Sehr zur Freude von Spielern und Betreuern stand am heutigen Freitag nur eine Runde auf dem Spielplan. Kleiner Wermutstropfen dabei war, dass sie bereits 8:30 Uhr begann. Dies wurde jedoch schnell vergessen, als die Mannschaften am „Freien Nachmittag“ ausreichend Zeit fanden, die vielfältigen Angebote der Stadt Wismar für Ausgleichssport und kulturelle Aktivitäten zu erkunden.
Doch zunächst zum sportlichen Teil des Tages: In der Spitzenbegegnung wollte Verfolger Hessen am Führenden Niedersachsen vorbeiziehen. Doch die Norddeutschen zeigten erneut eine sehr starke Mannschaftsleistung und verwiesen die Hessen mit 6–2 in ihre Schranken. Nikolas Lubbe konnte am Spitzenbrett erneut einen ganzen Punkt erkämpfen und tragt mit 4,5 von 5 möglichen Punkten maßgeblichen Anteil daran, dass Niedersachsen nach der 5. Runde mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung in Führung liegt.
Im Duell der Verfolger gab es eine faustdicke Überraschung. Nach zwei Unentschieden in den gestrigen Runden mussten die bisherigen Turnierfavoriten aus Württemberg sogar ihre erste Niederlage hinnehmen. Gegen sehr stark aufspielende Hamburger, die die Partien an den ersten drei Brettern siegreich gestalten konnten, zogen die Süddeutschen mit 3–5 den Kürzeren. Durch den Sieg bleiben die Hansestädter ihrem großen Nachbarn in der Gesamtwertung weiter dicht auf den Fersen.
„Erwartungsgemäß“ ging dagegen die Begegnung zwischen Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt aus. Die nach dem DWZ-Vergleich favorisierten Westdeutschen ließen nichts anbrennen und gewannen überlegen mit 7–1. Den Punkt zur Ehrenrettung erspielte Sebastian Pallas am 8. Brett.
Im Spiel der westlichsten Bundesländer, Rheinland-Pfalz und Saarland, konnte sich ebenfalls der Favorit durchsetzen. Durch vier Siege an den hinteren fünf Brettern legte der „große“ Nachbar den Grundstein für den 5–3-Erfolg gegen das „kleine“ Saarland.
Am letzten Tisch verpasste die zweite Mannschaft von Mecklenburg-Vorpommern knapp die Überraschung gegen Thüringen. Obwohl Ruben Lehmann und Christoph Wolf gegen ihre nach DWZ deutlich stärkeren Gegner an den beiden Spitzenbrettern remis spielten und Gregor Siegert sogar seinen ersten vollen Punkt beisteuerte, reichte es hinten heraus nur zu einem 3–5.
Der „Freie Nachmittag“, den viele Mannschaften u. a. für einen Besuch im Wismarer Spaßbad „Wonnemar“ nutzten, wurde mit einem abendlichen Blitzturnier abgerundet. In ausgelassener Stimmung – die Brettreihenfolge der Spieler durfte in jedem Spiel variiert werden – wurde diese Tradition der Deutschen Meisterschaft würdevoll gepflegt.
Michael Ehlers