Chaos gehört dazu!
Ein bisschen drunter und drüber ging es anfangs dann doch:
Probleme bei der Zimmervergabe – wobei Zimmervergabe heißt, man schlief mit 10 Personen auf Isomatten und Luftmatratzen in Klassenräumen, wobei wir eine Schule dicht beim Zentrum hatten, die allerdings alt, sehr alt war, dafür aber immerhin für 100 Personen einen Duschcontainer - und der Akkreditierung, die Unterlagen fehlten einfach über mehrere Stunden, und vor allem für unseren Schachstand fehlende Bierzeltgarnituren, was wiederum dadurch gelöst wurde, indem wir die Bretter auf dem Pflaster des Theaterplatzes aufbauten, bis die Garnituren kamen.
Und was noch viel schlimmer schien… das Wetter. Es sah alles andere als perfekt aus!
Um dem totalen Chaos vorzubeugen, entschieden wir uns, noch in der Nacht und unter strömendem Regen unser großes Schachzelt auf dem Theaterplatz von Weimar aufzubauen. Schachspieler lassen sich von Nichts und Niemandem aufhalten!
In unserer Unterkunft, einer hiesigen Grundschule, wurde es gemütlicher – richtig kuschelig. Statt uns über die vier Räume gleichmäßig zu verteilen, liegen wir teilweise wie die Würstchen auf dem Grill.
Apropos Grillen: Während es morgens ein tolles Frühstücksbuffet in einer angrenzenden Kantine gibt, gilt es, sich zu den anderen Zeiten selbst zu versorgen. Das nahmen wir wohl mal wieder zu wörtlich: Wo sollen wir unseren Grill aufstellen?! Dürfen wir das?! Der Wachdienst ließ sich nur nach zwei Würstchen von der Rechtmäßigkeit unserer Aktion überzeugen. Erlaubt ist, was (uns) schmeckt!
Rund 50 Teilnehmer schwirren unter der Flagge der DSJ durch die Klassikstadt Weimar – und landen immer wieder unter den Augen Goethes und Schillers. Das Denkmal der beiden älteren Herrschaften befindet sich nämlich in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Hauptstandes. Das klingt nach Schachpräsenz – und die gibt es dieses Mal tatsächlich noch mehr als sonst.
Duschtisch, Schapeng und Schapong die neuen Sportarten
Gemeinsam mit der Triathlon- und der Tischtennisjugend sind wir zudem direkt auf der Wiese vor der Reithalle, um „Duschtisch“ zu spielen – eine Kombination aus allen genannten Sportarten (ohne Schwimmen).
Bei den Schützen spielen wir zudem Schapeng und zusätzlich mit den Tischtennisspielern bieten wir Schapong an.
Beim Duschtisch wird gelaufen und Fahrrad gefahren, in der Wechselzone wird Tischtennis gespielt und Schach. Die beiden letzteren Ergebnisse werden in Sekunden umgerechnet, so dass ein guter Schachspieler etwas weniger schnell laufen muss. Dass das geht, bewiesen einige Schachteams – gestartet wurde in Zweiermannschaften – mit guten Zeiten und einer Tagessiegwertung durch Florian Dinger und Raoul Strohhäker.
Beim Schapeng wird vom Schachspieler die gewünschte Figur benannt, mit der er ziehen möchte, er darf dies jedoch nur, wenn der Schütze sie ihm auch schießt, ansonsten muss er mit einer anderen vorlieb nehmen und sehen, was er daraus macht. (siehe Regelwerk)
Ähnlich geht es beim Schapong. Nach einigen Zügen auf dem Brett wird an den Minitischtennistisch gewechselt und dort gespielt. Wer im TT gewinnt, darf dem Gegner beim Schach eine Figur vom Brett nehmen. (siehe Regelwerk)
Mit der Behindertensportjugend haben wir dann das Kondiblitz eingeführt, allerdings mit den Rollis der Behinderten. Man was waren die wendig damit, die haben sich damit immer einen Zeitvorteil herausgefahren!
Schachstand und terre des hommes
Aber zurück zu unserem eigenen Stand. Hier spielen wir Simultan, bringen Jugendlichen die Regeln bei und bieten vor allem einen ruhigen, entspannten Platz an, um in schöner Kulisse Schach zu spielen.
Zusammen mit der Jugend von terre des hommes klären wir darüber hinaus auf, das Kinder Rechte besitzen… in Weimar genauso wie an anderen Teilen der Welt auch. Dass es in der Umsetzung in der Welt noch hapert, macht die Notwendigkeit unserer Kooperation mit der Osnabrücker Hilfsorganisation deutlich.
Chessy Deutscher Meister?
Eine Höhepunkt des Jugendevents war die erste Deutsche Meisterschaft der Maskottchen der verschiedenen Sportarten. Natürlich war Chessy in Siegerlaune und fest davon überzeugt, dass keiner gegen ihn ankommt. Einmal um den Schwanensee – runde gefühlte 2.000 m – das war die Aufgabe. Der Massenstart warf Chessy etwas zurück, doch dann kam der Körpereinsatz und ein Zwischenspurt und Chessy war vorne zu finden. Mit 1 Minute und 53 Sekunden lag er weit vor dem 11. des Rennens, der über 4 Minuten benötigte. Und den Beliebtheitspreis bekam Chessy sowieso, die Judojugend brachte Sprechchöre über Chessy aus und der Applaus war orkanartig!
Voller Stand
„Man bei euch ist es immer voll, wie macht ihr das?“ „Ihr habt aber auch einen tollen Stand – herzlichen Glückwunsch.“ In der Tat kaum sind die Bänke und Tische aufgebaut, das Gartenschach den Passanten in den Weg gestellt, da sind alle Bretter besetzt und kaum ein freier Platz ist über den ganzen Tag verteilt zu ergattern. Schach ist halt in. Und die Sonne lacht seit zwei Tagen dazu und lädt ein zum Verweilen und zum Schach spielen.
Schach macht auch mit Lautstärke auf sich aufmerksam. Mit Megaphon werden die Leute angelockt und über den Theaterplatz rund um Schiller und Goethe wird das Megaphonschach gespielt, bei dem die beiden Partiepartner 100 Meter auseinander sitzen und die Passanten ins Spiel mit eingebunden werden.