Zum Hauptinhalt springen
 
| International

Arik Braun aus Baden-Württemberg erster deutscher Jugendweltmeister

Ein Highlight für das deutsche Schach

(Bericht von Arik Braun und Ulrich Haag)

Arik Braun

Arik Braun (rechts) mit Trainer Ulrich Haag und dem Siegerpokal der Weltmeisterschaft

Seit dem 28. Oktober freut sich die deutsche Schachwelt über den furiosen Siegeszug des 18-jährigen Arik Braun (Allmersbach im Tal bei Backnang) im fernen Georgien. Mit 9 von 11 möglichen Punkten holte er sich souverän den Jugend-Weltmeistertitel im Schach.

 

Die Titelträger des „königlichen Spiel“ kommen seit vielen Jahrzehnten vor allem aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten. In den letzten Jahren drängen zunehmend Spieler aus Indien und China in die Weltspitze vor. International spielen die deutschen Spieler eine eher untergeordnete Rolle. Lediglich die Thüringerin Elisabeth Pähtz sorgte 2003 mit dem Gewinn des WM-Titels der weiblichen Jugend U18 für Aufsehen.

 

Mit 27 Personen machte sich die deutsche Delegation auf den Weg zur Jugend-WM nach Batumi / Georgien am Schwarzen Meer. Über Istanbul kam die Gruppe nach fast 24-stündiger Anreise, nach langwierigen Passkontrollen, um 5 Uhr morgens im Hotel an. Die Spielstätten, die Kommunikationstechnologie, die Organisation sowie die Verpflegung waren für europäische Verhältnisse gewöhnungsbedürftig. Durch die herzliche Gastfreundschaft der Georgier wurden die meisten Unzulänglichkeiten erfolgreich aber kompensiert. Glücklicherweise wirkten sich die zwischen Russland und Georgien herrschenden Spannungen nicht auf das Spielgeschehen aus.

 

Mit hohen Erwartungen reisten aus Backnang Arik Braun, Bundesligaspieler des SC Eppingen, sowie sein langjähriger Trainer Ulrich Haag an. Ziel des Gespanns war es, die letzte Jugend-WM von Braun für eine Top-Platzierung zu nutzen. Im Vorfeld der WM hatten Braun und sein Coach das Training intensiviert und neue Spielsysteme ausgearbeitet. Auch die Tagesstrukturierung wurde vorab vereinbart, in der sowohl Vorbereitungs- und Analysezeiten als auch Erholungsphasen sowie die Durchführung von Ausgleichsport festgelegt waren.

 

Die Spielrunden begannen mit Ausnahme der Doppelrunden um 11.00 Uhr. Die Vorbereitung auf den Gegner fand daher stets am Vorabend statt: Aus den umfangreichen Spielerdatenbanken wurden die schachlichen Spielsysteme der Gegner ermittelt. Versucht wurde, die Persönlichkeit des Gegners durch Analyse seines individuellen Spielstils zu „lesen“, um sich im Wettkampf auf sein zu erwartendes Spielverhalten einstellen zu können. Auf Basis der Gegnerinformationen und des aktuellen Wettkampfstandes im Turnier erfolgten die Festlegung der Strategie und die Auswahl des eigenen Spielsystems mit der entsprechenden Vertiefung. Braun konnte im Wettkampf die Ergebnisse der Vorbereitung und seine eigenen Pläne nahezu optimal umsetzen.

 

Zunächst musste er sich in den Wettkampf hineinfinden und konnte sich von Spiel zu Spiel steigern. Durch seine hervorragende Kondition und Konzentrationsfähigkeit gelang es ihm, starke 54 Gegner aus aller Welt im wahrsten Sinne des Wortes in Schach zu halten. Lediglich in der zweiten Runde verlor er gegen den Armenier Yuri Hambartsumian. Durch diesen Partieverlust startete Braun das folgende „Fern-“Duell mit dem ägyptischen Großmeister Bassem Amin mit einem folgenschweren Handicap zu seinen Ungunsten. Sein Kampfgeist half ihm in dieser psychologisch schwierigen Situation. Durch Siege in Runde 3 und 4 konnte er rasch wieder zur Tabellenspitze aufschließen. In der 7. Runde waren noch einmal der gesamte Kampfwille und Risikobereitschaft gefordert, als er sich gegen den bis dahin klar führenden Ägypter aus kritischer Stellung und hoher Zeitnot befreien konnte und die Partie ins Remis rettete.

