Deutsche Schachjugend
im Deutschen Schachbund e. V.


Bericht vom Workshop Mädchenschach

Die Deutsche Schachjugend ruft, und alle kommen. Fast alle, zumindest ein paar. Aber diese wenigen hatten es in sich! Vertreter erfolgreicher Vereine des Mädchenschachs erschienen ebenso wie der Jugendwart von Niedersachsen oder die frisch gewählten Mädchenreferentinnen der Deutschen und der Saarländischen Schachjugend.

Ensprechend breit waren auch die Themen. Erster Gesprächspunkt waren die "Girlscamps", zu denen die DSJ und mehrere Landesverbände seit einigen Jahren einladen. Die Bewertung der Teilnehmer war positiv. Wenn man alle Aspekte zusammen sieht - Gewinnung und Bindung von Mädchen sowie Werbung für das Schach - lohnen diese Veranstaltungen die Mühe. Aber es gab auch Vorschläge für eine weitere Entwicklung der Girlscamps, die im kommenden Jahr zu zwei neuen Pilotveranstaltungen führen werden.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit war ein fruchtbares Thema: Mit leicht provokanten Plakaten will die Referentin für Mädchenschach, Julia Zimmermann, ein paar Vorurteile zum Mädchenschach bloßstellen.

Was treibt Mädchen aus den Vereinen, was lockt sie in die Vereine? Die Teilnehmer sammelten wichtige Faktoren. Hier gibt es noch viele Ansatzpunkte für künftige Überlegungen und Empfehlungen. Die DSJ will sich diesem Thema auch mit einer Fragebogen-Aktion nähern, die weniger auf die Menge als auf die Ausführlichkeit der Interviews ausgerichtet sein wird.

Eine Betrachtung der Mitgliederzahlen ergab, dass die Mädchenzahlen ansteigen - aber nicht überproportional, sondern im gleichen Verhältnis wie auch die Jungenzahlen.

Ein Knackpunkt in der Diskussion waren die Deutschen Vereinsjugendmannschaftsmeisterschaften. Einvernehmen bestand, dass die derzeitige Form der DVM U20w viele Probleme mit sich bringt und nach einer Reform schreit. Insgesamt gibt es zu wenige Vereine, die in dieser Meisterschaft stark und groß genug sind. Deswegen sind einzelne Qualifikationsturniere sportlich fragwürdig. Beispielweise spielten in der Gruppe Nord wiederholt fünf Teams um vier Qualifikationsplätze. Die Sondierungsgespräche wurden ohne Vorbehalte, sachlich und ernsthaft geführt. Aber auch ohne eindeutiges Ergebnis: vielmehr gab es zwei Vorschläge für die künftige Ausrichtung, die beide vollständig entgegengesetzt waren. Die eine Lösung wäre eine Verkeinerung des Teilnehmerfeldes, um die Qualifikationsturniere aufzuwerten. Die andere Lösung wäre eine Öffnung, so dass die Vereine unmittelbar an der DVM teilnehmen könnten. Die Argumente werden gesammelt, zusammen gestellt und auf der Jugendversammlung im März zur Abstimmung gestellt.

Nach intensiver, konstruktiver Diskussion waren alle Teilnehmer geschlaucht. Aber der Ehrgeiz war geweckt, das Fazit der beiden Leiter Jörg Schulz und Rainer Niermann wurde wohl von allen geteilt: "Das müssen wir wiederholen, wir müssen hier weiterarbeiten!"

Rainer Niermann

Zum Protokoll

Zur Ausschreibung

 

Deutsche Schachjugend im Deutschen Schachbund e. V.
Die Deutsche Schachjugend ist Mitglied der Deutschen Sportjugend.