Erster Vorsitzender 2003-2009
Meine schachliche und auch sonstige Heimat liegt in Bad Schwartau, einer gemütlichen Kleinstadt in der Nähe von Lübeck, die neben der bekannten Marmelade auch einige ordentliche Schachspieler hervorgebracht hat und durch aktive Jugendarbeit sogar den beschwerlichen Weg in die zweite Bundesliga schaffte. Als ich am 06. März 1977 das Licht der Welt erblickte, wusste ich von all dem natürlich noch nichts und erlernte das Schachspiel mit sechs Jahren von meinem Vater. Durch immer häufigere Niederlagen war dieser bald froh, dass ich in der Schulschach-AG des Gymnasiums am Mühlenberg und später im Schachverein Bad Schwartau von 1930 neue Gegner und Herausforderungen fand.
Im Laufe meiner Jugendzeit sammelte ich für den Verein und die Schule viele Landesmeistertitel und nahm mehrmals an den Deutschen Einzelmeisterschaften, den Deutschen Ländermeisterschaften und den Deutschen Schulschachmeisterschaften der Deutschen Schachjugend teil. Meine größten schachlichen Erfolge im Jugendbereich waren sicherlich der Gewinn der Deutschen Schulschachmeisterschaften in der WK II in Bremen 1993 und ein 5. Platz bei den Deutschen Einzelmeisterschaften in Magdeburg 1991 sowie die damit verbundene Aufnahme in den Förderkader. Zum Ende meiner aktiven Spielzeit in der Jugend begann ich mich nach neuen Herausforderungen umzusehen und engagierte mich in der Jugendarbeit. Zuerst übernahm ich die Schulschach-AG und eine kleine Trainingsgruppe im Verein, in denen ich mein schachliches Wissen weitergeben konnte und erste pädagogische Erfahrungen sammelte.
Auf einer Jugendversammlung der schleswig-holsteinischen Schachjugend 1995 wurde ich dann als Jugendsprecher gewählt und meine ehrenamtliche Schachkarriere rückte nach und nach in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit. Während eines Seminars der Deutschen Schachjugend für Jugendsprecher in Bonn 1995 entstand bei den Teilnehmern schließlich die Idee, dass die Deutsche Schachjugend auch wieder einen Jugendsprecher braucht und ich wurde als Kandidat auserkoren. So wählten mich die Delegierten der Jugendversammlung 1996 in Pinneberg als Bundesjugendsprecher in den Vorstand der Deutschen Schachjugend und seitdem engagiere mich in diesem Gremium für das Jugendschach.
Voller Tatendrang in meinem neuen Ehrenamt versuchte ich zuerst einmal Kontakte zu den anderen Jugendsprechern auf Landesebene und in den Vereinen zu knüpfen und musste bald feststellen, dass ehrenamtliches Engagement, egal auf welcher Ebene, nicht immer Spaß macht. Zu meinem ersten eigenen Jugendsprecherseminar kamen im Herbst 1996 immerhin acht Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands nach Bonn und die Tradition der jährlichen Treffen wurde aus der Taufe gehoben. Nicht ganz ohne Stolz blicke ich mittlerweile auf die erfolgreichen Jugendsprecherseminare der Deutschen Schachjugend, bei denen sich 2-3 Mal im Jahr bis zu 30 engagierte Jugendliche treffen, sich über ihre Jugendarbeit austauschen und viel Spaß miteinander haben. Über die Zeit sind dabei viele Freundschaften entstanden, die ich heute nicht mehr missen möchte.
Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen vollzog ich 1998 einen weiteren Schritt auf der ehrenamtlichen Karriereleiter und wurde für zwei Jahre als jugendliches Mitglied in den Vorstand der Deutschen Sportjugend gewählt, dem höchsten ehrenamtlichen und sportpolitischen Gremium im Jugendsport in Deutschland. Nach absolviertem Zivildienst hatte es mich allerdings 1997 zum Studium der Sonderpädagogik in den Fachrichtungen Geistigbehindertenpädagogik und Sprachbehindertenpädagogik nach Flensburg verschlagen, was gleichbedeutend mit weiten Wegen und vielen Bahnreisen war. Trotzdem blieb ich der Deutschen Schachjugend treu und bekam nach kurzer Unterbrechung im Jahr 2000 in Dresden von der Jugendversammlung das Vertrauen als 2. Vorsitzender geschenkt. Inhaltlich kümmere ich mit seitdem in der Deutschen Schachjugend um die Internationale Jugendarbeit, die Umsetzung der Marketingkonzeption, die Organisationsentwicklung sowie um das Schach mit Kindern unter acht Jahren.
Während des Studiums wechselte ich 1999 meinen Standort nach Kiel, wo ich sofort begann, mich im hiesigen Schachclub Meerbauer um die Jugendarbeit zu kümmern. Bei meiner Arbeit in der Deutschen Schachjugend war es mir seither immer eine große Hilfe als Jugendwart von Meerbauer Kiel für über 110 Kinder und Jugendliche Basisarbeit zu leisten und die Sorgen und Nöte von Schachvereinen aus eigener Anschauung zu kennen. Neben dem vielen Training und der Jugendarbeit habe ich bei Meerbauer Kiel auch wieder Zeit gefunden, selbst Schach zu spielen, und lenke dabei als Mannschaftsführer die Geschicke unserer Mannschaft in der Oberliga-Nord-Nord.
Im Jahr 2003 hat sich mein Lebensmittelpunkt nach Rostock verlagert, wo ich als Referendar an einer Schule zur individuellen Lebensbewältigung tätig bin. Nach meiner Wahl zum 1. Vorsitzenden der Deutschen Schachjugend sind meine thematischen Schwerpunkte in der Arbeit für die Deutschen Schachjugend die engere Kooperation mit den Landesschachjugenden und großen Jugendvereinen, die Förderung des Schachs mit Kindern unter acht Jahren, eine Schulschachoffensive, die Modernisierung des Jugendverbands sowie die Weiterentwicklung aller Deutschen Meisterschaften zu zeitgemäßen Events.
Bei all diesen Tätigkeiten bleiben zwar manchmal meine anderen Hobbys wie Schwimmen oder Lesen etwas auf der Strecke, aber jedes Mal wenn ich die großen Augen der Kinder beim Schachtraining sehe, weiß ich, dass es sich lohnt.