 

Seine hohe schachliche Intuition und Kreativität demonstrierte Braun in der 8. Runde gegen den Kroaten Marin Bosiocic. Durch eine theoretische Neuerung im Grünfeld-Inder gelang es ihm, das Figurenspiel seines Gegners zu lähmen und einen Figurenvorteil zu erreichen. Daraufhin gab der Gegner schon nach 24 Zügen die Partie auf.

Seine taktischen Fähigkeiten unterstrich er einmal mehr im Match gegen den Georgier Davit Jojua, indem er durch ein sehenswertes Damenopfer die gegnerische Stellung zertrümmerte.

 

Nach der 9. Runde übernahm Braun die alleinige Tabellenführung, die er durch einen Sieg in der Schlussrunde noch ausbaute. Angesichts der Niederlage des ägyptischen Rivalen Amin hätte bereits ein Remis für den Titel genügt, dennoch spielte Braun voll auf Sieg. So fuhr er gegen den Italiener Daniele Vocaturo mit einer perfekt vorbereiteten Variante seinen achten Sieg ein.

 

9 Punkte aus 11 Partien – ein glänzendes Ergebnis für den neuen U18-Weltmeister der männlichen Jugend, den ersten der deutschen Schachjugend, seit es diesen Wettbewerb gibt.

Zugleich erzielte er damit eine sagenhafte ELO-Performance von 2.641, fast 100 Punkte vor allen Mitbewerbern und seine zweite Großmeisternorm.

Silber ging an den Armenier Hrant Melkumyan mit 8 Punkten. Für den ägyptischen Großmeister Amin, Brauns schärfsten Rivalen in diesem Turnier, blieb mit 7,5 Punkten Bronze.

 

Für Arik Braun und seine Wegbegleiter wird nach dem Gewinn der Einzeltitel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 1997 und 2003, dem Vizeeuropameistertitel 2001 und dem ersten Platz bei der Jugendmannschaftseuropameisterschaft 2003 mit diesem Weltmeistertitel in der so genannten Königsklasse ein großer Traum Wirklichkeit. Er krönt seine bisherige Schachlaufbahn.

 

Nur knapp an einer Medaille vorbei schrammten Melanie Ohme bei den Mädchen U16, Filiz Osmanodja bei den Mädchen U10 und Niklas Huschenbeth bei den Jungen U14. Die Leipzigerin Melanie Ohme belegte mit 7 Punkten den geteilten 5. bis 6. Platz, Filiz Osmanodja erreichte dank besserer Wertung den 5. Rang und der Hamburger Niklas Huschenbeth wurde mit 7,5 Punkten geteilter Siebter bis Neunter. Aus Baden-Württemberg nahmen der 9-jährige Xianliang Xu (SV Bebenhausen) und der 12-jährige Joshua Hager von den Karlsruher Schachfreunden 1853 teil und belegten Mittelplätze.

Der 18-jährige Arik Braun hat mit fünf Jahren von seinem Vater das Schach spielen gelernt. Sein erster Schachverein war der SV Backnang, dem er bis 2004 aktiv die Treue hielt. Aus leistungssportlichen Gründen wechselte er zum Bundesligisten SV Eppingen. Seine Eltern förderten behutsam seine sportliche Entwicklung. Schachlich besonders geprägt wurde er durch seinen Coach Ulrich Haag, der ihn seit seinem 6. Lebensjahr trainiert und begleitet. Zusätzliche Trainingseinheiten absolvierte Braun z. B. mit dem ehemaligen Bundestrainer GM Klaus Darga, mit GM Artur Jussupow, mit GM Michael Bezold und dem Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler. Neben Schach liebt Braun „körperbetonten“ Sport wie Fußball, Tischtennis und besonders die junge Trendsportart free running, aber auch Discobesuche und das Chillen mit seinen Freunden.

