man lernt immer etwas Neues, Tag für Tag.


Was sind aus deiner Sicht die Stärken des Internetschachs?

Die Schnelligkeit! Man lernt ja bei jedem Spiel, und im Internet habe ich die Möglichkeit, jederzeit unendlich viele Partien zu spielen und sehr schnell sehr viel besser zu werden. Das ist mein einziges Training. Dass man im Internet unendlich viele Partien spielen kann, sieht Magnus übrigens auch so. Ich hatte ja direkt nach meinem Spiel und beim Bankett die Möglichkeit mit Ihm zu reden.

 

Warum bist du seither noch in keinem Verein?

Durch mein Studium finde ich gerade keine Zeit dafür. Die Spielabende kollidieren meist mit meinen Veranstaltungen im Studium. Ich könnte mir das aber gut vorstellen.

 

Was müsste ein Verein dir bieten, damit du Mitglied wirst?

Die meisten Vereine haben 1 Spielabend pro Woche. Das ist mir zu wenig. Vielleicht müsste der Verein eine Gruppe auf einer Internetplattform haben, um digital im Netz zu spielen. Dann könnte man am Vereinsabend die Partien analysieren. Gerade für junge Mitglieder, so wie mich, stelle ich mir das attraktiv vor. Ich bin ja auch erst 19 Jahre alt und spiele gerade seit 2 Jahren Schach. Man könnte dann viel Partien im Netz spielen, dort werden die automatisch dokumentiert und man kann diese dann analysieren.

 

Möchtest du der deutschen Schachjugend noch etwas mit auf den Weg geben?

Wenn man Spaß am Schach hat und Zeit investiert, dann ist alles möglich, sogar gegen den Weltmeister zu spielen. Magnus ist der Grund, warum ich angefangen habe, und er ist mein Idol. Mir gefällt, wie er alles unter einen Hut bringt. Er ist ja auch Modell und spielt Fußball. Bei seinen öffentlichen Auftritten wirkt er so authentisch. Es gibt um ihn schon ein gewaltiges Fantum. Ich glaube, als junger Mensch kann man sich gut mit Magnus identifizieren, und das bringt den ganzen Schachsport weiter, so wie damals bei Bobby Fischer.

 

Wie ist dein Tipp für die WM in diesem Jahr in New York und wie wirst du diese verfolgen?

Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich den Plan, die WM im Internet, hauptsächlich über Worldchess.com zu verfolgen, da diese Seite die umfassendsten Möglichkeiten dafür bietet. Ich halte Karjakin auf Grund seiner spielerischen Ausdauer und Nervenstärke für einen sehr ernst zu nehmenden und schwierigen Gegner. Dennoch bin ich mir sicher, dass Carlsen diese WM gewinnen und seinen Titel verteidigen wird.

 

Vielen DANK an Sören Marx, der sich für das Interview mit uns bereit erklärt hat. Wir wünschen weiterhin viel Spaß beim Schach und Erfolg beim weiteren Lebensweg.

Das Interview wurde von Carsten Karthaus geführt.

| Startseite, Schulschachkongress, Schulschach

Einladung zum 10. Deutscher Schulschachkongress

Zum Jubiläum laden die Deutsche Schachjugend und die Deutsche Schulschachstiftung nach Trier ein.

weiterlesen
| TOP Meldung, International, Startseite

Erfolge bei der Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung

Vom 5. bis 13. Oktober war Dresden Austragungsort der 3. Weltmeisterschaft für Schachspieler mit Behinderung. Unter den Spitzenplätzen des gemeinsamen Turniers des Gehörlosenverbandes (ICCD), des Verbandes der physikalisch eingeschränkten Personen (IPCA) und des Blindenschachverbandes (IBCA) fanden...

weiterlesen
| Jugendsprecher, Startseite

Jugendworkshop "Planung und Organisation" durchgeführt

Vom 22.09. bis zum 24.09. hat der Jugend Workshop „Planung und Organisation“ mit Erfolg in Berlin statt gefunden.

Nach unserer Ankunft um 18:00 Uhr in der Jugendherberge fing es klassisch mit einem Kennlernspiel an. Anschließend sind wir alle zusammen durch Berlin spaziert und haben uns die...

weiterlesen
| Jugendarbeit, Startseite

Jussupow Schachschule - Projekt erfolgreich gestartet

Nach Monaten der Vorbereitung durch die Jussupow Schachschule war es endlich soweit und am Wochenende 23.-24. September konnten wir unserer Arbeit an dem Förderprojekt in der Schachschule offiziell beginnen.

Jörg Schulz,  Geschäftsführer der DSJ, konnte zwanzig schachbegeisterte Kinder, ihre...

weiterlesen
| DLM, TOP Meldung

Berlin ist neuer Deutscher Ländermeister!

5 Tage Deutsche Ländermeisterschaft sind vergangen! Und es war eine spannende Meisterschaft! Die Sieger der letzten Runde wurden auch die Sieger des Turniers, auch wenn es zwischendurch immer wieder verschiedene Spitzenreiter gab.

Eines Favoriten würdig übernahm die 1. Mannschaft aus Baden von...

weiterlesen
| DLM, Startseite

Klimawandel bei der DLM

Dass bei der DLM eine Mannschaft acht Spieler und ein Turnier sieben Runden haben, daran musste der heutige Feiertag einige Teams erinnern. Trotz allgemeiner Arbeitsruhe stand eine Doppelrunde auf dem Programm, die allen Spielern noch einmal höchste Konzentration abverlangte.

Berlin startete mit...

weiterlesen
| DLM, Startseite

Hauptstadtbären in Afrika

Berlin kam mit den tropischen Bedingungen heute besser zurecht als Baden und gewann das Duell um die Tabellenspitze mit 5-3. Das gleiche Ergebnis erzielte Schleswig-Holstein gegen Württemberg, sodass die beiden Teams morgen aufeinander treffen. Aus diesen beiden Teams kommen auch die einzigen...

weiterlesen
| Startseite, DLM

Baden und Berlin meistern die Safari

In Afrika geht’s heiß her: Baden und Berlin kamen dabei mit den tropischen Temperaturen (die Heizungen waren aufgedreht – in Afrika, Heizungen…) am besten klar: Baden gewinnt die beiden Runden mit 13-3 gegen Hessen und Niedersachsen, während Berlin sich jeweils 5-3 gegen Württemberg und...

weiterlesen
| Startseite, DLM

DLM - Tag 1

Afrika, Amerika, Europa oder doch Antarktis?

Diese Frage stellen sich regelmäßig die Teilnehmer der DLM auf der Suche nach ihrem Brett. Wer auch immer den Spielsälen ihren Namen gegeben hat – mit Amerika, Afrika, Europa und der Antarktis verteilen sich die 18 teilnehmenden Mannschaften in diesem...

weiterlesen
| Startseite, Sport, TOP Meldung

Drei Top-Ten-Platzierungen bei der Jugendweltmeisterschaft

 

Sieben deutsche Teilnehmer/innen starteten bei der Jugendweltmeisterschaft U14-U18 in Montevideo (Uruguay). Nach 11 Runden finden sich drei Deutsche unter den besten Zehn ihrer Altersklasse wieder: Der an Eins gesetzte Dmitrij Kollars belegte in der U18 ohne Niederlage Rang 6. Lara Schulze wurde...

weiterlesen