Internationales Jugendcamp der Schacholympiade
Ein Lächeln ist in allen Sprachen gleich
“It was a very funny trip for me und I will not forget this trip in my life. Thank you very much!” Sagte Marwan Al Awadhi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stellvertretend für alle Teilnehmer des ersten Jugendcamps bei einer Schacholympiade. Und alle waren sich in einem Punkt einig: Die FIDE sollte allen Ausrichtern einer Schacholympiade auferlegen, die Jugend der Welt zu einem Jugendcamp zusammen zu rufen.
Am 15.11. begann das Jugendcamp mit einer kleinen Eröffnungsfeier im Rathaus. Noch mit schüchtern blickenden Jugendlichen aus elf Nationen und zwar aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Russland, Ungarn, Kroatien, Türkei, Griechenland, Frankreich, Schweden, Österreich und aus allen Teilen Deutschlands.
Was erwartete sie in Dresden?
Am 21.11. endete es mit einer selbst organisierten Abschlussparty mit Sketchen, internationalen Liedern und Spielen. Unterdessen war aus den Teilnehmern eine Familie geworden. „Es macht mich traurig, dass ich wahrscheinlich einige Teilnehmer des Jugendcamps nie wieder sehen werde.“ So wie Paul Lieber aus Leipzig sahen es alle Teilnehmer und natürlich wurden intensiv Adressen ausgetauscht und alle wollen sich irgendwo, irgendwann wieder treffen.
Was passierte zwischen Eröffnung und Abschlussparty? Zum Beispiel ein Besuch im Sportgymnasium, dem einzigen in Deutschland mit einem Schachzweig. Die Direktorin stellte mit ihren Englischschülern zusammen das Schulsystem in Deutschland vor. Danach wurden die Campteilnehmer von den Schülern durch den gesamten Schulkomplex geführt und durften jeder noch eine Unterrichtsstunde miterleben.
In Workshops kochten die internationalen Gäste deutsche Gerichte, erfuhren Hintergründe zur deutschen Wiedervereinigung, stellten sich ländertypische Sportarten vor (Völkerball für Deutschland) und entwickelten ein Konzept für einen Film über das Jugendcamp.
Mittels einer Rallye wurde Dresden mit all seinen Höhepunkten erarbeitet. Eine der Kreativaufgaben dabei hieß, ein Lied zu dichten und einzustudieren, das dann auf dem Abschlussabend vorgeführt wurde.
Da Dresden nur zwei Stunden von der Hauptstadt entfernt liegt, war natürlich ein ganztägiger Besuch in Berlin Pflicht und dort auch die Auseinandersetzung mit der dunkleren deutschen Geschichte mittels der Holocaust-Gedenkstätte.
Deutsches Leben, deutsche Kultur wurde lebendig für die Teilnehmer und führte zu intensiven Gesprächen untereinander, denn alle wollten wissen, wie es denn in den anderen Ländern zugeht.
Natürlich wurde auch die legendäre Bermuda Party der Olympiateilnehmer besucht und ständig bei der Schacholympiade vorbeigeschaut, mit den eigenen Teams Kontakt aufgenommen. Das Jugendcamp selbst spielte zum Ende eine eigene Miniolympiade aus mit zusammen gelosten Vierermannschaften, die im Rundenturnier im Blitzschach, Räuberschach und Tandemschach ihre Sieger ermittelten. Und dies mit Internationalen Titelträgern, Welt- und Europameisterschaftsteilnehmern am Start, die mit gleicher Begeisterung wie die übrigen Teilnehmer diesen Spaßwettbewerb bestritten.
„Ich bin sicher, ich werde immer wieder Einladungen zu solchen Ereignissen wie dem Jugendcamp mit Freude annehmen“, sagte für alle Fabian Platzgummer aus Österreich. Und alle Gäste forderten daher zugleich die Deutsche Schachjugend auf, unbedingt wieder solch ein stimmungsvolles Jugendcamp durchzuführen. „Am besten in jedem Jahr!“ (http://www.camp.deutsche-schachjugend.de)
(Jörg Schulz)