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28.03.2018 | TOP Meldung, Startseite, Jugendarbeit, Schulschach

Das Kandidatenfinale in Berlin zog alle an!


Es war gestern die Nachricht des Tages: Fabiano Caruana gewinnt mit einem Punkt Vorsprung das Kandidatenturnier in Berlin.

Auch wenn die Presse und die Spieler Anfangs nicht gut über die Rahmenbedingungen beim schachlichen Höhepunkt in Berlin berichteten, so kamen die Zuschauer doch zahlreich. Der Schachbund hielt euch auf seiner Seite immer über den Turnierverlauf auf dem Laufenden. Wir möchten nun einen kleinen Bogen schlagen und euch den Blick etwas weg von den vier prominenten Brettern richten. In Berlin war parallel zum Turnier nämlich eine Menge los.

 

Lehrgang in der Berliner FIDE-Trainer Akademie

Auf dem Jahresplan der Jugendnationalmannschaften für die Europameisterschaft 2018 in Bad Blankenburg stand ein Theorielehrgang. Zeit und Ort waren noch nicht bekannt gegeben. Als die FIDE im November 2017 die Ausrichtung des Kandidatenturnieres nach Berlin vergeben hatte, war die Entscheidung klar!

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Am Startwochenende des großen Turnieres kamen sechs deutsche Nachwuchsspielerinnen in den Genuss einer Einladung nach Berlin. Fiona Sieber, Teodora Rogozenco, Jana Schneider, Lara Schulze, Annmarie Mütsch und Vitalia Khamenya sind für Bad Blankenburg vorgesehen und alle sagten ziemlich schnell zu. Jede wollte ihrem Idol so nahe, wie möglich kommen.

Es handelt sich aber immer noch um einen Lehrgang; deshalb lud ich den Experten Thomas Michalczak ein. Thomas hatte 2016 bereits Deutschlands Frauen auf die Olympiade vorbereitet und gilt in Fachkreisen als Eröffnungsguru. Die Arbeit mit ChessBase, Repertoire-Datenbanken und alle Tricks, Kniffe und Problemlösungen wurden mit ihm gemeinsam durchgesprochen.

Als Kapitänin für Bad Blankenburg wird Tatiana Melamed tätig. Die erfahrene Trainerin und langjährige Nationalspielerin hält alle Fäden bezüglich der Nominierungen, Aufstellungen und schachlichen sowie außerschachlichen Vorbereitungen in der Hand.


Nachwuchsgruppe aus der Jussupow Schachschule in Berlin

 

Nicht nur die weibliche Nachwuchsmannschaft des DSB nutzte das Kandidatenturnier zu einem Ausflug nach Berlin, auch das Trainerehepaar Jussupow legte einen der Lehrgänge für das neue Nachwuchskonzept im Kinderbereich, das mitgetragen wird vom Deutschen Schachbund und der Deutschen Schachjugend, in die Hauptstadt.

 

Für die ersten Lehrgänge mussten die beiden Berliner Kinder weit in den Süden reisen, dieses Mal dürften sie zu Hause bleiben: unser dritter Lehrgang fand in Berlin statt. Wir wollten die einmalige Chance nutzen und das Kandidatenturnier in Berlin besuchen! Natürlich war der Besuch des Turniers am Samstag zur ersten Runde ein Highlight. Wir haben viele interessante Partien erlebt und dürften alle Stars ganz von nah sehen. (Marius hat sogar ein Autogramm von Caruana bekommen!) Unser besonderer Dank gilt der Emanuel Lasker Gesellschaft, die uns diesen Ausflug ermöglichte und uns die Eintrittskarten für die Kinder schenkte!

 

Aber vorher haben wir zwei Stunden in der Schachschule von Michael und Julia Richter trainiert und die Kinder lernten ihre Figuren besser zu koordinieren. Wir haben in der ersten Stunde eine Partie von Alchejin studiert, danach zeigte Artur Jussupow eine seiner eigenen Angriffspartien. Danke an unsere Gastgeber, die sich auch um das Mittagessen gekümmert haben!

