IT-Forum: Betrugserkennung und Spielerbewertung beim Schach
Workshop 26.02.2026, 19.30 Uhr– 21.00 Uhr

Organisation

Leitung
Finn Christopher Petersen, petersen@deutsche-schachjugend.de
Leonid Löw, Telefon (p) 030-25092291, Telefon (d) +49 30 25092291 , leonid.loew@deutsche-schachjugend.de

Ausbildung

Übungseinheiten
Auf diese Veranstaltungen werden keine Übungseinheiten angerechnet.
Zertifikat
Teilnehmer erhalten kein Zertifikat für diese Veranstaltung, auf Wunsch aber eine Teilnahmebestätigung.

Vorträge, Diskussionen und Inspiration für Vereine und Schachinteressierte. Ziel ist der Austausch von Informationen und Sammlung von Ideen zur eigenen Vereinsentwicklung.


Die Deutsche Schachjugend lädt zu einer inspirierenden Vortragsreihe rund um aktuelle Themen im Schach ein! Donnerstags um 19:30 Uhr präsentieren wir spannende Inhalte von Experten und Praktikern – von KI-Entwicklungen bis hin zu praktischen Tools für Vereine und Training.

Neben informativen Vorträgen von Expertinnen und Experten gibt es Raum für angeregte Diskussionen und die Möglichkeit, neue Ansätze und Ideen für die eigene Vereinsentwicklung zu entdecken. Ganz gleich, ob ihr eure Vereinsarbeit modernisieren, Schachtraining effektiver gestalten oder einfach den Horizont erweitern möchtet – unsere Vortragsreihe bietet den idealen Rahmen.

Lasst euch inspirieren, teilt eure Erfahrungen und sammelt Impulse, die euren Verein oder eure persönliche Schachreise bereichern können. Wir freuen uns auf lebhafte Gespräche und einen kreativen Austausch mit euch!

Die Workshops finden online über unser Videokonferenzsystem BigBlueButton statt. Die Zugangsdaten versenden wir wenige Stunden vor dem Workshop per Mail an alle Angemeldeten.

Kenneth Regan (Department of Computer Science and Engineering, University at Buffalo): Betrugserkennung und Spielerbewertung beim Schach

Betrugserkennung und Spielerbewertung beim Schach

Prof. Dr. Kenneth W. Regan, University at Buffalo, the State University of New York.

Was bedeutet es, einen Übermenschen zu entlarven? Emanuel Lasker konzipierte den „Macheide“ als Sohn des menschlichen Kampf -ein vollkommenes Produkt der Evolution- aber es bedurfte der Natur von Maschinen, um ihn zu erschaffen.

Die Maschinen übertreffen uns mittlerweile um mehr als 800 Elo-Punkte. Besteht dieser Unterschied lediglich in höherer Genauigkeit und Qualität, oder gibt es auch eine Dimension der Nicht-Menschlichkeit? Um die letzte zu studieren, brauchen wir einen Spektrogram der Menschlichkeit (zumindest im Schach). Dazu schaffen und trainieren wir ein Prädiktiv-Analytisches Modell, das anhand eines Spielers ein „Spektrogram“ liefert, welches Wahrscheinlichkeiten für jeden spielbaren Zug in irgendeiner Spielstellung ausgibt. Ein solches Modell liefert auch Erwartungs- und Varianzmaße für wahrhaft menschliche Spieler, und diese Ergebnisse müssen der vor über zwei Jahrhunderten von C. F. Gauß etablierten Normalverteilungskurve entsprechen. Der (z-)Wert auf der Kurve wird dann zum Maß für Über- und Unmenschlichkeit. Wir werden uns ansehen, wie sich das Modell als wirksam erwiesen hat, um Betrüger in einigen Fällen in Schach-am-Brett, und in vielen weiteren Online-Fällen zu überführen. Abschließend werden wir einige überraschende Aspekte der „Menschlichkeit“ im Schach untersuchen, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung der Zugzeiten.

Kenneth W. Regan ist ordentlicher Professor für Informatik an der University at Buffalo. Seit seinem Bachelor-Abschluss 1981 an der Princeton University und seiner Promotion 1986 an der Oxford University, wo er Marshall-Stipendiat war, forscht er im Bereich der Komplexitätstheorie. Nach Postdoktorandenstellen in Oxford und an der Cornell University ging er im August 1989 an die University at Buffalo. Gemeinsam mit Richard Lipton verfasste er das Lehrbuch „Introduction to Quantum Algorithms Via Linear Algebra“ (MIT Press, 2. Auflage 2020). Dreizehn Jahre lang schrieb er auch an Liptons Blog „Gödel’s Lost Letter and P=NP“ mit. Regan ist IM und leitet ein zweites großes Forschungsprogramm zur menschlichen Entscheidungsfindung im Schach. Seit 2011 wird er in bedeutenden internationalen Schachbetrugsfällen konsultiert und berät die Fair-Play-Kommission des Weltschachbundes (FIDE). Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Vortrag findet auf Deutsch statt.

Die Termine im Überblick:

Zeitplan

Zeit Programm

Donnerstag, 26.02.2026

–19.25 Uhr Meldefrist

Meldeformular

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