Die Erfolge, Titel stehen im Vordergrund, die Sieger im Blitzlichtgewitter. Doch wer hat sie dorthin gebracht, wer steht hinter ihnen? Wer sind die Trainer? Man kennt die Bundestrainer klar. Aber wer kennt die vielen, vielen anderen, ohne die Leistungssport gar nicht möglich ist?
Die Trainer etwas mehr in den Vordergrund zu rücken, sie etwas bekannter zu machen, das war die Idee, als das Präsidium des Deutschen Schachbundes beschloss den Trainer des Jahres auszurufen.
Für das Jahr 2004 waren dies Bernd Rosen (NRW) und Thomas Pähtz (Thüringen).
Auf der Eröffnungsveranstaltung der Deutschen Jugendmeisterschaften in Willingen sollte das Geheimnis für die Wahl 2005 gelüftet werden.
Als der Vorsitzende der Deutschen Schachjugend Patrick Wiebe dann den Namen Uwe Kersten nannte, war die Freude und Zustimmung bei allen groß, denn mit der Wahl wurde einer der bekannten und beliebtesten Trainer im Nachwuchsbereich des Deutschen Schachbundes zum Trainer des Jahres 2005 berufen.
Die Rolle des Trainers kann man sehr unterschiedlich interpretieren. Uwe Kersten, der selbst noch aktiver Turnierspieler ist und schon viele Erfolge errungen hat, unter anderem ist er mehrmaliger Hessenmeister und Hessischer Pokalsieger, engagiert sich als Trainer auf vielfältige Weise und scheut sich auch nicht Verantwortung auf Verbandsebene zu übernehmen. Seit 2001 ist er zum Beispiel Leistungssportreferent des Landesverbandes Hessen. Eine wichtige Verknüpfung der verschiedenen Ebenen im Leistungssportbereich und es wäre zu wünschen, dass viele Trainer dem Beispiel von Uwe Kersten folgen.
Und ähnlich hält es Uwe auch im Trainingsbereich. Sein Spektrum reicht vom Einzeltraining, Trainingsgruppen in verschiedenen Vereinen bis hin zu Kadertraining in seinem Landesverband Hessen und der Betreuung von Auswahlmansnchaften. So ist zum Beispiel Florian Grafl sein Schützling gewesen. Sie verbindet eine zehnjährige Trainingsgemeinschaft und die Erfolge sprechen für sich. Florian brachte es zum Deutscher Meister und zum Internationalen Meister. Unterdessen ist Florian auch in die Trainerfußspuren seines Vorbildes Uwe Kersten getreten.
Seit 2004 ist Uwe Kersten A-Trainer des DSB und schon seit 2000 wird Uwe als Trainer bei Europa- und Weltmeisterschaften eingesetzt und betreute dabei unter anderem auch die Olympiahoffnung IM Arik Braun.
Sein Lebensmittelpunkt liegt in Kassel. In Kassel 1968 geboren, in den Kasseler SK 1982 eingetreten, in Kassel im Jahre 1998 geheiratet und in Kassel wurde 2002 auch sein Sohn geboren. Da liegt es nahe, dass er 2004 auch in Kassel seine eigene Schachakademie gegründet hat, in der an zwei Samstagen pro Monat die größten Talente aus Kassel und Umgebung trainiert werden sowie jeden Dienstag die besten U12 Spieler.
Seit vielen Jahren ist Uwe Kersten auch als Autor in der Zeitung JugendSchach tätig mit der bekannten Kombiecke und einer sehr geschätzten Eröffnungsserie. Eine Arbeit, die sehr hoch einzuschätzen ist. Das Wissen um Trainingslehre und Trainingsinhalte weitergeben und damit vielen Übungsleitern in den Vereinen und Schulgruppen aber natürlich auch vielen Kindern und Jugendlichen direkt helfen, ihr Training zu verbessern. All zu oft blocken Trainer ab und behüten ihr Material wie ein Staatsgeheimnis. Umso wichtiger, dass es Trainer wie Uwe Kersten gibt, die mit ihrer offenen Art helfen, das Leistungsniveau im Nachwuchsbereich insgesamt in Deutschland zu verbessern.
Mit Uwe Kersten wurde für 2005 ein würdiger Trainer des Jahres ernannt, dem noch viele Erfolge zu wünschen sind und vor allem weiterhin viel Spaß bei der täglichen Arbeit.
(Jörg Schulz)