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02.02.2018 | TOP Meldung, Startseite, Verband

13 Fragen an Malte Ibs


Marc Krause spielt Schach bei Empor Potsdam und war schon zweimal Teilnehmer der DEM. Er besucht das Hans Carossa Gymnasium in Berlin und absolvierte ein zweiwöchiges Schulpraktikum in der Geschäftsstelle der DSJ, mal hinter die Schachkulissen schauen. So konnte er die Turniere mitorganisieren, die er sonst spielt wie die Deutsche Amateurmeisterschaft. Während seiner Zeit in der Geschäftsstelle traf er auch auf den DSJ-Vorsitzenden Malte Ibs und hat direkt die Gelegenheit für ein Interview genutzt.

 

Durch welche Themen haben Sie es geschafft, die Deutsche Schachjugend so zu begeistern, dass Sie zum Vorsitzenden gewählt wurden?

Man braucht erst einmal gar nicht so viele zu begeistern, da es ein Ehrenamt ist. Es ist nicht so, dass, wenn der Vorsitzende aufhört, viele Leute kommen, die dann Vorsitzender sein wollen. Ein großer Zeitaufwand ist das schon. Ich habe mich aber dazu entschlossen, weil ich aktiv mitgestalten möchte, da ich auch schon viele schöne Erfahrungen bei der Deutschen Schachjugend hatte. Ich wollte ein bisschen zurückgeben. Ich fahre sehr gerne durch Deutschland und man lernt ja durch die Deutsche Schachjugend neue Orte kennen.

Wie lange haben Sie jetzt Ihr Amt?

Vorsitzender, glaube ich, bin ich jetzt seit 3 Jahren. Davor war ich stellvertretender Vorsitzender

Gibt es Dinge, die Ihnen bei Ihrem Amt nicht so gut gefallen?

Man hat ja die Möglichkeit aktiv am Amt mitzugestalten, aber man hat auch Verwaltungsaufwand. Es gibt manche Dinge, die man tun muss, wie zum  Beispiel dass man Berichte zur Vorstandsitzung pünktlich geschrieben hat und die Einladungen kontrolliert. Das sind eher trockene Arbeiten, die gemacht werden müssen.

Was machen Sie außerhalb ihres Amtes beruflich und hat dies etwas mit Rechnen zu tun?

Ich bin Bankkaufmann. Ja, ich bin zwar nicht so ein guter Mathematiker, aber ich bin auch nicht so ein guter Schachspieler. Es gibt ja zwei Möglichkeiten wenn man schachlich nicht weiter kommt: Entweder man hört auf oder man unterstützt andere dafür beim Hobby. Ansonsten passt der Beruf ganz gut zu mir.

Haben Sie denn außerhalb ihrer Tätigkeiten noch genug Zeit für sich selbst?

Eigentlich schon. Wenn ich als Vorsitzender irgendwo hinfahre, dann fahre ich da auch hin, weil ich mich dort mit Freunden treffe. Also wenn ich wegen irgendwelchen geschäftlichen Dingen hinfahre, dann freue ich mich auch. Deswegen habe ich so gesehen genug Zeit.

Sind Sie heute selber noch als Schachspieler aktiv und zu welchem schachlichen Erfolg haben Sie es geschafft?

Ja, jedoch sehr wenig. Ich spiele in der dänischen Liga und mache dort ein bis zwei Spiele pro Saison. Ansonsten habe ich in Schleswig-Holstein in dieser Saison bei meinem Verein drei Einsätze gehabt. Mehr schaffe ich nicht, weil ich so viel mit meinem Ehrenamt zu tun habe. Was Turniere angeht, spiele ich vielleicht mal ein Turnier mit, was einen Tag geht. Es gibt zwar teilweise abends Blitzturniere, zu denen ich manchmal hinfahre, aber dass ich ein Turnier spiele, welches mehrere Tage geht, das mache ich eher weniger. Ich habe eine DWZ von 1900 erreicht und mein größter schachlicher Erfolg war, dass ich Junioren Landesmeister in Schleswig-Holstein war. Das war jedoch die offene U20 Klasse, bei der nicht so viele Leute, ich glaube nur 5 Teilnehmer, waren.

Wie setzen Sie sich ein um die junge Generation zum Schach spielen anzuregen?

Naja, man muss ja immer schauen, dass man für die, die besser werden wollen, die Turniere attraktiv gestaltet, so dass sie Interesse haben und auch das Gefühl haben, dass sie sich verbessern. Wir kämpfen deswegen auch dafür, dass die Besten bei der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft und bei der Mannschaftsmeisterschaft mitspielen. Wir wollen aber auch die Leute, die Schach nur als Hobby sehen, nicht verlieren. Da versuchen wir dann ein gutes Rahmenprogramm aufzustellen, damit sie auch weiter Lust haben, sich mit dem Schach zu beschäftigen.

