Der Deutsche Sportbund hat nach langjähriger Diskussion neue Rahmenrichtlinien für die verschiedenen Ausbildungsgänge im deutschem Sport verabschiedet und zwingt damit seine Fachverbände ihre Rahmenrichtlinien hieran anzupassen. Die Fachverbände haben dafür Zeit bis Anfang 2008.
Der Deutsche Schachbund berief zu diesem Zweck seine Kommission Ausbildung neu und erstmalig ist in ihr auch die Deutsche Schachjugend vertreten, die bisher aus dem Bereich Ausbildung im Deutschen Schachbund ausgeklammert wurde. Doch die neuen Sportbund Richtlinien schreiben eindeutig vor, dass bei der Ausbildung von Trainern, die hauptsächlich im Kinder- und Jugendbereich eingesetzt werden, die Jugendorganisationen in der Ausarbeitung von den Lehrplänen, Stoffsammlungen und Zeitplänen eingebunden werden müssen.
Dies wurde nun schon mal mit der Berufung eines DSJ-Vertreters umgesetzt.
Mit dem zweiten Schritt, auf die langjährigen Erfahrungen, die sich die DSJ im Ausbildungsbereich erarbeitet hat, so wurden in den letzten vier Jahren zum Beispiel fast 1.000 Schulschachpatentinhaber ausgebildet, das Kinderschachpatent entwickelt, aufzubauen und sie zu nutzen, damit tut sich der DSB noch schwer.
Zwar hat die Ausbildung zum C-Trainer auf allen Landesebenen große Probleme, durch Teilnehmermangel kommen kaum Lehrgänge zustande, zu sehr hat sich das Ländersystem der Ausbildung auseinander entwickelt, doch daraus die Lehren zu ziehen, ist nicht so leicht.
Modularisierung heißt das Stichwort, das zwar in allen Papieren zu finden ist, doch wie soll man das umsetzen, soll man als Module etwa die Ausbildungsgänge der DSJ anerkennen?
Dabei liegt es auf der Hand: Derzeit hat man als derjenige, der bereit ist im Verein, in der Schule Trainingsarbeit zu leisten, nur die Möglichkeit sich eigene Dinge anzueignen oder sich alternativ für Trainerlehrgänge anzumelden, die 120 Stunden umfassen. Dazwischen gibt es kein einziges Angebot, sieht man von den DSJ-Angeboten ab.
Was liegt da näher als die 120 Stunde in leistbare Größen zu unterteilen, so dass jeder Interessierte sich seine Lehrgänge zusammen stellen kann, um dann nach ein bis zwei Jahren seine Scheine den Landesverbänden vorzulegen und sich zur Trainerprüfung anzumelden?
Es ist die einzige Lösung. Doch sie bedeutet, die Lehrgänge der 17 Landesverbände müssen einander gleichen wie ein Ei dem anderen. Die Lehreinheiten müssen gleich zugeschnitten werden, damit der Interessierte ein ihm passendes Angebot aus Hessen besuchen kann und danach eines aus Niedersachsen, um dann die restlichen Lehrteile mit Prüfung in NRW abzulegen.
Doch ist wie fast immer, Theorie und Praxis wollen nicht so recht zusammen kommen.
Dabei hat schon der Olympia-Ausschuss des DSB zu diesem Zweck, der Entwicklung von neuen Modulen in der Trainerausbildung, einen eigenen Etat in Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung gestellt. Abgerufen wurden davon einzig von der Deutschen Schachjugend 500 Euro für die Entwicklung des Kinderschachpatentes, die anderen Gelder lagen brach und wurden in 2005 nicht genutzt. Ob es in 2006 anders aussehen wird? Bisher sieht es nicht danach aus!
Wie aber will man anders neue Wege in der Ausbildung beschreiten?
Wie der immer weiter zurückgehenden Zahl von Trainern im DSB bei gleichzeitig rasant steigenden Mitgliederzahlen im Kinder- und Jugendbereich (in den letzten fünf Jahren bis zu 6.000 neue Mitglieder) gegenüber treten, wenn nicht mit neuen Ideen und einem bundesweit greifenden Modulsystem, das sich an den Interessen der Trainer und der Kinder und Jugendlichen orientiert? Zu fast 100 Prozent arbeiten die ausgebildeten Trainer im Kinder und Jugendbereich, also müssen die Lehrpläne, die Lehrinhalte auf diese Zielgruppen ausgerichtet sein. Dafür wird sich die Deutsche Schachjugend in der Kommission Ausbildung stark machen und hat einen ersten Lehrplan für die Trainerausbildung vorgelegt.
• Zudem wird sie weiter an Modulen für die Trainerausbildung arbeiten und schreibt daher für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Willingen
vom 03.-11.06.2006 das
Modul „Methoden des Schachtrainings“ für alle Interessierten aus, die ihre Schützlinge zur Deutschen Jugendmeisterschaft begleiten und in ihren Vereinen aktiv in der Trainingsarbeit mitarbeiten wollen.
Folgende Themengebiete werden auf dem Lehrgang behandelt:
• Unterrichtsformen (4 Stunden)
• Methodische und didaktische Grundlagen (4 Stunden)
• Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel – was muss ein Schüler wissen? (9 Stunden)
• Planbildung (4 Stunden
• Geeignete Trainingsmethoden (8 Stunden)
• Methoden der russischen Schachschule (2 Stunden)
Der Lehrgang wendet sich an alle in Willingen bei der DEM anwesenden Interessierten, die Anmeldung erfolgt bei der Anreise vor Ort.
Der Lehrgang wird jeweils zu den Spielrundenzeiten von Pfingstmontag (05.06.) bis Freitag (09.06.) durchgeführt.
Alle Teilnehmer erhalten eine Bescheinigung über die Unterrichtseinheiten und können diese dann bei ihren Landesverbänden zur Anrechnung für die C-Trainerausbildung vorlegen.
(Jörg Schulz)