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Die DSJ-Akademie - so war's!

Vom 15. bis 17. Juni fand zum ersten Mal die DSJ-Akademie statt. Idee dieses vollkommen neuen Konzeptes war es, Seminare zu verschiedenen Themen kompakt an einem Wochenende anzubieten. Dadurch kann sich jeder sein individuelles Programm selbst zusammenstellen. Insgesamt 31 Teilnehmer fanden sich in Münster ein, um sich auf verschiedenen Gebieten der Jugendarbeit weiter zu bilden.

Nachdem der Großteil der Teilnehmer am Freitag bis 20 Uhr den Weg in die Jugendherberge in Münster gefunden hatte, startete das Seminarwochenende locker mit einer Vorstellungsrunde. So unterschiedlich die Teilnehmer auch waren, alle verband das Interesse am Schach zum einen und an der Jugendarbeit zum anderen. Das Thema „Jugendarbeit“ griff auch der erste Referent Sebastian Salomon auf, der im Einführungsseminar über die „Entwicklung der Jugendarbeit in Sportvereinen“ sprach. Sebastian Salomon ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Uni Münster, das u. a. zu dem Themenkomplex Jugendarbeit im Sport forscht.

Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über das Einführungsreferat und die Erwartungen zum anstehenden Wochenende auszutauschen.

Sponsoring

Am Samstagmorgen ging es dann weiter mit einem Seminar zum Thema „Sponsoring“, das von Diplom-Sportökonom Dirk Schröter geleitet wurde. Nach einem kurzen Überblick über das Sportsponsoring allgemein gab es auch ganz genaue Tipps, was man zu beachten hat, wenn man als Verein oder Verband Sponsoren sucht. Am Ende des Seminars wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe arbeitete heraus, wie man bei der Sponsorensuche vorgehen kann:
Man kann verschiedene Quellen nutzen:

  • das Internet
  • gelbe Seiten
  • persönliche Erfahrung
  • Kontakte

Man kann die eigenen Netzwerke nutzen:

  • „Vitamin B“
  • Leute mit Bekanntschaften
  • Mitglieder mit Firma
  • Mitglieder allgemein (Ehrenamtliche, Politiker)

Nach folgenden Auswahlkriterien kann man die Sponsoren auswählen:

  • regionale Sponsoren
  • zum Image passen

So sollte man bei einem möglichen Sponsor auftreten:

  • persönlich
  • mit festem Konzept
  • vorinformiert
  • nicht Standard

Die zweite Gruppe erarbeitete, welche Informationen in ein Sponsoringanschreiben gehören und welche Möglichkeiten des Sponsorings es gibt.
Nötige Informationen für das Sponsoringanschreiben:

  • Kurzportrait des Vereins
  • Informationen über den Verein in den Medien (z. B. Clicks auf der Homepage, Zeitungsartikel etc.)
  • Einzigartigkeit von Schach
  • Schach in wissenschaftlichen Studien
  • Image von Schach(-spielern)
  • Einzigartigkeit des Vereins
  • bisherige Erfolge von Vereinsmitgliedern
  • Soziodemografische Informationen über die Mitglieder (z. B. Altersstruktur, Bildungsgrad etc.)
  • Kontaktinformation (Ansprechpartner + Adresse, Telefon, E-Mail etc.)

Möglichkeiten des Sponsorings

  • Werbung auf T-Shirts des Vereins
  • Sponsorenpräsenz auf der Homepage
  • Newsletter + Vereinszeitung
  • Artikel in Regionalzeitungen (Nennung des Sponsors)
  • gemeinsame Veranstaltung in der Öffentlichkeit
  • Sponsor wirbt auf Vereinsveranstaltungen
  • Sponsor überreicht Preise bei der Siegerehrung
  • Produkte des Sponsors als Preise
  • Schachangebot beim Sponsor (z. B. Simultan)

Es ist also wichtig, persönlich und vor allem gut vorbereitet bei dem potenziellen Sponsor vorzusprechen. Das jeweilige Unternehmen muss erkennen können, dass es durch ein Sponsoring Eures Vereins gewisse ökonomische Ziele (z. B. Kundenbindung, Neukundengewinnung, Ertragssteigerung, Umsatzsteigerung, Imageaufwertung, Corporate Social Responsibility/gesellschaftliche Verantwortung) erreichen kann.
Wenn Ihr ein Unternehmen gefunden habt, das Euren Verein sponsern möchte, dann solltet Ihr Euch darum bemühen, diese Zusammenarbeit möglichst langfristig zu gestalten (wenn Ihr damit zufrieden seid). Daher solltet Ihr bereits vorher einen Ansprechpartner für das Unternehmen bestimmen, der dafür sorgt, dass beide Seiten mit der Zusammenarbeit zufrieden sind und der sich auch um eine Dokumentation und Evaluation dieser Zusammenarbeit kümmert.

