Sonntag, 8. August 2010
Nach mal wieder einem langen Abend und einer kurzen Nacht, ging es morgens um 9:00 Uhr zum Frühstück.
Danach ging es schon sofort weiter in einen Ski-Freizeitpark, der im Sommer als Naherholungsgebiet genutzt wird. Die Fahrt war wie immer aufgrund der Hitze eine Tortur. Die Exkursion begann mit der Besichtigung der Anlagen und Ski-Pisten. (Ministerpräsident Putin hat in der Region seinen eigenen privaten Skihang.) Danach ging es auf eine Art russische Achterbahn – nur ohne Looping, wie die Reiseleiterin feststellte. Wir durften die Achterbahn alleine oder zu zweit so oft hinunterjagen, wie wir wollten. Mit der bergabschüssigen Bahn, eine von zweien in Russland, konnte man eine Höchstgeschwindigkeit von 60km/h erreichen.
Zurück in Dmitrov nahmen wir an einer Wasserschlacht teil, zu der uns unsere russischen Schachfreunde eingeladen hatten. Es war die bisher zweite, die in Dmitrov an der Hauptstraße rund um einen wunderschönen Brunnen stattfand. Die Idee dazu war aufgrund der nur schwer zu ertragenen Hitze unter den Jugendlichen Dmitrovs entstanden. An der Wasserschlacht, an der ca. 300 Jugendliche teilnehmen, kämpften offiziell die Teams bunt gekleidet gegen schwarz/weiß gekleidet. Mit Eimern, Flaschen und natürlich Wasserpistolen waren die Jugendlichen ausgestattet. Wir traten natürlich für das Team schwarz/weiß an. Nach zirka einer Stunde näherte sich ein Polizeiauto und ließ sein Martinshorn erklingen. In Sekundenschnelle war der Platz von den Jugendlichen geräumt und es stellte sich zu unserer Überraschung heraus, die Wasserschlacht war zwar geduldet, aber eigentlich auch verboten. Als alle aus Angst vor der Polizei aus dem Brunnen gestiegen und sich zurückgezogen hatten, war dies das Zeichen für uns sich auf den Heimweg zu begeben. Auf dem Weg zum Hotel sah man plötzlich, dass sich einige Jugendliche um das Polizeiauto versammelt hatten und im Chor Parolen riefen: sie erbaten die Erlaubnis, weiter machen zu dürfen, was aber nicht gestattet wurde. Vielmehr kam einer von zwei anderen Polizeibeamten auf uns zu und sagte zu Jörg, dass er mit ihm an die Seite gehen soll. Erschreckend dabei war, dass ein zweiter Polizeibeamter ein Gewehr im Anschlag hatte und recht einschüchternd wirkte. Bevor der erste Polizeibeamte etwas unternehmen konnte und immer auf russisch wiederholte, dass Jörg zu ihm kommen sollte, sagte Ewald spontan „My Niemcy“, was so viel wie „Wir sind Deutsche“ bedeutet. Das brachte die beiden Polizeibeamte dazu, uns gehen zu lassen.
Nachdem wir uns wieder trockene Sachen angezogen hatten, ging es zum Schachverein, wir trugen ein Blitzturnier aus mit 9 Runden Schweizer System. Für die ersten fünf und dem besten deutschen Mädchen gab es Sachpreise. Bei diesem Blitzturnier schnitten wir als deutsche Gruppe sehr gut ab und konnten das Turnier durch Jens mit 8,5/9 auch gewinnen.
Nach dem anschließenden Abendbrot durften wir noch mal in die auch im Sommer geöffnete Eishalle. Für einige von uns war dies der erste Ausflug auf das glatte und kalte Eis.
Die Stadt Dmitrov ist eine sportbetonte Stadt und stolz auf ihre vielen Olympiasieger sowohl bei den Sommerolympiaden als auch bei den Winterolympiaden. Die von uns genutzte Eissporthalle war nur eine von vieren der Stadt bei nur rund 60.000 Einwohnern.