Deutsche Schachjugend
im Deutschen Schachbund e. V.


Visionen am Rhein: Neuigkeiten aus der Zukunftswerkstatt

Gute Verpflegung und methodische Höchstleistungen - alles war geboten.

Große Ereignisse bildeten den würdigen Rahmen für die diesjährige Zukunftswerkstatt: Zum einen belagerten junge Damen, vom Roten Kreuz in Silberfolie eingewickelt, unser Hotel, um einen Blick auf eine sich in spätpubertärer Phase befindliche Band zu erhaschen; zum anderen bevölkerten Männer und Frauen fast jeden Alters ganz Köln mit dem Ziel, über möglichst viele Brücken zu laufen.

 

Die Teilnehmer des Workshops ließen sich von so viel Volksfeststimmung allerdings nicht irritieren und berieten mit Dom- und Überblick im 14. Stock der Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes über das Zusammenwirken von Vereinen und Verbänden.

 

Im Zentrum des Austauschs stand die Frage, ob die Organisationseinheiten eigentlich die Erwartungen und Wünsche der Vereine und ihrer Mitglieder erfüllen oder an ihnen vorbeiarbeiten. Durch die ausgeglichene Besetzung - jeweils ein Drittel der Teilnehmer konnte sich dem Lager der Verbands-, Vereins- oder Bundesebene zuordnen - führte die Diskussion schnell zu einigen Kernpunkten:

  • Spielbetrieb ist einer der wichtigsten Aufgabenbereiche der Verbände, aber keinesfalls der einzige. Diese Erkenntnis ist leider noch nicht überall angekommen.
  • Leistungssport und seine finanzielle Unterstützung sind wichtig. Viele Vereine erwarten aber auch stärkeres Engagement im breitensportlichen Bereich. Konkret soll z.B. offenes Training, zunächst in einem Pilotprojekt, auch Spielern der zweiten Reihe eine schachliche Förderung bieten.
  • Ausbildung macht einen zentralen Bestandteil des DSJ- und (häufig) LSJ-Angebots aus. Um der chronischen Terminknappheit von Engagierten Rechnung zu tragen, sollen neue Formen der Lehrgangsarbeit dem Bereich neuen Auftrieb verleihen. In Betracht kommt zum Beispiel ein modularisiertes, thematisch breit gefächertes Workshopwochenende.
  • Übereinstimmend kamen die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt zu dem Ergebnis, dass gerade der Bereich Kommunikation eminent wichtig ist. Viel zu selten findet ein beidseitiger Austausch zwischen Verband und Verein statt: Verkündung allein reicht nicht aus. Vor diesem Hintergrund können die von der DSJ initiierten Regionalkonferenzen einen wichtigen Beitrag zum Dialog leisten.
  • "DSJ - Dienstleister für Vereine", so war die Ausschreibung zur Zukunftswerkstatt betitelt. Das vorhandene Serviceangebot von Bund und Land, etwa im Marketingbereich, nehmen Vereine gern in Anspruch. Das Spektrum soll nun gerade im Bereich Beratung ausgebaut werden: Wie gründe ich einen Verein? Wo erhalte ich finanzielle Unterstützung für mein Projekt? - Ein Weg in die Umsetzung kann der Aufbau eines Netzwerkes von Vereinsberatern sein.

Viele Anregungen und Ideen sind an den drei Tagen entstanden. Aber auch der Perspektivenwechsel, der Blick über den Tellerrand dürfte es allen Beteiligten in ihrer zukünftigen Arbeit einfacher machen, die „Gegenseite“ zu verstehen – und mit ihr zu kooperieren.

 

Deutsche Schachjugend im Deutschen Schachbund e. V.
Die Deutsche Schachjugend ist Mitglied der Deutschen Sportjugend.