Moderationstechniken

Dieses Seminar wurde von Diplom-Psychologe Christian Warneke gehalten, der sich seit langem in der DSJ engagiert und u. a. auch schon Referent für Öffentlichkeitsarbeit war. Im Seminar stand das praktische Lernen im Vordergrund. In Zweiergruppen wurden verschiedene Moderationstechniken gelernt und den anderen Gruppen präsentiert.
Folgende Moderationstechniken gibt es:

Ein-Punkt-Frage

Die Ein-Punkt-Frage ist eine Moderationstechnik, um Meinungen, Haltungen, Schätzungen, Erwartungen und/ oder Stimmungen der Gruppe zu erfahren. Die Ein-Punkt-Frage funktioniert teilanonym und benötigt in der Durchführung lediglich einige Minuten Zeit.
Zur Vorbereitung formuliert der Moderator eine Frage an die Gruppe und malt ein Antwortraster. Er stellt die Antwortmöglichkeiten kurz vor, erläutert ggf. warum ihn diese Frage interessiert und verteilt an jeden Teilnehmer einen Klebepunkt. Um eine gewisse Anonymität beim Kleben zu gewährleisten, werden die Teilnehmer aufgefordert, gleichzeitig ihre Punkte aufzukleben. Im Anschluss betrachten Moderator und Gruppe das Ergebnis. Es darf darüber diskutiert werden. Meist fordert der Moderator die Gruppe auf, das Ergebnis zu kommentieren.

Karten-Frage

Die Karten-Frage ist eine Moderationstechnik, um Themen, Probleme, Ideen, Erwartungen oder Lösungsansätze zu sammeln. Die Karten-Frage läuft weitestgehend anonym ab. Die Durchführung benötigt allerdings Zeit.

Zur Vorbereitung formuliert der Moderator eine Frage an die Gruppe und schreibt diese auf eine Metaplanwand / Flipchart. Diese Frage soll in schriftlicher Form mithilfe von Moderationskarten beantwortet werden.

Es sollten farb- und formgleiche Karten für die Antworten verteilt werden, damit einzelne Karten nicht hervorstechen. Falls eine zeitliche Begrenzung notwendig ist, kann die Anzahl der Karten pro Teilnehmer begrenzt werden.

Die Karten sollten gut leserlich beschriftet werden.

Um eine gewisse Anonymität zu gewährleisten, werden die Karten verdeckt eingesammelt und ggf. gemischt. Anschließend werden die Karten an die Pinnwand gehängt, wobei die Teilnehmer bestimmen, wie die Karten angeordnet werden.
Im Anschluss betrachten Moderator und Gruppe das Ergebnis. Es darf darüber diskutiert werden. Meist fordert der Moderator die Gruppe auf, das Ergebnis zu kommentieren.

Zuruf-Frage

Die Zuruf-Frage ist eine Moderationstechnik, um Themen, Probleme, Ideen oder Lösungsansätze zu sammeln. Die Zuruf-Frage läuft im Dialog zwischen Moderator und Gruppe ab. Der Zeitaufwand für die Durchführung beträgt etwa 10 Minuten. Zur Vorbereitung formuliert der Moderator eine Frage an die Gruppe und schreibt diese auf eine Metaplanwand. Diese Frage soll durch spontane Antworten aus der Gruppe beantwortet werden. Der Moderator schreibt jede einzelne Antwort mit. Dabei entsteht jedes Mal ein kurzer Dialog zwischen Teilnehmer/ Gruppe und Moderator. Der Moderator versucht, den Gedanken des Teilnehmers möglichst prägnant auf den Punkt zu bringen, bevor er nach einer Rückversicherung bei dem Teilnehmer den Punkt notiert.
Im Anschluss betrachten Moderator und Gruppe das Ergebnis. Es darf darüber diskutiert werden. Meist fordert der Moderator die Gruppe auf, das Ergebnis zu kommentieren. Der Prozess kann ähnlich wie eine Kartenfrage fortgesetzt werden.

Brainstorming

Brainstorming ist eine Kreativitätstechnik, die dazu dient, in einer Gruppe in kurzer Zeit eine Vielzahl von Ideen zu finden.