 

Derzeit besucht Arik die 13. Klasse des Bildungszentrums Weissacher Tal und wird im Frühjahr 2007 sein Abitur machen.

| TOP Meldung, DVM 2025, Startseite

DVM 2025: Blick in die Vereine

Habt ihr bereits eine Ankündigung auf eurer Webseite, die wir hier verlinken sollen, schreibt uns gerne unter presse@deutsche-schachjugend.de

weiterlesen
| TOP Meldung, DVM 2025, Startseite

DVM U12w in Neumünster - SK Bad Homburg und Schachzwerge Magdeburg setzen sich ab

Runde 4: Klarer Favoritensieg am ersten Tisch und dramatische Entscheidungen

Runde 5: Viele knappe Entscheidungen und mehrere Mannschaftskämpfe auf Messers Schneide

weiterlesen
| TOP Meldung, Sport, DVM, DVM 2025, Startseite

DVM U16 - Fünfkampf um den Titel

Die DVM U16 steuert auf ein Herzschlagfinale zu: Drei Teams teilen sich nach der fünften Runde mit acht Mannschaftspunkten die Spitze, und jeder halbe Punkt kann über den Titel entscheiden.

weiterlesen
| TOP Meldung, Startseite, DVM 2025

DVM U14 in Plauen - Feurige Spielbedingungen

Pünktlich 8 30 Uhr begann am 27.12.25 die DVM U 14 in der Plauener Feuerwache/JH. Der Anreisetag am Tag zuvor brachte einige Aufreger, denn einige Teams hatten Verspätung und 21:30 Uhr waren dann alle angekommen.

weiterlesen
| TOP Meldung, Startseite, DVM 2025

DVM 2025 - Zwischenstand der U10 in Stuttgart

Die Deutsche Vereinsmannschaftsmeisterschaft der Altersklasse U10 findet vom 27.-30.12.2025 in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, in Stuttgart, statt.

weiterlesen
| Nachrichten, TOP-Meldung, TOP Meldung, Sport, DVM, DVM 2025

DVM U16 - Dramatik an der Spitze: Dresden und Oberschöneweide im Gleichschritt

Nach dem zweiten Turniertag ist der Kampf um den Titel völlig offen: Dresden und Oberschöneweide setzen sich gemeinsam an die Spitze, dicht gefolgt von gleich drei ambitionierten Verfolgern.

weiterlesen
| Spielbetrieb, Sport, Startseite, DVM 2025, DVM, TOP Meldung

DVM 2025 U16w: Kulinarische Völkerverständigung

Der zweite Turniertag der DVM in Chemnitz brachte erneut viele spannende Partien mit sich, aber auch ein leckeres Abendessen!

weiterlesen
| TOP Meldung, Startseite, DVM 2025

DVM 2025 - U12w in Neumünster gestartet!

Einen Tag nach Weihnachten sind alle 20 Vereine in die erste Runde der DVM U12w in Neumünster gestartet. Wie so oft in der Auftaktrunde bestätigten viele der höher gesetzten Teams ihre Favoritenrolle, doch es gab auch erste Ergebnisse, die aufhorchen ließen.

weiterlesen
| TOP Meldung, DVM 2025, Startseite

DVM 2025 - U12 in Verden gestartet

Pünktlich um 8:30 Uhr startete gestern die DVM in Verden (Aller). Turnierleiter Patrick Schranz begrüßte alle Teilnehmer und verteilte die Mannschaften auf die 3 Spielsäle.

 

weiterlesen
| DVM 2025, DVM, Spielbetrieb, Sport, Startseite, TOP Meldung

DVM 2025 U16w: Spannung im Umspannwerk

Die U16w findet dieses Jahr in Chemnitz statt. Lest hier den Bericht des Anreise- und des ersten Spieltags!

weiterlesen