Zum Hauptinhalt springen
 
| Mädchenschach

Interview mit WGM Barbara Hund und Sarah Hund

Sarah Hund

WGM Barbara Hund

Was ist besser als eine Frau die Schach spielt? Zwei Frauen die Schach spielen :)
Wir haben WGM Barbara Hund und ihrer Tochter Sarah ein paar Fragen gestellt, wie das denn so ist, wenn Mutter und Tochter Schach spielen. Und, wo wir gerade schon dabei waren, haben wir direkt auch noch wissen wollen, wie man ihrer Meinung nach Mädchen vom Schach begeistern kann und welche Angebote dabei helfen können. 
Viel Spaß beim Lesen!
 

Barbara, wie bist du zum Schach gekommen?
Meine Eltern haben beide Schach gespielt. Durch die Geburt der Töchter hat sich meine Mutter vermehrt dem Fernschach gewidmet. So standen immer Schachfiguren im Zimmer, was zum „Damit-Spielen“ angeregt hat. In den Schachverein bin ich 1968 gekommen, weil meine Freundin dabei war.

Barbara, war es für dich logisch, dass deine Tochter auch Schach lernen soll?
Ich habe 2002 mit dem Jugendtraining im Verein begonnen. Sarah konnte ich nicht allein zuhause lassen und musste sie mitnehmen. Und sie hatte Spaß am Spielen. Deshalb habe ich in ihrer Grundschule eine Schach-AG gegründet. Insofern hatte es natürlich Einfluss darauf, dass sie Schach gelernt hatte. Im Übrigen stärkt Schach das analytische Denken, die Konzentrationsfähigkeit und die Teamfähigkeit, daher ist es immer eine tolle Sache Schachspielen zu lernen.

Sarah, hast du das Gefühl bei der Wahl deines Hobbies sehr von deiner Mutter beeinflusst worden zu sein?
Eigentlich nicht. Meine Mutter hat mich zwar in den Verein gebracht, aber Schach hat mir von Anfang an Spaß gemacht.

Barbara, was war deine Motivation, Schach als Leistungssport zu betreiben?
Logische Spiele haben mich schon früh gereizt. Beim Schachsport kamen noch der Wettkampf dazu und das Sehen der Erfolge, nach fleißigem Training und mehrzügigem Denken. Zudem bin ich ja in die Entwicklung des deutschen Mädchenschachs reingeboren, wo die Erfolge dann auch riesig waren. Trainingsmöglichkeiten (Kader etc.) wie heute gab es vor 40 Jahren kaum, da war viel Eigeninitiative gefragt. Ich hatte mir aber zu Beginn meines Studiums überlegt, ob ich nach dem Großmeister Titel (ich war fest davon überzeugt, den zu schaffen) eine Zeitlang „profihaft“ Schachspiele.

Sarah, hast du dich davon unter Druck gesetzt gefühlt, eine Großmeisterin als Mutter zu haben?
Ich mag es nicht, ständig mit meiner Mutter verglichen zu werden. Aber Druck? Eine andere Mutter habe ich nicht. Mich hat allerdings mal ein Spieler kritisiert, dass ich sehr lange gebraucht habe, ihn zu besiegen. Als Tochter einer Großmeisterin müsste das doch schneller gehen.

Barbara, wie waren deine Erfahrungen als Spitzenspielerin im männerdominierten Schach? Woher hast du die Kraft genommen, dich zu behaupten?
Oft gab es kaum weibliche Schachspieler. Da war mein Verein mit Mädchenüberschuss schon exotisch. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Junge ausgetreten ist, weil er gegen ein Mädchen die Qualifikation in die erste Jugendmannschaft verloren hat. Oft wurden nach einer Niederlage Witze gemacht „ich musst ja gegen zwei Damen spielen“. Erfolg macht stark und daher habe ich mich schachlich nie unterdrückt gefühlt.