Zur Vorbereitung formuliert der Moderator eine Problemstellung als Frage an die Gruppe und schreibt diese auf eine Metaplanwand. Bevor er sich damit an die Gruppe wendet, stellt er die Methode anhand der vier Grundregeln vor:

  • Keine Kritik an eigenen oder fremden Gedanken.
  • Freies und ungehemmtes Äußern von Gedanken, auch von außergewöhnlichen Ideen.
  • Aufgreifen, Verfolgen und Weiterentwickeln der Ideen anderer.
  • Produzieren möglichst vieler Ideen ohne Rücksicht auf deren Qualität.

Jetzt rufen die Teilnehmer dem Moderator ihre Ideen zu. Dieser schreibt die Wortbeiträge auf und sammelt alle Beiträge. Nach der Phase der Ideensammlung werden die Ergebnisse geordnet und auf Verwendbarkeit geprüft. Manchmal ist es sinnvoll, zwischen den Phasen eine kurze Pause einzulegen.

Visualisierung

Grafische Visualisierung beinhaltet das parallele Aufarbeiten von Informationen und Lerninhalten in Bilder und Übersichten. Es handelt sich um eine Art optische Rhetorik.

Für einfache Bilder oder Piktogramme gilt, dass sich diese in besonderem Maß zur Aufnahme von Informationen eignen. Jeder kennt die Bildsymbole, mit denen an Bahnhöfen oder Flughäfen die Ausschilderungen erfolgen oder die den verschiedenen Verkehrszeichen ihre Bedeutung geben.Die bildliche Darstellung von Sachverhalten hat verschiedene Vorteile:

  • Das Gehirn wird ganzheitlich angesprochen. Neben der rationalen, linken Gehirnhälfte wird auch die kreative rechte Hirnhälfte aktiviert.
  • Gute Bildsymbole sind selbsterklärend.
  • Bildsymbole sind nicht an eine Landessprache gebunden.
  • Ein Bündel an Informationen kann gleichzeitig vermittelt werden.

Zur Vermittlung von Inhalten kann die Visualisierung so erfolgreich beitragen.

Für die Moderation bietet eine spontane Visualisierung die Möglichkeit, zu verhindern, dass Teilnehmer „aneinander vorbeireden.“ Dafür ist kein zeichnerisches Talent notwendig!

Der Sitzungsleiter kann eine Diskussion unterbrechen und den kontrovers diskutierten Gesprächsgegenstand skizzieren und von den Diskutierenden ergänzen lassen.

Nach Abschluss dieses Blockes folgte ein Seminar zu einem benachbarten Themengebiet „Sitzungsleitung“, das ebenfalls von Christian Warneke geleitet wurde.

Sitzungsleitung

Um eine Sitzung gut und effektiv zu leiten, ist es zunächst einmal wichtig, herauszufinden, was eine gute Sitzung und was eine gute Sitzungsleitung ausmacht.

Bei einer guten Sitzung …
… wird das Ergebnis schriftlich festgehalten.
… werden Aufgaben verteilt und kontrolliert.
… gibt es eine gute Atmosphäre, die für Wohlbefinden sorgt.
… wird der Zeitrahmen eingehalten.
… ist der Teilnehmerkreis kompetent, entscheidungsfähig, gut vorbereitet.
… ist der Teilnehmerkreis „optimal“ ausgewählt.
… gibt es keine oder nur wenig Störungen.
… sind alle pünktlich.
… sind Agenda und Ziel vorhanden. Das Ziel wird erreicht.
… sind alle angemessen angezogen.
… gibt es (abhängig von der Dauer) Getränke und ggf. Speisen.

Ein guter Sitzungsleiter …
… eröffnet jedem Teilnehmer ausreichend Gesprächsraum.
… formuliert zu Beginn Ziel und Thema der Sitzung.
… fühlt sich verantwortlich für das Gelingen der Sitzung.
… legt Termine fest und achtet auf die Zeit.
… lädt die (richtigen) Teilnehmer ein.
… fasst am Ende das Ergebnis zusammen.
… nimmt die Mannschaft mit.
… führt die Teilnehmer bei unterschiedlichen Auffassungen zu einem Ziel, das von allen getragen wird.

Der Sitzungsleiter kann also den Verlauf einer Sitzung zu einem großen Teil selbst steuern.

