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Es geht los! Die Schacholympiade 2008 in Dresden hat begonnen

"Ich erkläre die 38. Schacholympiade 2008 in Dresden für eröffnet." Mit den obligatorischen Worten gab Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Startschuss für die größte Schachveranstaltung, die Deutschland in den letzten Jahrzehnten erlebte. Sage und schreibe 152 Nationen gehen mit ihren Nationalmannschaften in Dresden an den Start. Zum Auftakt dieses Mega-Events gab es gestern Abend in der Dresdner Eissporthalle eine große und bunte Eröffnungsgala. Vor vollen Rängen gaben die Organisatoren aus Dresden schon mal einen Vorgeschmack auf das herausragende Turnier, auf das sich in den nächsten zwei Wochen die Augen der Schachwelt richten werden. Musik, Akrobatik und Eiskunstlauf bestimmten den ersten Teil des Programms.

Die Eishalle vor Beginn der Gala (links oben); Cheerleader, Musik und Eiskunstlauf zu "We are the Champions"; unten: Auszüge aus dem Musical Chess in der Dresdner Staatsoperette

Überraschungs- und Stargast des Abends war der Sänger Max Mutzke, der vor einigen Jahren Deutschland beim Eurovision Song Contest vertrat. Sein - sehr passender - Auftakttitel: "Schwarz auf Weiß".

Höhepunkt der Gala war aber zweifellos der Einmarsch der Nationen. Denn es waren nicht die Spieler selbst, sondern Kinder aus 152 Schulen aus ganz Deutschland, die sich im vergangenen Jahr an der Aktion "Partnerschulen der Schacholympiade" beteiligt hatten. Viele der Schulen hatten sich für das Bundesfinale qualifiziert und spielen dieses gestern und heute im Congress Centrum hier in Dresden aus. Doch es gab auch viele Schulen, die nur für diesen Einmarsch nach Dresden angereist waren. Und die Mühe hat sich gelohnt! Denn diese Bilder werden die Teilnehmer der Schacholympiade und die Kinder selbst sicher nicht so schnell vergessen.

Zu beschaulicher Klaviermusik betreten die ersten Kinder mit den Flaggen ihrer Partnerländer das Eis. Auf der riesigen Fläche wirken die ersten Fahnen zunächst noch etwas verloren. Doch die Fans auf den Rängen - wie im Bild "Team Kanada" - stört das nicht. Sie warten gespannt auf "ihr" Land, um es mit großen Jubel und Beifall zu begrüßen.

Als die Eisfläche sich mehr und mehr füllt setzt auch das Orchester der Staatsoperette Dresden ein. Unter großem Beifall versammeln sich schließlich die Repräsentanten aller 152 Teilnehmerländer auf dem Eis.

Neben dem Ehrenvorsitzenden des Weltschachverbandes FIDE, Florencio Camponanes, sprechen auch Innenminister Schäuble und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz Grußworte an alle Teilnehmer, Betreuer und Besucher der Schacholympiade. Dass es 2008 eine besondere Olympiade werden soll, unterstreicht besonders die Oberbürgermeisterin. Sie betont, dass "seit der Wiedervereinigung" keine so große organisatorische Leistung mehr in Dresden vollbracht worden sei und versprach "perfekte Spiele". Schließlich habe Dresden vier Jahre auf diesen Tag hingefiebert.

Und Campomanes unterstrich noch einmal ausdrücklich das Motto der FIDE, dass er als obersten Grundsatz auch dieser Schacholympiade unterstrich: "Gens una sumus - Wir sind eine Familie!"

Nach dem Auszug der Länder kam auch Max Mutzke noch einmal zurück auf die Bühne und heizte dem Publikum in der frostigen Umgebung der Eishalle ein.

Dass Dresdens Oberbürgermeisterin keineswegs übertrieb, als sie die besondere Bedeutung der Schacholympiade für die Stadt hervorhob, davon kann man sich hier übrigens leicht überzeugen. Praktisch an jeder Straßenecke hängen Plakate und Hinweise, selbst die Ansagen in den Straßenbahnen weisen auf die Schacholympiade hin...

Und die Schachspieler erobern sich die Stadt. Auch noch spätabends auf dem Weg zurück ins Hotel sehen wir überall Menschen mit den bunten Akkreditierungsausweisen um den Hals. Die Schacholympiade 2008 hat begonnen!

Und zum Schluss noch ein Ausblick: So geht's weiter

Gestern Abend haben wir noch schnell einen Blick auf und in das Internationale Kongresszentrum geworfen, wo heute um 15 Uhr die erste Runde "angepfiffen" wird. Der Rahmen für ein außergewöhnliches Turnier scheint jedenfalls zu stimmen.

Das Kongresszentrum von außen (oben), und der Blick in die andere Richtung: der Landtag direkt gegenüber (links unten) und der wunderschöne Blick auf das Elbeufer.
Ab sofort jeden Tag besetzt: der Messestand des Deutschen Schachbundes.
Ein verborgener Blick in den Turniersaal (oben links) und die weitläufige und mehrstöckige Lobby des Kongresszentrums.