Deutsche Schachjugend
im Deutschen Schachbund e. V.


Fehlende Arbeitskräfte verfestigen die Armut

Die natürlichen Überlebensbedingungen sind hart aufgrund der bergigen Landschaft und des rauen Klimas der Region. Im Winter wird es sehr kalt und im Sommer oft von Taifunen heimgesucht. Die landwirtschaftliche Produktion bietet keine ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten und Erträge für alle Einwohner. Hinzu kommt, dass in den abgelegenen Landgemeinden bislang kaum Kenntnisse und Strukturen für selbstorganisierte  Einkommensinitiativen vorhanden sind und die wirtschaftlichen Möglichkeiten z. B. im Handwerk, Textilverarbeitung, Informatik aufgrund mangelnder Fachkenntnisse und einem Defizit an Facharbeitern brach liegen. Ein großes Entwicklungspotential ist in den Landgemeinden bei den Kindern und bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren zu finden, da sie sozialpolitischen und ökonomischen Veränderungen mit großer Offenheit begegnen. Doch gleichzeitig fehlt dieser Gruppe der Zugang zu Informationen über ihre Rechte und Förderangebote, wie Mittel für die Finanzierung ihrer Grund- und Weiterbildung.

 

Das vietnamesische Bildungssystem sieht verpflichtend für alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren eine fünfjährige Grundstufe und eine vierjährige Sekundarstufe vor, die mit der Mittleren Reife abschließt. Trotz allgemeiner Schulpflicht müssen 20 % der Schülerinnen und Schüler in Thanh Hoa aus Armutsgründen den Schulbesuch vor Abschluss abbrechen.

 

Auch diejenigen Schüler, die einen Schulabschluss erreichen, haben oft keinerlei Zugang zu weiterführenden Schulen. Entweder ist der Weg zu weit, oder die Kosten für Fahrt und Unterkunft sind zu hoch.

 

Zweckmäßig: Das neue Berufsausbildungszentrum bietet Ausbildungsplätze für bis zu 800 Jugendliche

Ein Traum wird wahr

Hier soll das neue Berufsausbildungszentrum in Thanh Hoa Abhilfe schaffen. Zielgruppe sind 800 Kinder und Jugendliche aus 16 besonders armen Distrikten der Provinz. Ende Februar wurde das Berufsschulzentrum u. a. auch von mir mit eingeweiht. Hier kann sich ein Traum für 800 Mädchen und Jungen erfüllen. Sie können Schneiderei, Elektriker, Näherei und andere technische Berufe erlernen. Es war der 1. Tag für die ca. 100 Jungen und Mädchen, die schon eingeschrieben waren und die in den ersten Schülerherbergen bislang provisorisch untergebracht wurden.

 

Die Kleidung hängt noch draußen auf der Leine, einige Schulräume sind noch nicht ausgestattet - aber dennoch wurde in knapp einjähriger Bauzeit ein kleines Wunder auf die Beine gestellt, wie auch der Landrat in seiner Rede betonte. Seine Bitte richtete sich an die wenigen Firmen in der Region, sich doch dieser Jungen und Mädchen nach Abschluss bevorzugt anzunehmen.

 

75% der Projektkosten werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit getragen, ein weiterer Anteil vom Sozialamt in Thanh Hoa. terre des hommes übernimmt den nicht unerheblichen Rest von 100.000 Euro für die restlichen Baumaßnahmen, den Ausbau der Schülerherbergen und der Reisstipendien, ohne die die Schülerinnen und Schüler nicht versorgt wären. Ein Schulgarten ist auch geplant, um den Speisezettel aufzupeppen. Mein Appell ging an die Schülerinnen und Schüler, ihre Chance zu nutzen, da terre des hommes auch nur dank starker Partner so ein großes Projekt auf die Beine stellen kann. Das Gesamtprojektvolumen bis 2010 beläuft sich auf 616.000 Euro

 

Eröffnungsfeier für das neue Zentrum (links);
das neue Zentrum mit Unterkünften - ihre Wäsche müssen die Schüler noch draußen trocknen

 

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