 

Der Sonntagmorgen begann mit einen schwierigen Test, den die Kinder lösen mussten und damit zeigen, was sie seit September 2017, dem Start des Förderprojektes, bisher gelernt haben. Danach wurden gemeinsam die Lösungen angeschaut und besprochen. Am Ende wurde noch eine Partie der ersten Runde vom Kandidatenturnier angeschaut. Die Kinder konnten erleben, wie geschickt Caruana seine Figuren im Angriff eingesetzt hatte. Die Besten im Test waren Leonardo Costa und Peter Grabs, aber alle haben Ihr Bestes gegeben.

 

Nach einer Erholungspause ging es mit dem Training weiter: Dieses Mal hatten wir das Spiel von Petrosjan im Endspiel angeschaut, wie er dort seine Kräfte bündelte! Seine Partie gegen Botwinnik hatten wir ausgespielt, die Kinder sollten versuchen, die Züge von Petrosjan zu erraten. Die meisten „Petrosian” Punkte hat Marius Deuer gesammelt.

 

Wir hoffen, dass die Kinder viel gelehrt haben und die Reise nach Berlin sich gelohnt hat. Bald sehen wir viele der Kinder wieder, zuerst in Karlsruhe beim großen Grenke-Open und danach auf der Deutschen Einzelmeisterschaft in Willingen!

Artur und Nadja Jussupow

 


Schulschachgruppen beim Turnier

Neben der Vorlosung einer Eintrittskarte für die erste Runde auf Facebook, hatten wir auch die Möglichkeit zwei Schulschachgruppen aus Berlin zum Turnier zu schicken.

Zuerst war das Käthe-Kollwitz-Gymnasium dran. Wenn man nur wenige Gruppen zum Kandidatenturnier einladen kann, schaut man sich zuerst bei den offiziellen Deutschen Schachschulen um. Als einzige Schule Berlins mit gültigem Qualitätssiegel, war es für uns daher selbstverständlich bei den Betreuern Domnic Freyberg und Julian Urban anzufragen, ob sie mit ihrer Truppe das Kandidatenturnier besuchen möchten. Die Zusage kam umgehend, sodass dem Besuch der 10. Runde nichts mehr im Weg stand. Gemeinsam mit Sana, Amina, Lotta und Ansgar aus ihrer Schach-AG ging es dann ins Kühlhaus. Dabei war die Erwartungshaltung nicht nur bei den Kindern groß: Auch Julian Urban konnte sich noch gut an die gemeinsame Zeit mit Vladimir Kramnik bei Empor in der ersten Bundesliga erinnern. Für die Kinder, die damals noch nicht geboren waren, strahlten die Großmeister noch eine ganz andere Magie aus und der Wunsch nach Autogrammen war groß. Bereits jetzt sei verraten, dass nach dem Besuch Alle zu dem Ergebnis kamen, dass es ein "großartiges Erlebnis" war. Um zu erfahren, ob die SchülerInnen auch Autogramme von ihren Vorbildern bekommen haben, empfehlen wir euch jedoch den Artikel der Schulschachgruppe: https://www.kaethe-kollwitz-gymnasium.de/aktuelles/besuch-des-kandidatenturniers/

Am nächsten Tag ging es dann für die Athene-Grundschule zum Kandidatenturnier. Zwar steht die Bewerbung für das Qualitätssiegel noch immer aus, dennoch ist uns die Schule in den letzten Jahren u.a. durch ihr Projekt beim Innovationstopf aufgefallen. Auch für die Schüler der Europaschule gab es vor dem Rundenbeginn um 15 Uhr eine kurze Führung durch das Kühlhaus. So konnten sie sich einmal aus der Nähe ausschauen, wie die Großmeister zwischen den Trennwänden im ersten Stock sitzen. Anschließend folgte der Perspektivenwechsel und es ging auf die Galerien: eben noch den Bretten nahe, sah man sie nun aus der Vogelperspektive. Die Führung endete mit dem obligatorischen Gruppenfoto im Pressebereich. Bevor es für die Truppe um Betreuer Athanasios Vassiliou wieder nach Hause ging, haben sich die Schüler nochmal ordentlich im Schachcafé ausgetobt und den Besuchern gezeigt, dass Alter im Schach keine Rolle spielt.

 

 

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Athene-Grundschule
Führung durchs Gebäude
Gruppenfoto Athene-Grundschule
Grundschüler im Schachcafé
Jussupow Schachschule
Jussupow Schachschule
Jussupow Schachschule
Jussupow Schachschule
Nachwuchsspielerinnen
Gruppenfoto Käthe-Kollwitz-Gymnasium
KKG bei der Anreise

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