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| Jugendversammlung

Jugendversammlung 2004 in Heidelberg - Bericht zum parlamentarischen Teil (Wahlen, Anträge, Ehrungen)

In den letzten vier Jahren hat die Schachjugend es wieder geschafft, die Kräfte auf die sachliche Arbeit zu richten. Seither sind auch die Jugendversammlungen von einer kollegialen und konstruktiven Atmosphäre geprägt. So auch in Heidelberg. Der gesamte Vorstand wurde einstimmig entlastet – die Landesschachjugenden zeigten sich zufrieden mit der geleisteten Arbeit im vergangenen Jahr.

Ähnlich einvernehmlich verlief auch die Wiederbesetzung der offenen Vorstandsposten. Die beiden Jugendsprecher Thorsten Haber und Eike Schwede, sowie der stellvertretende Vorsitzende Helmut Schumacher, standen nicht mehr für eine Wiederwahl zu Verfügung. Alle drei werden aber die Schachjugend in Arbeitskreisen weiterhin unterstützen. Der erste Vorsitzende der Schachjugend, Patrick Wiebe, dankte allen drei ausscheidenden Kollegen für die jahrelang geleistete hervorragende Arbeit.

Wieder gewählt wurden Rainer Niermann zum stellvertretenden Vorsitzenden, Christian Goldschmidt zum Referenten für Schulschach und Michael Klein als Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Jan Pohl rückte vom Referenten für allgemeine Jugendarbeit zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden auf.

Neu ins Team wählte die Versammlung Janir Feinshtein als Referent für allgemeine Jugendarbeit. Janir ist Student und konnte bereits Erfahrungen in Arbeitskreisen der Schachjugend sammeln.

Mit Christina Loose ist nun endlich auch einmal wieder eine Frau in der DSJ präsent. Als Jugendsprecherin ist es ihre Aufgabe, die Belange der Jugendlichen direkt in der Schachjugend zu vertreten. Sie hat bereits in Bayern maßgeblich am Aufbau eines Juniorteams mitgewirkt und ist fest im bundesweiten Jugendsprechernetzwerk integriert.

Der zweite Jugendsprecherposten wird nun von Christian Dietrich besetzt. Der Niedersachse hat sein Engagement auf Vereinsebene und bei der Betreuung von Schulschachgruppen bereits unter Beweis gestellt und wird nun auch auf nationaler Ebene wirbeln.

Die Beschlussfassung über die vorliegenden Anträge begann spannend. Bisher sollte jede Delegation der Landesschachjugenden auf den Jugendversammlungen mindestens ein jugendliches Mitglied haben. Der Antrag des Vorstands sollte dies nun zu einer Pflicht-Bestimmung machen und folgte damit einem Vorschlag von Delegierten auf der letzten Jugendversammlung. Nach kontroverser Diskussion wurde die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit mit 167 zu 80 Stimmen knapp erreicht. Damit wurde die Bedeutung der jugendlichen Mitarbeiter in der Schachorganisation weiter gestärkt.

Eine weitere organisatorische Änderung war der Beschluss einer Abschaffung der Herbsttagung. Diese hatte in den vergangenen Jahren mehr und mehr an Bedeutung und Resonanz verloren und soll nun bei Bedarf durch Strategietagungen ersetzt werden.

Weiterhin beschlossen wurde eine Spezialisierung der Regelung von Säumniszuschlägen.

Auch die vorliegenden Anträge zu Änderungen der Spielordnungen wurden mit deutlichen Ergebnissen angenommen. Abgelehnt wurde jedoch ein Antrag auf eine weitere Festlegung der Betreuerregelung bei Mannschaftsturnieren. Dem jeweiligen Turnierleiter bleibt damit ein Ermessensspielraum erhalten.

Abschließend noch ein Höhepunkt der Veranstaltung. Nach etlichen Jahren verlieh die Deutsche Schachjugend wieder die höchste Auszeichnung für Verdienste um das Jugendschach. Für seine langjährigen Verdienste um das Schulschach in Deutschland wurde Kurt Lellinger (Foto) mit der Goldenen Ehrennadel der DSJ ausgezeichnet.

Lellinger war nicht nur in den 90ern Schulschachreferent der DSJ, sondern baute quasi im Alleingang die Deutsche Schulschachstiftung auf. Dass diese Idee, vor gut 10 Jahren geboren, überhaupt umgesetzt wurde, ist maßgeblich dem unglaublich großen Engagement Kurt Lellingers zu verdanken. Mit dem Schulschachpatent gelang der Stiftung nun vor zwei Jahren der Durchbruch. Kurt Lellinger hat sich dabei wie kein anderer um das deutsche Schulschach verdient gemacht.

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