Sarah, hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat deine Mutter dich darauf vorbereitet?Bei mir im Schachverein oder in der Schule waren immer recht viele Mädchen. Außerdem hatte ich immer den Ehrgeiz durch Leistung zu überzeugen. Das habe ich sicher von meiner Mutter abgeschaut. Schnell war ich „der“ beste Jugendliche im Verein und zurzeit in Karlsruhe sind auch die Mädchen vor.

Betreibt ihr den Schachsport auch gemeinsam?
Seit Sarah 2009 auch an Turnierschach Gefallen gefunden hat, fahren wir gemeinsam zu Turnieren, auch mit meinem Vater und Geschwistern. Am Anfang haben wir auf Turniere geachtet, in denen es verschiedene Gruppen gab.

Barbara, wie kam es zum Wechsel vom Leistungssport zur ehrenamtlichen Arbeit?
Mich hat ein Vereinskollege im Jahr 2002 gefragt, ob ich mit ihm das Jugendtraining leiten wolle. Das war mein Einstieg. Über den Kassenwart (diese Funktion im Verein hatte ich 11 Jahre inne) bin ich jetzt seit 16 Monaten 1. Vorsitzende des SK Freiburg-Zähringen 1887. Trotzdem betreibe ich Schach noch als Leistungssport und nehme an Turnieren teil, soweit meine Gesundheit das erlaubt.

Hast du dir das zum Vorbild genommen, Sarah?
Ich spiele in erster Linie Schach. Aber mir bereitet das Training und die Turnierbetreuung auch sehr viel Spaß. Mal sehen, was ich in 40 Jahren mache.

Legt ihr einen Schwerpunkt darauf, Mädchen zum Schach zu bewegen?
Es hat nicht speziell damit angefangen. Aber durch Sarah, die auch Freundlinnen mit zum Schach brachte, hatten wir im Verein immer relativ viele Mädchen. Das hat sich auch im Schulschach fortgesetzt. So haben wir alle Bezirksmeisterschaften für die Mädchen ausgerichtet. Bei den Mädchen konnten wir uns bereits schnell für die Deutsche Meisterschaft (u14w, WK M) qualifizieren.

Habt ihr Tipps, wie man Mädchen für das Schach begeistern kann?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Mädchen ernst genommen werden wollen. Wenn es im Training zu laut wurde, haben wir die Mädchen separiert. Im Schulschach haben die Mädchen durch Leistung überzeugt und im Bezirk die WK III gewonnen und sich für die Badische qualifiziert.

Welche speziellen Angebote sind wichtig, damit mehr Mädchen Schach spielen?
Wichtig für Mädchen ist der Unterhaltungswert. Bis die Mädchen so begeistert sind, dass sie auch alleine zum Schach kommen, braucht es eine Gruppe von Freundinnen oder Gleichgesinnten und vielleicht auch ein Vorbild. Sarah hat oft auch die Bezirksturniere mitgespielt um die anderen mitzuziehen. Weibliche Trainer und Betreuer sind von Vorteil.
Als Verein haben wir auch versucht, für Mädchen alle Turniere anzubieten und auszurichten: Bezirksmannschaftsmeisterschaften (u10w, u14w, u20w) über Bezirkseinzelmeisterschaften (u8w bis u20w) und Schulschachmeisterschaften WK M. Für diese haben wir immer tolle Preise zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank für das Interview ihr Beiden!

| Nachrichten, Verband, TOP-Meldung, TOP Meldung

Deine Chance

Wir suchen Dich!

weiterlesen
| Mädchenschach

Ich spiele schlichtweg gerne Schach und bin ehrgeizig, so dass ich in jeder Partie alles gebe.

Zeit die besten Schachspielerinnen Deutschlands mal ein bisschen besser kennen zu lernen und ins Rampenlicht zu stellen, dachten wir uns. Als erstes wollen wir euch dafür WGM Sarah Hoolt vorstellen, die sich bereit erklärt hat bei unserem Interview mitzumachen.
 

