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| DEM 2015, Verband

Interview mit Vincent Keymer - Der 10-jährige der U16 spielt

Hallo Vincent, du hast dich für die DEM U16 angemeldet, obwohl du erst 10 Jahre alt bist und U12 spielen könntest. So etwas hat es bei der DEM noch nie gegeben. Das ist also etwas erstmaliges Warum?
Im letzten Jahr bin ich in der U10 gestartet, obwohl viele mir davon abgeraten haben. Ich wollte aber meinen Titel verteidigen. In diesem Jahr möchte ich nicht wieder von einem so hohen Setzlistenplatz aus starten. Deswegen freue ich mich auf die Herausforderung in der U16.

Welche Erwartungen hast du an die DEM?
Willingen kenne ich noch gar nicht. An Oberhof und Magdeburg habe ich schöne Erinnerungen. Ich mag es, mit anderen Schachkids zusammen zu sein und natürlich erwarte ich spannende Partien.

Das Motto der diesjährigen DEM lautet „Ritter und Mittelalter“. Dazu werden alle Teammitglieder der DEM befragt. Unter anderem möchten wir gerne wissen: „Was war deine ritterlichste Tat beim Schach?“. Wie ist deine Antwort?
Ich habe mal einem Gegner, der nur noch sehr wenig Zeit hatte, Remis angeboten. Die Stellung war einfach Remis und ich wollte nicht „auf Zeit“ gewinnen.

Wie bereitest du dich auf die DEM in der U16 vor? Wie oft und mit wem trainierst du und hast du ein besonderes Ritual vor jedem Spiel?
Ich mache keine spezielle Vorbereitung, sondern trainiere ganz normal und versuche, in Willingen körperlich fit zu sein. Ich arbeite mit mehreren Trainern, jeweils ungefähr alle zwei Wochen. Die eigentliche Vorbereitung auf die Partien findet dann in Willingen statt. Besondere Rituale vor dem Spiel habe ich nicht.

Du spielst Schach, Klavier, Fußball, und gehst aufs Gymnasium. Wie bringst du das alles unter einen Hut?
Ich schaffe das, weil ich die Zeit dafür habe. Schach ist dabei natürlich die Hauptsache.

Viele andere Zehnjährige sehen Schach als „uncool“ an. Was entgegnest du denen, warum spielst du so gerne Schach und was macht dir so viel Spaß daran?
Zu mir hat noch niemand gesagt, dass Schach uncool ist. Viele, mit denen ich spreche, interessieren sich für Schach. Für mich ist jede Schachpartie ein Abenteuer. Das gefällt mir daran.

Was sagen deine Freunde dazu, dass du Schach spielst?
Die kennen mich nicht anders und finden das ganz normal. Manche wollen wissen, ob ich manchmal Preisgeld gewinne. Meistens sprechen wir aber nicht über Schach.

Wie war es für dich gegen den Weltmeister Viswanathan Anand zu blitzen und wie fand er das? Wie ging es eigentlich aus?

Natürlich habe ich verloren, aber Viswanathan Anand hat mich trotzdem gelobt. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

Wie ging es dir bei deinem ersten Sieg gegen einen Großmeister beim Rheinlandpfalz Open?

Vor dem 40. Zug war meine Stellung schlecht, ich hatte aber Zeitvorteil.  Mein Gegner konnte dann in Zeitnot seinen Vorteil nicht halten. Da habe ich gespürt, es könnte was gehen.

Wer ist dein Vorbild? Hast du einen großen Traum?
Ein richtiges Vorbild habe ich nicht, aber einen Traum.

Welche sportlichen Ziele hast du noch in diesem Jahr und was nimmst du dir im Speziellen für die DEM in Willingen vor? Was sagst du deinen Gegnern?
Ein wichtiges Jahresziel war für mich der Sieg gegen einen GM. Das habe ich bereits geschafft. So versuche ich, mich einfach weiter zu verbessern und zu gucken, was ich dabei erreichen kann. Ziel für die DEM in Willingen sind möglichst gute Spiele. Mit meinen Gegnern spreche ich selten vor der Partie. Hinterher finde ich es oft interessant, die Partie gemeinsam anzuschauen.

Wie viele Fans hast du Zuhause, und wie verfolgen die die DEM?

Das weiß ich nicht so genau. Sicherlich verfolgen die DEM im Internet viele aus der Familie und meinem Verein, dem SK Gau-Algesheim, aber auch Freunde und Nachbarn.

Ich freue mich auf die DEM ganz besonders, weil...
...ich gerne Schach spiele. Eine Woche Schach spielen, die vielen anderen Schachspieler treffen und dazwischen etwas Sport machen, das macht mir Spaß.

 

Vielen Dank an Vincent für das Interview. Wir wünschen Ihm viel Erfolg. Das Interview führte Carsten Karthaus

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