Auch in diesem Seminar stand die praktische Gruppenarbeit wieder im Vordergrund. Jede Gruppe musste sich auf eine bestimmte Sitzungssituation einstellen und dann den restlichen Teilnehmern zeigen, wie sie sich in dieser Situation verhalten würden. Danach wurde jede Gruppe von ihren Mitstreitern konstruktiv beurteilt und es gab zusätzlich Verbesserungstipps vom Referenten.

Abschließend wurde ein konkreter Fall besprochen, den einer der Teilnehmer selbst in einer Sitzung erlebt hatte. Die Situation wurde nachgestellt und dann in einem Rollenspiel spontan ausprobiert, wie man sich in solch einer kritischen Situation verhalten kann.

Parallel zu den Seminaren „Moderationstechniken“ und „Sitzungsleitung“ fanden auch noch die Seminare „Nutzung von Datenbanken“ und „Online-Training“ statt. Hierzu die Berichte von jeweils einer Teilnehmerin.

Nutzung von Datenbanken

von Ulrike Schlüter

Eigentlich hatte ich mir ja im Vorfeld der DSJ-Akademie in Münster schon mein Programm für die 2 Tage zusammengestellt und dabei (als Vorsitzende einer Schachjugend) den Schwerpunkt auf Themen aus dem Bereich Organisation und Führung gelegt. Nachdem ich jedoch einen kurzen Blick in den Nachbarraum geworfen hatte, entschied ich mich spontan um und belegte das Modul „Datenbanken“ mit IM Michael Richter. Denn schon immer hatten mich die Vielfältigkeit der Datenbanken und die Möglichkeiten der Partievorbereitung fasziniert, ohne jedoch wirklich etwas davon zu verstehen. Das wollte ich jetzt ändern, nachdem Michael Richter mir versichert hatte, das Seminar erfordere keinerlei Vorkenntnisse. Der Referent ist Leiter einer Berliner Schachschule und verfügt – wie man sehr bald merkte – über sehr viel Erfahrung im Umgang mit Datenbanken und Online-Training.

Und tatsächlich war das Seminar auch für Einsteiger wie mich geeignet, die einzelnen Schritte wurden ausgehend von der richtigen Installation und Einrichtung des Programms ausführlich erläutert und zusätzlich mit Beamer an die Wand geworfen, so dass man auch ohne eigenen Laptop der Darbietung sehr gut folgen konnte. Anhand von aktuellen Partien eines ausgewählten Spielers erläuterte Michael Richter anschließend die wichtigsten Funktionen von Chessbase 9 und gab wertvolle Tipps für die Partievorbereitung, wobei sowohl die eigene Vorbereitung behandelt wurde als auch die Anforderungen, die an Trainer bei der Vorbereitung ihrer Schützlinge (z. B. bei Deutschen Jugendmeisterschaften) gestellt werden. Besonders gelungen waren die Beispiele aus der eigenen Trainings-Praxis von Michael Richter (teilweise sogar mit Audio-Kommentar).

Im Anschluss ging es übrigens weiter mit dem Thema „Online-Training“, das mich auch sehr interessiert hätte, aber leider konnte man nicht alle Themenblöcke gleichzeitig belegen. Sicherlich aber ein guter Grund, um auch im nächsten Jahr wieder an der DSJ-Akademie teilzunehmen.

Online-Training

nach Informationen von Gabriele Häcker

In einer Zeit der globalen Vernetzung bekommt das Online-Training eine immer größere Bedeutung und hat zudem noch einige Vorteile, wie Seminarleiter IM Michael Richter bemerkte. So gibt es zum Beispiel keine lange Anfahrtszeit, man kann das Training überall dort machen, wo man an das Internet angeschlossen ist, auch wenn der eine Trainingspartner gerade in Asien und der andere in Amerika sitzt. Zudem ist auch ein Training mit mehreren Schützlingen gleichzeitig möglich.

Vor allem beim Training mit Jugendlichen ist es wichtig, dass man vor dem Online-Training persönlichen Kontakt hatte, zum einen, um die wichtigsten Eckdaten des Trainings abzusprechen und zum anderen natürlich auch, um sich bereits kennen zu lernen und somit die Trainingsstunde voll für die Weiterentwicklung im Schach nutzen zu können. Außerdem ist der sprachliche Kontakt auch während des Onlinetrainings wichtig, das heißt, man sollte eine Telefonflatrate bzw. Skype und ein Headset zur Verfügung haben. Für alle, die Skype nicht kannten, gab der Seminarleiter eine kurze Erläuterung, wie man das Kommunikationsprogramm herunterladen kann. Last but not least benötigen beide Trainingspartner außerdem einen Zugang zu „schach.de“.