Die deutsche Jugendeinzelmeisterschaft im Schach fand ja die letzten Jahre in Willingen statt und soll auch dieses Jahr dort wieder stattfinden. Soll es bei diesem Spielort die nächsten Jahre bleiben beziehungsweise gefällt Ihnen der Ort selbst?

Es gibt ja verschiedene Gründe, warum man sich für einen Veranstaltungsort entscheidet. Man muss gucken, wo man es sich von den Kosten gut leisten kann und auch wo die Zimmereinteilung so ist, dass sich die Länder das leisten können und man gut auch mit größeren Zimmern ausweichen kann. Es ist gut, wenn wir auch für große Familien Zimmer haben. Wir müssen dies als Deutsche Schachjugend selber organisieren. In Willingen hatten wir den großen Vorteil, dass wir einen Mehrjahresvertrag schließen konnten und das Ganze dadurch günstiger bekommen konnten, und dies wäre am Spielort Magdeburg nicht möglich gewesen, weil dort eine Veranstaltung gewesen wäre und wir neu gucken müssten wo wir hin gehen. Der Vorteil, den wir in Willingen haben ist, dass wir das Hotel zur Verfügung bekommen und alle Freiheiten haben. Wir haben dort einen sehr großen Spielsaal und eine Freizeithalle, damit auch jeder, der jetzt nicht Schach spielen möchte, auch was anderes zu tun hat. Das einzige Problem von dem ich mitbekommen habe, ist das Willingen mit der Bahn schlecht erreichbar ist.

Wie finden Sie das Maskottchen Chessy?

Ich finde es total toll. Für die Kleinen ist das ja eine tolle Sache, jedoch würde ich auch nicht als 16 oder 18 Jähriger zu Chessy laufen und ihn umarmen. Aber allein ein Maskottchen zu haben, ist eine sehr schöne Sache. Ich kenne selber den Zeichner von Chessy. Chessy ist unser erstes Maskottchen gewesen. Es gibt es seit 1997 und wurde sogar von der Schach Olympiade 2008 in Dresden als Olympiamaskottchen übernommen.

Die DJEM hat 11 Runden, was ja relativ viel ist. Besteht eine Möglichkeit die Rundenanzahl etwas zu kürzen oder das Turnier in den Ferien zu veranstalten?

11 Runden gibt es ja nur für das U10 und U12 Turnier. Das hat den Grund, dass die Kleinen weitaus mehr Teilnehmer haben und man dort bei weniger Runden unter Umständen den Deutschen Meister nicht fair ermitteln könnte. Es waren immer so zwischen 80 und 90 Teilnehmer. Die Partien dauern ja in der U10 jetzt auch nicht so lange. In den Ferien das ganze stattfinden zu lassen ist schwierig, da es ja keine gemeinsamen bundesweiten Ferien gibt. Man könnte halt immer einer Familie den Urlaub wegschnappen, wenn man das Turnier mitten in die Ferien verlegt. Wir veranstalten das Turnier, wenn Pfingsten ist, da zum einen in der Schule kaum noch Arbeiten zu dieser Zeit geschrieben werden und zum anderen einige Bundesländer auch Pfingstferien haben.

Unterstützen Sie den Spielmodus Chess 960?

Ich unterstütze den Spielmodus so an sich privat, weil ich es eine schöne Spielidee finde, aber es ist nicht so, dass wir von der DSJ damit so viel zu tun haben. Wenn auch mal irgendeine Initiative für Chess 960 startet, würde ich sie nicht verbieten.

Wissen Sie, ob es im Modus Chess 960 schon Turniere gab?

Die Turniere, die wir dazu organisiert haben, waren Schnellschach Turniere, und Schnellschachturniere zu Chess 960 sind mir ein paar bekannt. Ich kenne jedoch keine Turniere, die eine DWZ oder ELO Auswertung zu Chess 960 haben. Und wenn es sowas gibt, sollte man eine weitere ELO zu diesem Modus erstellen. Stören würde mich das nicht.

Was möchten Sie noch alles für die Deutsche Schachjugend erreichen und haben Sie vielleicht noch schachliche Erfolge, die Sie verwirklichen wollen?

Schachliche Erfolge strebe ich eigentlich keine mehr an, ansonsten spiele ich für meine Mannschaft immer mal wieder, um sie zu unterstützen und weil es mir Spaß macht. Bei der Deutschen Schachjugend ist jetzt neu die AG Gesellschaftliche Verantwortung ins Leben gerufen worden. Da möchte ich, dass sich unser Verband stärker aufstellt. Was mir auch wichtig ist, ist das Thema FairPlay. Ich möchte das nicht nur in der Jugend platziert bekommen, sondern auch bei den Erwachsenen.

 

Marc Krause
Praktikant bei der Deutschen Schachjugend


< Auswertung der Umfrage zur DVM U10