Sarah, wie bist du zum Schach...

weiterlesen
| Gesellschaftliche Verantwortung, terre des hommes, Startseite

Denn jede*r hat ein Recht auf Bildung

Seit mehr als 15 Jahren unterstützt die Deutsche Schachjugend unter dem Motto "Kinder haben ein Recht auf Bildung" terre des hommes. Letzten Monat war unser 1. Vorsitzender zu Gast bei unserem terre des hommes Projekt in Phan Thiet/ Vietnam.

weiterlesen
| Nachrichten, Verband, Ausbildung, Startseite

Ausbildung zum Vereinsberater

Endlich war es soweit!
Als Fortentwicklung der Vereinskonferenzen steigen Deutscher Schachbund und Deutsche Schachjugend jetzt in die direkte Vereinsberatung ein. Zwanzig Interessierte trafen sich in Braunschweig, um sich zum Vereinsberater ausbilden zu lassen. Geleitet wurde das Seminar von Jörg...

weiterlesen
| TOP Meldung, Schulschach, Startseite

"Schach macht schlau" in Bremen-Hemelíngen

70. 1500. 1. Das bedeutet 70 Schulklassen, 1500 Schüler und jede Woche eine Stunde Schach. In so einfache Zahlen lässt sich das Programm in Bremen zusammen- fassen, das die Bremer Schulsenatorin Dr. Claudia Bogedan und ihre Partner ins Leben gerufen haben.

Und doch bedeutet es so viel mehr als die...

weiterlesen
| International, Sport

Kadettenmeisterschaften Tag 7

Nachdem eine Runde der Kadettenmeisterschaft wegen einer Unwetterwarnung ausfallen musste, sind inzwischen wieder alle im Rhythmus. Soweit das möglich ist: Der eingeplante Pausentag wurde nämlich bereits genutzt, um die verpasste Runde wieder aufzuholen. Und während bei Carlsen und Caruana erst...

weiterlesen
| TOP Meldung, Kinderschutz, Startseite

Sexualisierte Gewalt im Sport - Sexualisierte Gewalt auch im Schach?

In den letzten Jahren ist die Debatte über sexuelle Gewalt in allen gesellschaftlichen Bereichen und damit auch im Sport immer intensiver geführt worden. Wo lange Zeit geschwiegen und vertuscht wurde, man wollte davon einfach nichts wissen, findet nun eine Auseinandersetzung über diese Thematik...

weiterlesen
| Mädchenschach, Mädchenschachcamp, Startseite, Mädchenbetreuerinnenausbildung

Zurück ins Mittelalter – Mädchenschachcamp im Wasserschloss Heldrungen

Erstmals war die Deutsche Schachjugend mit dem Mädchenschachcamp in Thüringen zu Gast. Dementsprechend groß war das Interesse. Über 30 Teilnehmerinnen, überwiegend thüringischer Herkunft, vereinzelt aber auch aus den anderen Bundesländern, fanden sich am 1. November in der Jugendherberge Heldrungen...

weiterlesen
| International, Sport, Startseite

Heute starten die Kadetten-Weltmeisterschaften in Spanien

Kaum ist die Weltmeisterschaft der U14 bis U18 vorbei, schon ruft die nächste Großveranstaltung: die Weltmeisterschaft in der Altersklassen der U8 bis U12.

weiterlesen
| International, Sport, Startseite, TOP Meldung

Annmarie Mütsch ist Weltmeisterin U16

Die deutsche Delegation hatte den freien Tag bei der WM U14 – U18 größtenteils sehr gut genutzt und ging mit Eifer, Einsatz, Können und dem notwendigen Glück in die Schlussrunden.
In der 11. Runde spielten mehrere unserer Teilnehmer um Titel und Medaillen  in ihren Altersklassen.

Herausragend das...

weiterlesen