Deutsche Schachjugend
im Deutschen Schachbund e. V.


Der Auftakt in Wismar

Neun Stunden hat es gedauert, bis die Württemberger am Dienstag in der Hansestadt Wismar eintrafen. Immerhin neun Stunden, um – an Nummer 1 gesetzt – der Favoritenrolle gerecht zu werden. Elf Mannschaften reisten aus zehn Bundesländern an und bezogen in der Jugendherberge „Am Schwedenstein“ ihre Zimmer.

Am heutigen Mittwoch fiel der Startschuss zur ersten Runde. Die in der ersten Hälfte gesetzten Teams trafen auf die schwächeren Mannschaften und wurden bis auf Hessen ihrer Favoritenrolle gerecht. Während Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sich keine Blöße gaben, kam die hessische Delegation nicht über ein 4–4 gegen die erste Mannschaft des Gastgebers Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Nach einem 4–1-Rückstand drehten die Lokalmatadoren in fast aussichtsloser Situation noch einmal auf und konnten die letzten drei Partien für sich entscheiden. Bei elf Mannschaften musste leider ein Team in den sauren Apfel beißen und bekam „spielfrei“ zugelost. In der ersten Runde ereilte dieses Schicksal die Hansestädter aus Hamburg, die sich als Kompensation über etwas mehr Schlaf freuen durften.

In der zweiten Runde drehten die Hamburger dann auf und schafften gegen Niedersachsen beinahe ein Unentschieden. Letztlich mussten sie sich aber doch knapp mit 3½–4½ geschlagen geben. Zur ersten Spitzenpaarung kam es zwischen Nordrhein-Westfalen und Württemberg. Trotz zweier Niederlagen an den beiden Spitzenbrettern gelang dem Setzlistenersten Württemberg noch ein 5–3-Erfolg. Rehabilitieren konnte sich Hessen durch ein überzeugendes 6–2 gegen Rheinland-Pfalz. Mecklenburg-Vorpommern I konnte die gute Leistung der ersten Runde nur teilweise wiederholen und unterlag Thüringen mit 3½–4½. Dafür machte es die zweite Delegation von Mecklenburg-Vorpommern umso besser. Nach der deutlichen Erstrundenniederlage gegen Rheinland-Pfalz schaffte die das Team einen knappen Sieg gegen das Saarland.

Für Aufregung war am ersten Tag ebenfalls gesorgt, denn wieder einmal spielte die Technik nicht so mit, wie sie sollte. Nachdem bei allen „DGT 2010“-Uhren der entsprechende Bedenkzeitmodus eingestellt wurde, schaltete die Uhr nach der ersten Zeitkontrolle nicht, wie auf der Unterseite der Uhr angegeben, auf 30 Minuten Restbedenkzeit um, sondern lediglich auf 15 Minuten. Die Überraschung von Spielern, Betreuern und Schiedsrichtern war groß, konnte aber schnell durch das manuelle Nachstellen behoben werden.

Für alle Turnierorganisatoren und die, die es noch werden wollen die Warnung: Der Modus 19 der DGT 2010 entspricht nicht der Angabe auf der Unterseite der Uhr, sondern der Angabe auf der letzten Seite des Beschreibungsheftes.     

 

Paul Onasch      

 

 

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