Zudem gab Michael Richter noch ein paar allgemeine Hinweise zum Onlinetraining auf „schach.de“

  • Onlinetraining auf „schach.de“ ist nur möglich, wenn man ein „Springer“ ist. Das bedeutet man muss zuerst Schach spielen um die nötige Stärke zu bekommen um Trainer zu sein.
  • Wenn man Springer ist, kann man offenes für jeden zugängliches Training oder privates Training, an dem nur eingeladene Personen teilnehmen können, anbieten.
  • Abschließend wurde an einem praktischen Beispiel (ein Schützling des Referenten) kurz erläutert wie das Training funktioniert und danach gezeigt, wie man eine Partie auf „schach.de“ spielen kann.

Nach diesem abwechselungsreichen und interessanten Nachmittag gab es am Abend während einer informativen und unterhaltsamen Stadtführung die Möglichkeit, abzuschalten und die schöne Innenstadt von Münster zu genießen. Gemeinsam ließ man dann den Abend gemütlich ausklingen, konnte den Tag noch einmal Revue passieren lassen und sich gemeinsam auf den Finaltag freuen.

Am Sonntag standen gleich drei verschiedene Seminare auf dem Programm: „Ideen für das Vereinstraining“, „Umgang mit Konflikten“ und „Kreative Öffentlichkeitsarbeit“.

Ideen für das Vereinstraining

von Gabriele Häcker

Das Seminar wurde von Stefan Nürnberger, dem Jugendleiter der Schachabteilung Marktleuthen geleitet. Zuerst haben sich die Teilnehmer und der Kursleiter vorgestellt und über ihre Vereinssituation geredet. Danach stellten wir uns einige Fragen zu Jugendarbeit im Allgemeinen:

  • Wie ist die Verbindung Jugendleiter/Jugendliche?
  • Wie ist der Verein strukturiert?
  • Welche Trainings- und Spielbedingungen liegen vor?
  • Wie viele Jugendleiter/Helfer habe ich vor Ort?
  • Wie sind Anzahl, Alter und Struktur der Jugendlichen?

Im Anschluss daran stellte uns Stefan Nürnberger einige besondere Aktivitäten seiner Jugendgruppe vor. Er zeigte uns, dass in seinem Verein die Jugendarbeit auf drei Säulen steht und nannte uns einige Möglichkeiten zu den verschiedenen Säulen.

Säule 1: Kreatives Schachtraining und Spielformen

  • verschiedene Turnierformen (z. B. Gedächtnismeisterschaft, Räuberschach, Fischerschachturnier, Surprise-Schach-Turnier usw.)
  • verschiedene Spielformen (z. B. Simultanspiel, Tandem, Ereigniskartenschach, Schach-Rundlauf usw.)
  • Jährliches Trainingswochenende, bei dem jeder Spieler seinen eigenen Schachordner mit sämtlichen Informationen für das Wochenende einschließlich der Unterlagen für das Schachtraining bekommt. Diesen Ordner kann man jedes Jahr beim Trainingswochenende erweitern.

Säule 2: Integration, Teamgeist, Kameradschaft

  • Unter „mehr als nur Schach“ schlug er vor, dass man mit den Jugendlichen ins Kino, zum Minigolf oder zum Kegeln gehen kann.
  • Man kann außerdem versuchen mit Nachbarvereinen z.B. Fußballturniere zu veranstalten.
  • Jugendliche sollten in die Vereinsarbeit mit eingebunden werden, z. B. indem man mit ihnen eine Vereinszeitung entwirft.

Säule 3: Etwas Besonderes machen … „Highlights“

  • Als Highlight hat sein Verein Besuche nach München zu Bundesligakämpfen des FC Bayern München gemacht, Training mit einem Großmeister und anschließendem Uhrensimultan, hier durften nur Jugendliche, die auch an Punktespielen teilnehmen, mitmachen (Weihnachtsgeschenk 2005).
  • Als Weihnachtsgeschenk 2006 wurde mit den aktiven Jugendspielern ein persönliches „Profi“-Schachfoto in einem Fotostudio gemacht.

Umgang mit Konflikten

von Christian Dietrich

Da saßen wir nun in unserer kleinen Gruppe und wollten von unseren Referenten Patrick Wiebe und Peggy Jass eigentlich nur wissen wie man Konflikte schnell und konsequent lösen kann.

Doch was ist eigentlich ein Konflikt? Diese Frage wurde uns direkt zurückgegeben.

