Referentin für Schulschach
Hallo allerseits,
schon mit 5 Jahren erlernte mir mein Vater, Rolf Noack, das Schachspielen. In den nächsten 13 Jahren war dieses Spiel meine Freizeitbeschäftigung Nr. 1. In allen bestehenden Kinder- und Erwachsenenmannschaften unseres damaligen Vereines wurde ich als Mädchen eingesetzt. So wurde ich mehrfache Landesmeisterin in allen Altersklassen. Mein größter Einzelerfolg war mit 11 Jahren. Ich erkämpfte den Titel der Vize-DDR Meisterin und war seit dieser Zeit im Nachwuchskader der DDR. Von 1979 an spielte ich in der Oberliga Frauen bei Motor Weimar.
Nach bestandenem Abitur absolvierte ich meine Lehre als Bankkauffrau und studierte im Anschluss daran Finanzwirtschaft. Aufgrund des Studiums ließen meine schachlichen Aktivitäten nach, denn zu den stattfindenden Oberligaeinsätze am Wochenende konnte ich nicht mehr eingesetzt werden, da auch am Sonnabend einen ganz normalen Studientag stattfand. Nach bestandenem Studium nahm ich den Schuldienst an einer Berufsschule auf und absolvierte gleichzeitig meinen Studienabschluss der Berufspädagogik. Derzeitig unterrichte ich am Staatlichen Berufsschulzentrum Ilmenau im Bereich Wirtschaft und Verwaltung die Fächer BWL, Buchführung, VWL. Textverarbeitung, Warenverkaufskunde und Einzelhandelsbetriebslehre. Ich bin verheiratet und habe 2 aktiv schachspielende Kinder, Marco und Raiko. Neben Schach, Schule und Haushalt gibt es in meinem Leben noch 2 weitere Lieblinge, die mir bei allen Sorgen und Problemchen immer zuhören und mich mit ihrem treuen Blick stets trösten – Bugs & Bunny, meine 2 Mischlingshunde. Sollte ich einmal etwas Freizeit haben, kreiere ich außerdem mittels Ton viele tolle Dinge – Geschenke für gute Freunde und nützliche Dinge für meinen Haushalt.-.
Nach 10 Jahren des Pausierens an den 64 Feldern wurde ich mit vielen Fragen über dieses Spiel von meinem damals 5jährigen Sohn Raiko konfrontiert. Mit seiner Neugierde motivierte er gleichzeitig seinen 3 Jahre älteren Bruder Marco zum Schachspielen. So entschied ich im Jahre 1994, mich wieder mit diesem faszinierendem Spiel zu befassen. Ich übernahm meine 1. Arbeitsgemeinschaft Schach in der Grundschule Stadtilm, um mit meinem Wissen gleichzeitig mehrere Kinder ansprechen zu können. Schon nach kurzer Zeit nahmen an meiner AG 12 Kinder im Alter von 6-8 Jahren teil. Klein Raiko mit 5 Jahre durfte natürlich ebenfalls zuhören.
Niemals hätte ich geglaubt, dass man sehr viel von diesem Spiel verlernen kann. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt, denn nach Beginn meiner großen Schachpause stand ich fast wie der 1. Mensch vor den 64 Feldern und meine Partien verlor ich fast alle durch ZÜ.
Nachdem die Zahl der schachbegeisterten Kinder immer mehr wuchs, entschied ich mich, einen eigenen Verein zu gründen. Am 8.8.1998 wurde die Schachgemeinschaft Blau-Weiß Stadtilm gegründet, deren Vorsitzende ich seit dieser Zeit bin.
Neben aktiver Vereinsarbeit sind wir als Verein auch an 9 verschiedenen Schulen des Ilmkreises tätig, u.a. 5 Grundschulen, 1 Gymnasium, 1 Regelschule, 1 Berufsschule und besonders stolz sind wir auf unsere gute Zusammenarbeit mit dem Marienstift Arnstadt. Dort lernen wir mitunter schwerst körperlich behinderten Menschen, die niemals eine Chance auf Erfolg in einer anderen Sportart hätten, das königliche Spiel.
Ich werde mich bestmöglichst bemühen, in guter Zusammenarbeit mit der Deutschen Schulschachstiftung die Arbeit in meinem Amt zu bewältigen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass man in Deutschland in diesem Bereich noch sehr viele Dinge erreichen kann. Aus meiner eigenen Tätigkeit, sowohl in Schule als auch Verein weiß ich, dass wir mit unserer Arbeit vielen Kindern und Jugendlichen in unserer Sportart eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten können und wichtige Dinge für das spätere Leben mit auf den Weg geben können. Es gibt nichts schöneres, als nach gewonnener Partie in glückliche Kinderaugen schauen zu können.