Nachdem wir dies geklärt hatten und uns einiger wichtiger Details bewusst geworden sind, z. B. welche Position wir in dem Konflikt besitzen und welche Bedeutung dies ausmacht, erhielten wir einen Einblick in die Methoden der Konfliktlösung. Dabei wurden Grundregeln festgelegt und mögliche Lösungswege aufgezeigt. Nach dem ersten theoretischen Teil erhielten wir die Möglichkeit, uns praktisch an einem Fallbeispiel zu erproben. Zu guter letzt wurden uns aber auch Wege gezeigt wie man Konflikte vorbeugend vermeiden kann, denn wenn kein Konflikt entsteht muss man ihn auch gar nicht erst lösen.

Letztendlich kann man in 120 Minuten nicht zum perfekten Konfliktlöser werden, aber die Tipps, Anregungen und Lösungswege die uns mitgegeben wurden sind sehr hilfreich dafür. Und natürlich kommt es auch darauf an wie man mit den Menschen umgeht und wie viel Verständnis und Einfühlsamkeit man aufbringt.

Kreative Öffentlichkeitsarbeit

Dieses Seminar leitete ein weiterer ehemaliger Referent für Öffentlichkeitsarbeit der DSJ, Michael Klein. Der jetzige zweite Vorsitzende begann seine Sitzung mit einer kleinen Vorstellungsrunde, bei der jeder der Teilnehmer kurz erzählte, in welchem Verein er/sie ist und was dort im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit geleistet wird. Die Antworten waren recht unterschiedlich, es gab Vertreter von Vereinen, wo keine Öffentlichkeitsarbeit stattfindet, aber auch Vertreter von Olympiavereinen, die regelmäßig öffentlichkeitswirksame Aktionen starten.

Nach einem kurzen Überblick über die klassische Öffentlichkeitsarbeit folgte die Schlussfolgerung, dass es nicht reicht, als Verein über die normalen Kommunikationskanäle (Homepage, Regionalzeitung etc.) „hinauszufunken“, sondern dass man aktiv an die Öffentlichkeit gehen sollte. Ausreden wie „keine Zeit“, „kein Geld“ oder „kein Personal“ zählen nicht! Es gibt viele Möglichkeiten, auch mit kleinem Budget und wenig Personal öffentlichkeitswirksame Aktionen durchzuführen, so kann man z. B. eine Bodenzeitung entwerfen und diese dann in der Innenstadt ausbreiten und so mit den Passanten ins Gespräch kommen und sie zum Thema Schach befragen. Bei solchen Aktionen an öffentlichen Plätzen sollte man jedoch immer bei der Stadt nachfragen, ob man eine Genehmigung benötigt.

Eine aktive Öffentlichkeitsarbeit kann für Vereine verschiedene positive Auswirkungen haben:

  • Mitgliederzuwachs
  • einfachere Sponsorengewinnung
  • besseres Standing gegenüber Schulen, Verwaltung, anderen Vereinen und Verbänden
  • aktiveres Vereinsleben, Möglichkeit zur Einbringung von Jugendlichen, besseres Miteinander von Jung&Alt im Verein
  • größerer Zuspruch für Vereinsveranstaltungen

Die verschiedenen Olympiavereine haben bereits gezeigt, welche kreativen Ideen es gibt, mit Schach an die Öffentlichkeit zu gehen:

  • Schach auf dem Weihnachtsmarkt
  • Schach und die Gesundheitsreform
  • Schach-Schulseminar
  • Schach im Einkaufszentrum
  • Gartenschach
  • Schach am See
  • Kindergartenschach

Noch mehr kreative Ideen der Olympiavereine findet Ihr übrigens auf www.schacholympiade.org im Kapitel Vereine & Schulen. Die vielen Aktionen, die sowohl einzelne Vereine als auch die DSJ selbst bisher umgesetzt haben, haben gezeigt, dass Schach in der Öffentlichkeit großen Anklang findet. Man muss sich nur trauen und rausgehen.

Im Anschluss an die Seminare am Sonntag fand noch eine kleine Feedbackrunde statt, in der alle Teilnehmer ihre Meinung zum ersten Durchgang der DSJ-Akademie loswerden konnten. Dem Großteil der Teilnehmer hat es gut gefallen und sie freuen sich auf eine Wiederholung der DSJ-Akademie. Aber natürlich gab es auch Kritikpunkte und vor allem viele gute Ideen, was wir beim nächsten Mal besser oder anders machen können. Eine gute Basis also für eine neue, noch bessere Auflage der Akademie.

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